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1. Februar 2026

FERIEN IN DER BLEICHE – UND IN JEDEM WINKEL WIRKT DIE WECHSELVOLLE GESCHICHTE

Diese Woche eröffnet die Stiftung Ferien im Baudenkmal eine historische Ferienwohnung in der Bleiche in Appenzell Innerrhoden, einem der bedeutendsten Profanbauten des Kantons, berühmt für seine kunstvolle Appenzeller Fassadenmalerei: Ein Ort, an dem sich fünf Jahrhunderte Gewerbe-, Kultur- und Familiengeschichte in jedem Winkel spüren lassen. Die Bleiche ist geschützt und ein Baudenkmal von nationaler Bedeutung. Gemäss der Kunstdenkmäler der Schweiz, Band Appenzell Innerrhoden, gilt sie als «schmuckster und interessantester Bau der Innerrhoder Einzelhoflandschaft».

Bleiche, Appenzell AI - Fotos: © Studio Gataric Fotografie, https://www.studiogataric.ch/

Bilder: Bleiche, Appenzell AI – Fotos: © Studio Gataric Fotografie, https://www.studiogataric.ch/

Am ruhigen Rand des Dorfes, nur wenige Gehminuten vom lebendigen Zentrum Appenzells entfernt, empfängt die Gäste ein Ensemble, das einst Mühle, Bleicherei, Bäckerei und Landwirtschaftsbetrieb zugleich war.

Seit dem 16. Jahrhundert wurde die Bleiche stetig erweitert und weiterentwickelt und blieb dennoch über zwei Jahrhunderte in denselben Familienhänden. Heute steht sie unter nationalem Schutz und gilt als eines der «schmucksten und interessantesten» Beispiele der Innerrhoder Baukultur.

Überkragende Obergeschosse, farbige Fassadenmalereien, kunstvoll gestaltete Tätschgiebelflächen und charakteristische Schwenk- und Zugläden verleihen dem Gebäude seinen unverwechselbaren Charme.

Im zweiten Obergeschoss des Haupthauses erwartet die Besuchenden eine liebevoll restaurierte Wohnung, die Tradition und Komfort auf eindrückliche Weise verbindet.

Bleiche, Appenzell AI - Fotos: © Studio Gataric Fotografie, https://www.studiogataric.ch/

Bilder: Bleiche, Appenzell AI – Fotos: © Studio Gataric Fotografie, https://www.studiogataric.ch/

Die grosse Eckstube von 1650 mit prächtiger Kassettendecke, Wandtäfer und traditionellem Kachelofen bildet das Herzstück des Hauses. Eine moderne, stilvoll integrierte Küche ergänzt die historische Feuerstelle.

Das gemütliche Schlafzimmer überzeugt mit einer Tapete, inspiriert von historischen Vorlagen, und lädt zu entspannenden Stunden ein. Originalmöbel aus dem Haus wurden mit zeitgenössischem Design kombiniert.

Die Alte Bleiche bietet Platz für bis zu drei Personen – ideal für Paare, kleine Familien oder alle, die Ruhe, Authentizität und Atmosphäre suchen.

Bleiche, Appenzell AI - Fotos: © Studio Gataric Fotografie, https://www.studiogataric.ch/

Bilder: Bleiche, Appenzell AI – Fotos: © Studio Gataric Fotografie, https://www.studiogataric.ch/

Aus der Geschichte

Bereits im 16. Jahrhundert stand am idyllischen Ort an der Sitter, einem Nebenfluss der Thur, eine Wassermühle. Neben der Dorfmühle Appenzell galt diese als die wohl bedeutendste Wassermühle Innerrhodens. Die Mühle stand zwischen 1535-1538 hinter dem heutigen fünfstöckigen Blockbau und wurde nach dem Namen des Besitzers «Strickesmühle» benannt.



Die Bleiche war zunächst eine vom Staat geführte Bleicherei. Die rohe Leinwand aus Flachs wurde eingeweicht, gestampft und gebleicht. Das Wasser dazu wurde von einem mehrere 100 Meter langen Kanal aus der Sitter abgeleitet. Neben der Mühle standen eine Walke am Fluss, ein Beuchhaus (Waschhaus), ein steinernes Schauhaus und die eigentliche Bleiche mit der Wohnung des Bleichemeisters. Eine Walke ist eine historische Textilbearbeitungsmaschine, die zum Walken von Stoffen dient. Walken ist ein mechanischer Prozess, bei dem Gewebe durch Feuchtigkeit, Wärme, Druck und Reibung verdichtet, verfilzt und stabilisiert wird.



Der Appenzeller Leinwandhandel konnte sich aber nicht durchsetzen. Bereits 20 Jahre später standen die Bleiche und Walke still.

1604 beschloss der Landrat die Wiedereröffnung der Bleiche. Im Jahre 1638 wurden bis zu 12’000 Stück Tücher gebleicht. Unter dem Bleichemeister Wyser (1628-1654) vollzog sich der Übergang vom staatlichen zum privaten Betrieb. Wyser gelang es, den defizitären Betrieb in ein blühendes Privatunternehmen zu führen. Unter seiner Führung wurde zudem Korn gemahlen, Wein und Salz gehandelt sowie ein Landwirtschaftsbetrieb geführt. Im Jahre 1750 erfolgte der Bau des neuen Wohnhauses mit der Bäckerei zwischen Hochbau und Mühletrakt.

Bleiche, Appenzell AI - Fotos: © Studio Gataric Fotografie, https://www.studiogataric.ch/

Bilder: Bleiche, Appenzell AI – Fotos: © Studio Gataric Fotografie, https://www.studiogataric.ch/

Im Jahre 1803 gelangte die Bleiche durch die Heirat von Johann Baptist Gregor Rusch mit Anna Maria Antonia Manser (Bleichi Ammereieli) in den Besitz der Familie Rusch, jener Familie, in der sie sich noch heute befindet. 

Der Ratsherr Rusch verstarb sehr früh. Von seinen fünf Söhnen überlebte einzig Floridus. Das «Bleichi Ammareieli» übernahm die Leitung des Unternehmens Bleiche. Ihr ökonomisches Talent legte den Grundstein für den wirtschaftlichen und politischen Erfolg ihres Sohnes Floridus. Eine Porträtdarstellung und ein Bildnis des «Bleiche Ammereielis» sind auf einem alten Fensterladen noch erhalten. Johann Baptist Floridus Rusch übernahm im Alter von 23 Jahren die Leitung des Unternehmens Bleiche.



Die Bleicherei war nicht lukrativ, zudem setzte ein Sturmwind im Jahr 1842 den Bleichebauten zu. Floridus gab die Leinenindustrie auf und widmete sich dem Kornhandel, dem Sägewerk und der Landwirtschaft. Als Erster im Lande wendete er Drainage (Entwässerungssystem) an und planierte so die Bleichewiesen. Floridus investierte in Immobilien und Liegenschaften und wurde grösster Grundbesitzer Innerhodens. Wie seine Vorgänger in der Bleiche nahm er vielfältige Aufgaben in der Regierung wahr. Er gab den Anstoss zum autonomen Salzhandel des Kantons und organisierte das Armenwesen. Unter Floridus Leitung erlebte die Bleiche ihren letzten Höhepunkt.



1846 setzte ein Hochwasser im August den Gebäulichkeiten arg zu. Anstelle der zerstörten Mühle liess Floridus eine Sägerei einrichten sowie der Sitter entlang eine Promenade mit Bäumen und Ruhebänke.

Nach Floridus übernahm sein ältester Sohn Johann Baptist Emil Rusch die Bleiche, der sich aber als Vollblutakademiker nicht für den Betrieb interessierte. Dieser baute die Villa Sälde (Glück) unweit der Bleiche und zog um. Als Landammann war er führender Kopf der konservativen Partei, Gründer der Ländlichen Feuerversicherung und Appenzeller Volksfreundes, des Historischen Vereins und der Ländlichen Ersparniskasse (später Kantonalbank). Johann Baptist Emil Rusch verkaufte 1873 die Bleiche für 90’000.- an seinen Bruder Josef Anton Alois.



Die Bleiche war nun ein Unternehmen aus Landwirtschaft, Sägerei, Bäckerei und Kornhandel. Im Jahre 1904 teilte der damalige Besitzer Josef Anton Rusch die Bleicheheimat. Der Sohn Albert Alois übernahm den Landwirtschaftsbetrieb und baute ein eigenständiges Bauernhaus. Die Bleiche mit Sägerei, Bäckerei mit Kornhandel wurde von Josef Anton Rusch-Gmünder weitergeführt.



Ein Hochwasser zerstörte 1908 einen Grossteil der Sägereibauten. Diese wurden als Folge geschlossen und schliesslich 1910 abgebrochen. Der Kanal, der sich durch das ganze Bleichegut zog, und der Tüchelros, der Weiher für die Wasserleitungsröhren, wurden aufgefüllt.



Bis in die 1960er-Jahre wurde die Bäckerei mit dem heute noch erhaltenen Holzofen betrieben. 1976 ging der Besitz an Elsi und Titus Haas, Neffe des kinderlosen Vorgängers, über. 2023 erfolgten diverse Aussenrenovationen in Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege, für die Realisierung der Ferienwohnung erfolgten 2024/25 Innenrenovationen.

cp

Mehr / Kontakt:

https://ferienimbaudenkmal.ch/bleiche/

Bleiche, Appenzell AI - Fotos: © Studio Gataric Fotografie, https://www.studiogataric.ch/

Bilder: Bleiche, Appenzell AI – Fotos: © Studio Gataric Fotografie, https://www.studiogataric.ch/

#BleicheAppenzell #FerienImBaudenkmal #FiB #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 1. Februar 2026
  • Freizeit und Sport, Kulturförderung, Kulturvermittlung, Kultur- und Medienpolitik, Umwelt / Mitwelt

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