Der am 10. Juli 1934 in Freistadt (Tschechoslowakei) geborene deutsche Fernsehentertainer, Talkmaster, Fernsehproduzent, Kochbuchautor und Jurist Alfred «Bio» Biolek (Bild) ist am 23. Juli 2021 in Köln gestorben. Er erlangte ab Ende der 1970er-Jahre mit Fernsehsendungen wie «Bio's Bahnhof», «Boulevard Bio» und «alfredissimo!» im ganzen deutschsprachigen Raum grosse Bekannt- und Beliebtheit.

Foto: © Raimond Spekking, 2019 (Ausschnitt) – Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed – Datei: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Empfang_für_Alfred_Biolek_zum_85._Geburtstag-7512.jpg
«Er war nicht nur ein begnadeter Talkmaster, sondern auch Ideengeber, Entdecker, Förderer und äusserst kreativ»
WDR-Intendant und ARD-Vorsitzender Tom Buhrow: «Mit Alfred Biolek verlieren wir ein Allroundtalent des deutschen Fernsehens. Er war nicht nur ein begnadeter Talkmaster, sondern auch Ideengeber, Entdecker, Förderer und äusserst kreativ. Sein Interesse galt den Menschen, der Kunst, Kultur und der anspruchsvollen Unterhaltung. Gerne erinnere ich mich auch an seine Kochsendung »alfredissimo!‘. Mit wie viel Freude und Humor er sie zusammen mit seinen prominenten Gästen zelebrierte, das war mir beim Zuschauen immer ein Vergnügen. Und für den WDR kann ich sagen, dass wir uns glücklich über die Zusammenarbeit mit ihm schätzen können.»
https://presse.wdr.de/plounge/wdr/programm/2021/07/20210723_nachruf_alfred_biolek.html
Vom Glück der Hummel
Was für ein Leben: Wie aus einem schmächtigen Juristen der grosse Entertainer Alfred Biolek wurde, der den Menschen plaudernd so nahe kam.
Carolin Gasteiger
https://www.sueddeutsche.de/medien/alfred-biolek-bio-nachruf-1.5361119?reduced=true
Boulevard, vornehm
Ein Pionier des Bildschirmparlandos und Menschenversteher: Der Moderator, Künstlerentdecker und Kochshow-Master Alfred Biolek ist mit 87 Jahren gestorben.
Michael Hanfeld
Der Meister des Gesprächs
Er war im deutschen Fernsehen mehr als 30 Jahre ständig präsent. Er war eine eigene Marke mit drei Buchstaben: Bio.
Harry Nutt
https://www.berliner-zeitung.de/news/entertainer-alfred-biolek-ist-gestorben-li.172724
Warum das Allroundtalent fehlen wird
Er war unsere liebste Nickelbrille. Er konnte zuhören wie nur wenige. Er war keiner dieser Talkmaster, die ihre Gäste mit Fragen bedrängen und dann nicht ausreden lassen.
Peter Zander
Der grosse Zuhörer
Talkmaster, Fernsehkoch, Talentscout: «Bio» und seine Ideen haben das deutsche Fernsehen verändert.
Marion Kretz-Mangold
https://www1.wdr.de/nachrichten/entertainer-alfred-biolek-gestorben-100.html
Er hörte einfach zu
Überall, heute kaum vorstellbar, setzte er neue Standards gegen alle Gewohnheiten und Usancen. Seine Talkshows etwa: Waren die journalistisch nicht pure Affirmation? War das überhaupt Journalismus? Nicht eher Plauderei ohne Inhalt? Bioleks Methode war in der Tat: seine Gäste menschlich aufscheinen zu lassen, allzu Privates mussten sie nicht preisgeben.
Damals dominierte im Talkshowgewerbe, auch im politischen, noch die schwer verdauliche Kunst der hohepriesterlichen Einvernahme, Motto: Alle sind unzulänglich und müssen in den Staub getreten werden, abgesehen vom wirklich neugierig interessierten Günter Gaus pflegten alle Moderatoren diesen Stil, Besserwisserei, oft ohne Sinn und Verstand. Biolek aber hörte zu. Und servierte, absichtslos, Woche für Woche Lehrstücke in puncto «Wie bringe ich meine Interviewten zu Auskünften, von denen sie selbst nicht dachten, dass sie sie machen würden?»
Jan Feddersen
https://taz.de/Nachruf-auf-TV-Moderator-Alfred-Biolek/!5788916/
Der Versöhner
Alfred Biolek war vielleicht der beste Gastgeber, den es im deutschen Fernsehen je gab. Er öffnete so Nachkriegswestdeutschland in Richtung Welt und Kultur.
Matthias Dell
Der Zauber der zwanglosen Plauderei
Wer zu ihm ging, hatte nichts zu befürchten, aber immer eine gute Zeit: Alfred Biolek holte Monty Python nach Deutschland und redete mit Helmut Kohl über Karamellpudding mit 18 Eiern.
Arno Frank
«Du schaust in die Runde und lachst und bist glücklich»
Die TV-Literaturkritikerin Elke Heidenreich war mit Alfred Biolek befreundet (…) – beide arbeiteten Jahrzehnte für den WDR. Als der «Spiegel» sie nach ihren Erinnerungen fragte, antwortete sie, sie hätte eigentlich schon alles über ihn geschrieben. 2004, in einem Brief zu seinem 70. Geburtstag:
Kollegen und Stars trauern um TV-Ikone
Zahlreiche Stars und Weggefährten haben sich in den sozialen Medien und in Statements vom Entertainer verabschiedet.
Eine ganze Branche trauert
«Bio» brachte Genuss ins Fernsehen und Boulevard mit Anstand
«Bio» wirkte stets wie der nette, etwas schrullige Fernseh-Opi, der keine Scheu vorm «Äh» hatte. Unvermeidlich waren seine Karteikarten, die er angeblich farblich mit seinen Sakkos abstimmte. Der Katholik erging sich aber keineswegs in zwänglerischem Spiessertum, sondern erwies sich als weltläufiger Kenner der Kulturszene. Er holte die Kult-Comedytruppe Monty Python nach Deutschland. In «Bio’s Bahnhof» zeigte er Talente wie Anke Engelke, The Police und Herman van Veen.
Peter Temel
Vom Juristen zum beliebtesten Plauderer
Im Februar 1978 stellte er seine erste Folge von «Bio’s Bahnhof» im Programm der ARD vor, die ihn rasch populär machte. Zum Erfolgsrezept der Sendung zählte die Mischung aus grossen und kleinen Stars, interessanten Zeitgenossen, Musik, Parodie und Clownerie. In der Folgezeit etablierte er sich als einfühlsamer Talkmoderator. 1991 ging seine Unterhaltungsshow «Boulevard Bio» auf Sendung, die wegen ihrer gelungenen Mischung von Gästen und Themen aus den verschiedensten Lebens- und Gesellschaftsbereichen bald als «Hochamt gepflegter Unterhaltung» («Welt») galt und Alfred Biolek beste Kritiken und Auszeichnungen einbrachte.
SZ/nema/cag/rus/khil
https://www.tagesanzeiger.ch/alfred-biolek-ist-gestorben-741012521395
Der angepasste Revolutionär Alfred Biolek ist tot
Alfred Biolek oder einfach nur Bio prägte die deutsche Fernsehunterhaltung während Jahrzehnten.
Jürg Zbinden
https://www.nzz.ch/panorama/alfred-biolek-ist-tot-ld.1637096
Auch ein Pionier der Kochshows
Er war eine eigene Marke mit drei Buchstaben: Bio. Seine Ära endete erst 2007 mit der letzten Folge der Kochsendung «alfredissimo», in der er viele Jahre lang mit Gästen am Herd gestanden, geplaudert und Wein verkostet hatte. «Meine Zeit ist jetzt zu Ende», sagte er damals.
sda/dpa/spic; fise
https://www.srf.ch/news/panorama/deutsche-tv-legende-alfred-biolek-ist-tot
Ruhe in Frieden lieber BIO (Alfred Biolek). Wir durften mit Mad Dodo in 3 seiner Sendungen mit dabei sein. Unvergessliche Momente auch bei den Galas, zu denen er uns in den 80ern engagierte. Einen so klugen, weltoffenen begeistert-polyglotten Kulturvermittler sucht man heute lange!
Dodo Hug Contini
https://www.facebook.com/dodo.hug.contini/posts/2318295561638503
Videos:
SRF «Tagesschau» vom 23.7.2021:
Alfred Biolek: Grandseigneur des Showbusiness ist verstorben
https://www.srf.ch/news/panorama/deutsche-tv-legende-alfred-biolek-ist-tot
Nina Hagen in «Bios Bahnhof»_1980
https://www.youtube.com/watch?v=nbt7XuKphD4
Boulevard Bio – Show-Meister (Rudi Carrell, Joachim Fuchsberger, Dietmar Schönherr)
https://www.youtube.com/watch?v=8nqaSnzLz0o
Alfredissimo! mit Helmut Berger (1999)
https://www.youtube.com/watch?v=WXf1CYXTOpc
Campino und Kuddel kochen bei Biolek «Alfredissimo»
https://www.youtube.com/watch?v=KzhOQbD3d-M
Mehr:
https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&query=118511254
https://www.imdb.com/name/nm0083142/
https://www.ardmediathek.de/video/alfred-biolek-ein-nachruf/rbb-fernsehen/Y3JpZDovL3JiYi1vbmxpbmUuZG
https://web.archive.org/web/20130728092731/http://www.wdr.de/tv/alfredissimo/
https://de.wikipedia.org/wiki/Alfred_Biolek
#AlfredBiolek #BIO #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+
Kommentare von Daniel Leutenegger