Ausstellung im Strauhof Zürich, bis am 18. Mai 2025

Bild: Virginia Woolf, 1902 – Foto: George Charles Beresford – Public domain – Datei: https://de.wikipedia.org/wiki/Virginia_Woolf#/media/Datei:George_Charles_Beresford_-Virginia_Woolf_in_1902-_Restoration.jpg
«Mrs Dalloway» von Virginia Woolf gehört zu den wichtigsten Werken der literarischen Moderne. 100 Jahre nach der Ersterscheinung widmet der Strauhof der Autorin und ihrem Roman eine Ausstellung:
Der erste Teil befasst sich mit der Erzählung rund um Clarissa Dalloway und mit dem London der Zwischenkriegszeit. Der zweite Teil beleuchtet Leben, Netzwerke und Manifeste der britischen Schriftstellerin und Verlegerin Virginia Woolf.
Der Roman beschreibt die Handlungen und Gedanken eines kleinen Kreises von Personen in London an einem einzigen Tag. Im Mittelpunkt stehen Clarissa Dalloway, die eine ihrer berühmten Partys vorbereitet, und der traumatisierte Kriegsveteran Septimus Smith. Die Geschichte beginnt an einem sonnigen Junimorgen 1923: Mrs. Dalloway spaziert durch die Bond Street, um Blumen für ihre Abendgesellschaft zu kaufen. Doch gerade hinter der alltäglichen Handlung liegt eine subjektive Wirklichkeit verborgen.
«She always had the feeling that it was very, very dangerous to live even one day.»
Als eine der Ersten verwendet Woolf die Technik des Stream of Consciousness, um ihre Romanfiguren anhand ihrer Überlegungen und Erinnerungen zu charakterisieren. Die verschiedenen Perspektiven und Innerlichkeiten werden raffiniert verwoben mit fliessenden Übergängen und über äussere Begebenheiten. Diese Methoden ermöglichen Woolf, ein breites gesellschaftliches Panorama der Grossstadt darzustellen, mit unterschiedlichsten Blickwinkeln auf Themen wie Liebe, Karriere und Emanzipation, gesellschaftliche Zwänge, Kriegstraumata und Kolonialismus, Wohlstand und Armut.
Virginia Woolf (1882–1941) ist eine britische Schriftstellerin und Verlegerin, die aus einer wohlhabenden Intellektuellen-Familie stammt. Sie ist Teil der «Bloomsbury Group», eines Zirkels von Literat:innen, Maler:innen, Verleger:innen, und Forscher:innen; mit ihrem Ehemann Leonard Woolf führt sie den Verlag «The Hogarth Press». Dort veröffentlicht sie ab 1917 ihre Romane und Essays, darunter «A Room of One’s Own», der in den 1970er-Jahren von der feministischen Bewegung neu entdeckt wird.
Die Ausstellung situiert Woolfs Schaffen im historischen Kontext der Zwischenkriegszeit, dem regen gesellschaftlichen Leben Londons zu Beginn der 1920er-Jahre. Zudem werden die persönlichen Netzwerke Woolfs beleuchtet: ihre Verortung in einer Traditionslinie weiblichen Schreibens, ihr familiäres Umfeld und ihr soziales Netz rund um die Hogarth Press sowie ihre Frauenfreundschaften.
Kuratiert von Elisabeth Bronfen
shz
Kontakt:
https://strauhof.ch/ausstellungen/virginia-woolf-mrs-dalloway/

Bild: Virginia Woolf, «Mrs. Dalloway» (Erstausgabe), The Hogarth Press, London 1925
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Kommentare von Daniel Leutenegger