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13. September 2010

Zum heutigen schweizer kleinkunst-tag

Was läuft wo heute Montag, 13. September 2010?

 

—> Alle Aktivitäten des Schweizer KleinKunstTags werden unter ktv.ch und naeher-dran.ch publiziert.<---

 

Immer am 13. September

Wer erkennen wollte, was auf den grossen Plakaten abgebildet war, musste «näher dran»: Nur so waren die kleine Marionette oder der blaue Lichtfilter und der Hinweis auf den ersten Schweizer KleinKunstTag am 13. September 2003 zu erkennen.

Mit einer grossen Kampagne machte das Migros-Kulturprozent auf die vielfältige Schweizer KleinKunstSzene und die einzigartige «Nähe» zwischen Publikum und den KünstlerInnen aufmerksam: Die «Nähe» als kleinster gemeinsamer Nenner einer extrem vielfältigen Szene und als grosse Stärke der kleinen Kunst.

Joachim Rittmeyer machte am 13. September 2003 der Nähe eine regelrechte Liebeserklärung. Auf dem Trottoir vor dem Kleintheater am Bundesplatz in Luzern liess er auf den Boden sprayen: «In Kleintheatern kann ich auch kleine Lachseufzer aus der hintersten Reihe hören – und die hinterste Reihe sieht es sogar, dass ich es höre!»

Nach dem 13. September 2003 war schnell klar: Eine solch erfolgreiche Veranstaltung muss wiederholt werden. Die KleinKunstSzene verdient jährlich einen «jour fixe». Jetzt ist jedes Jahr am 13. September Schweizer KleinKunstTag.

Vielleicht fällt die KleinKunst dadurch noch viel mehr auf: Durch möglichst viele aussergewöhnliche und einfallsreiche Aktionen.

ktv 

Pascale Bruderer wyss, Nationalratspräsidentin, zum Schweizer KleinKunstTag 2010

Aus Liebe zum Theater

Jeder kennt das deutsche, das französische und das italienische Theater. Warum jedoch hört und liest man selten vom Schweizer Theater? Aus gutem Grund. Jeder Kanton hat seine eigenen kleineren und grösseren Bühnen, die sich an Berlin und Wien, an Paris und Montreal oder an Mailand orientieren.

Ich fände es übrigens durchaus begrüssenswert, wenn unsere Theaterensembles öfter den Rösti- beziehungsweise den Polentavorhang heben würden, um sich von den Produktionen der anderen Sprachregionen inspirieren zu lassen.

Die Schweiz befindet sich im Schnittpunkt verschiedener Bühnenkulturen und Theatertraditionen und ist auch deshalb für die Bühnenwelt ein fruchtbarer Boden.

Theater ist ein Spiegel, in welchem die Gesellschaft sich erkennen, wachsen und entwickeln kann. Theater nährt unseren Geist und unsere Träume, es lässt gemeinsame Projekte entstehen, es gibt uns eine Identität.

In der Schweiz gibt es zahlreiche experimentelle und avantgardistische Bühnen. Oft sind es Kleintheater, die für frischen Wind in den grossen Häusern sorgen – weil sie es wagen, neue Wege zu gehen. Die Risikobereitschaft hat jedoch auch ihren Preis: Die finanzielle Situation der Kleintheater und freien Bühnen wird immer prekärer.

Ihnen allen, die Sie als Schauspielerinnen und Schauspieler, Regisseurinnen und Regisseure oder Techniker an der Entstehung und Inszenierung von Theaterstücken, Tanz-, Zirkusaufführungen oder Kabarettabenden mitwirken, Ihnen allen, die Sie Ihre Kunst auf der Bühne und hinter den Kulissen, auf der Strasse, in Klassenzimmern, Gefängnissen und Spitälern ausüben, gratuliere ich an diesem achten Schweizer KleinKunstTag herzlich zu Ihrem Mut und Ihren Werken.

Ich möchte dabei auch Ihre grosse Bedeutung für die Schweiz erwähnen: Erkennt man nicht gerade an der Freiheit der Kunstschaffenden, wie lebendig eine Gemeinschaft ist?

Leider ist die Ausübung Ihres Berufs oft mit einer zeitlich begrenzten Anstellung, finanzieller Unsicherheit und Ungewissheit verbunden. Sollte jemand Anspruch auf eine Risikoprämie haben, dann sind das Sie. Sie gehen wie andere einer Arbeit nach und sollten deshalb auch anständig leben und in Würde in Ihrem Beruf alt werden können.

Ihre Arbeit und Ihr Talent kommen unserer Gesellschaft zugute. Deshalb ist es auch Aufgabe der Gesellschaft, das «kreative Risiko» mit Ihnen zu teilen. Es ist mir ein wichtiges Anliegen, dass die Lücken in der sozialen Vorsorge der Kunstschaffenden beseitigt werden.

Meine Unterstützung haben Sie. Ich wünsche Ihnen alles Gute, viel Erfolg und viele erfolgreiche Produktionen – oder besser: «Hals- und Beinbruch!»

pascale-bruderer.ch

 

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 13. September 2010
  • Theater, Kabarett, Literatur

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