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5. Mai 2016

JACQUELINE AERNE IST NEUE PRÄSIDENTIN DES ADS

Zur 14. Generalversammlung des Verbands Autorinnen und Autoren der Schweiz (AdS) in Solothurn

Bild: Jacqueline Aerne – Foto: http://www.diebrotsuppe.ch/autoren/jacqueline-aerne

Der Zufall wollte es, dass der AdS genau zur diesjährigen Generalversammlung hin die Marke von 1’000 Mitgliedern überschritten hat (1’004 Mitglieder). Die Autorinnen Michelle Steinbeck (Basel/Zürich) und Caterina Serra (Lausanne/Padua), der Autor Florian Eglin (Carouge) und die literarische Übersetzerin Ruth Gantert (Zürich) gehören zu den bisher zuletzt aufgenommenen Mitgliedern (1’001 bis 1’004) und stehen heute stellvertretend für die Vielstimmigkeit des gesamtschweizerischen Berufsverbands für Autoren und literarische Übersetzerinnen aller Landesprachen sowie auch der sog. 5. Landessprachen.

Im Zentrum der Generalversammlung selbst standen zudem die Wahlen im Präsidium sowie eines neuen Vorstandsmitglieds. Diskutiert wurden der aktuelle Revisionsvorschlag zum Urheberrecht, die Präsenz der Literatur in den Medien oder die standespolitische Rolle des Berufsverbands.

Auch die beiden Auszeichnungen «plume de paon» (Pfauenfeder) und «plume de plomb» (Bleifeder) richteten ihren Blick in diesem Jahr auf standespolitische Fragen.

Zum ersten Mal eine literarische Übersetzerin als Präsidentin des AdS

Als Nachfolgerin des Lyrikers und Theaterschaffenden Raphael Urweider wählten die rund 80 anwesenden Autorinnen und Autoren die literarische Übersetzerin Jacqueline Aerne (Bild) einstimmig zur neuen Verbandspräsidentin. Die 51jährige Jacqueline Aerne wuchs dreisprachig in der italienischen Schweiz, in Ascona auf. Sie studierte Italianistik, Kunstgeschichte und Germanistik an den Universitäten Basel und Bologna. Heute ist sie Dozentin (zurzeit an der Universität Tübingen), Moderatorin und literarische Übersetzerin. Aerne übersetzt fast ausschliesslich Lyrik oder Texte, die Form, Inhalt, Rhythmus und Klang als Einheit verstehen. Beim Übersetzen zeigt sich in aller Deutlichkeit ihre Gebundenheit an die Sprache und an die Literatur.

Jacqueline Aerne löst Raphael Urweider im Präsidium ab, dessen statutarische Amtszeit nach sechs Jahren im Vorstand, davon vier Jahre als Präsident, endet. Der abtretende Präsident hat sich neben dem intensiven Alltagsgeschäft des Verbands vor allem für eine starke Kulturbotschaft des Bundes, für Verbesserungen im Bereich Medienpolitik und des Urheberrechts, so auch für das Verleihrecht, stark gemacht. Er vertrat auch immer die Meinung, dass falls tages- oder weltpolitische Vorgänge den Statuten des Verbandes widersprechen, sich der AdS dezidiert äussern sollte.

Die neue Präsidentin Jacqueline Aerne bildet mit der seit 2007 amtierenden Geschäftsführerin Nicole Pfister Fetz zum ersten Mal in der Geschichte des AdS eine weibliche Doppelführung.

Annette Hug neu im Vorstand des AdS

Schliesslich wählte die Generalversammlung die 1970 in Zürich geborene Autorin Annette Hug als neues Vorstandsmitglied. Sie hat zuerst in Zürich Geschichte und Musikwissenschaften, dann in Manila «Women and Development Studies» studiert. Nach ihrer Rückkehr 1995 in die Schweiz und verschiedenen Tätigkeiten lebt sie seit 2015 als freie Autorin und arbeitet an literarischen Übersetzungen aus der philippinischen Sprache Tagalog ins Deutsch.

Für Präsenz von Literarischen Übersetzern auf Buchcovern geht die Pfauenfeder an den Verlag die brotsuppe, die Bleifeder an den Verlag Nagel & Kimche

Der AdS verleiht jedes Jahr anlässlich seiner Generalversammlung zwei Auszeichnungen: die «plume de paon» (Pfauenfeder) und die «plume de plomb» (Bleifeder) an Literaturengagierte, Verleger, Institutionen, Medien oder andere Literatur-Organisationen.

Die diesjährigen Preise sind dem Bemühen (oder Unterlassen) von Verlagen gewidmet, literarische Übersetzerinnen und Übersetzer besser sichtbar zu machen, sprich, sie auch auf dem Cover eines Buches prominent zu präsentieren.

Der schillernde Preis «plume de paon» ging an den Verlag die brotsuppe, gewürdigt von der literarischen Übersetzerin Jacqueline Aerne.

Yla von Dach, Übersetzerin aus dem Französischen ins Deutsche, wiederum präsentierte in ironisch-bissigem Ton die bleierne «plume de plomb», die den Verlag Nagel & Kimche auszeichnete.

Die vom AdS überreichten Wanderpokale und die dazugehörigen Urkunden sollen Zeichen und Ansporn sein, engagiertes Wirken für die Literatur und die Autorinnen und Literarischen Übersetzer weiter zu pflegen und durch aktiveren Dialog vernachlässigte und frustrierte Autoren und literarische Übersetzerinnen aufzuheitern.

cp

Kontakt:

Autorinnen und Autoren der Schweiz (AdS)

Jacqueline Aerne, Präsidentin (presidence(at)a-d-s.ch)

Nicole Pfister Fetz, Geschäftsführerin (npfister(at)a-d-s.ch)

http://www.a-d-s.ch/index.php?id=469

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 5. Mai 2016
  • Theater, Kabarett, Literatur

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