20. April 2012
Erste eidgenössische Jury für Literatur ernannt
Das Eidgenössische Departement des Innern EDI hat die neun Mitglieder der ersten eidgenössischen Jury für Literatur ernannt. Vorsitzender ist Dominik Müller (Bild), Präsident der Schillerstiftung. An ihrer ersten Sitzung im Frühling stellt die Jury das Konzept für die Preise fertig. Der Bund verleiht 2013 erstmals die eidgenössischen Literaturpreise während den Solothurner Literaturtagen.

Foto: unige
Als Mitglieder der ersten
eidgenössischen Jury für Literatur wurden neun Personen der Schweizer
Literaturszene für zwei Jahre mit Option auf Verlängerung ernannt. In der
Jury sind alle vier Landessprachen vertreten. Die Mitglieder verfügen über
«einen breit gefächerten beruflichen Hintergrund». Sie gewährleisten dadurch
«einen hervorragenden Einblick in sämtliche Aspekte des literarischen Schaffens», wie das Bundesamt für Kultur BAK schreibt.
Professor Dominik Müller übernimmt den ersten Vorsitz der eidgenössischen Jury für Literatur. Damit werde die Kontinuität der von der Schillerstiftung seit mehr als einem Jahrhundert geleisteten Arbeit sichergestellt. Die Schillerstiftung hat 2012 zum letzten Mal ihre Literaturpreise verliehen. Künftig wird sie eine Neuorientierung ihrer Aktivitäten vornehmen, um ihre Bemühungen zur Förderung und Auszeichnung der Schweizer Literatur zu bündeln.
Die Organisation der eidgenössischen Literaturpreise gehört zu den neuen
Aufgaben des Bundesamtes für Kultur BAK im Rahmen der Umsetzung des
Kulturförderungsgesetzes (KFG).
Nächste Etappen
An der ersten Sitzung der Jury im Frühling werden die Preiskategorien sowie
gewisse Modalitäten, zum Beispiel die Anmeldung, festgelegt. Die Liste mit den
Nominierten, deren Zahl die Jury bestimmt, wird Ende des Jahres bekannt
gegeben. Die Preise werden an den Solothurner Literaturtagen im Frühling 2013
verliehen.
Die Mitglieder der Jury
Präsident
Dominik Müller: Lehr- und Forschungsbeauftragter beim Departement für
deutsche Sprache und Literatur an der Universität Genf.
Mitglieder
– Marie Caffari: Leiterin des Schweizerischen Literaturinstituts (BFH),
Leiterin von Forschungsprojekten und des Bachelorstudiengangs in Literarischem
Schreiben an der Hochschule der Künste Bern, Lehrbeauftragte.
– Bernard Comment: Schriftsteller, Literaturübersetzer, Leiter der Collection
Fiction & Cie bei Editions du Seuil, Verleger, Programmberater
bei Arte.
– Pietro De Marchi: Titularprofessor für italienische Literaturwissenschaft an
der Universität Zürich.
– Urs Engeler: Verleger («Zwischen den Zeilen», Urs Engeler Editor,
Engeler Verlag, Roughbooks).
– Marion Graf: Literaturübersetzerin, Lehrerin, Literaturkritikerin und
Verantwortliche der Revue de Belles-Lettres.
– Clà Riatsch: Professor für rätoromanische Sprach- und Literaturwissenschaft an
der Universität Zürich und Gastprofessor an der Universität Freiburg.
– Daniel Rothenbühler: Lehrer für Deutsch und Französisch am Gymnasium Köniz,
Dozent am Schweizerischen Literaturinstitut und Leiter eines Forschungsprojekts
an der Hochschule der Künste Bern (HKB).
– Barbara Villiger Heilig: Redaktorin im Feuilleton der «Neuen Zürcher Zeitung»
und Mitglied des Kritikerteams der Sendung Literaturclub des Schweizer
Fernsehens SRF.
Ziel der eidgenössischen Preise
Bisher beschränkte das Bundesamt für Kultur die Preisverleihungen als
Förder- und Promotionstätigkeit auf den Bereich Kunst, in dem es bereits seit
dem Ende des 19. Jahrhunderts Preise gibt, und den Bereich Design, der auf
Bundesebene seit 1918 anerkannt ist.
Mit dem am 01. Januar 2012 in Kraft getretenen Kulturförderungsgesetz (KFG) wird
dieses Förder- und Promotionsinstrument ab 2013 auf die Bereiche Tanz und
Literatur und ab 2014 auf die Bereiche Theater und Musik ausgeweitet.
Die eidgenössischen Preise werden jeweils in engem Dialog mit den Partnern erarbeitet. Sie verschaffen den Preisträgerinnen und -trägern neben dem materiellen Gewinn offizielle und öffentliche Anerkennung. Zudem erhalten diese ein für die weitere Künstlerkarriere wichtiges Medienecho.
d / bak
Kontakt:
Christine Chenaux, Literaturförderung, Sektion Kulturschaffen, Bundesamt für Kultur, +41 (0)31 322 9265, christine.chenaux@bak.admin.ch/
Franziska Burkhardt, Leiterin der Sektion
Kulturschaffen, Bundesamt für Kultur
+41 (0)31 324 9823, franziska.burkhardt@bak.admin.ch
Kommentare von Daniel Leutenegger