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7. Dezember 2024

ZUM TOD DES ÖSTERREICHISCHEN KOMPONISTEN, ARRANGEURS UND PIANISTEN HANS HAMMERSCHMID

Kaum jemand im breiteren Publikum kennt wohl seinen Namen, aber vermutlich allen in den mittleren bis älteren Generationen im deutschsprachigen Raum sind viele seiner Melodien bestens bekannt bis angenehm vertraut: Der am 12. März 1930 in Wien geborene österreichische Komponist, Arrangeur, Pianist und Dirigent Hans Hammerschmid (Bild) ist am 30. November 2024 gestorben. Er steht hinter Erfolgen wie «60 Jahre - und kein bisschen weise» (Curd Jürgens), «Merci, Chérie» (Udo Jürgens) und Hits von Hildegard Knef (z.B. «Von nun an ging’s bergab», «Für mich soll’s rote Rosen regnen» oder «Ich brauch’ Tapetenwechsel»). Seit den 1960er-Jahren komponierte Hammerschmid zahlreiche Musiken für deutsche Fernsehfilme und Episoden bekannter Fernsehserien wie «Das Kriminalmuseum», «Der Alte», «Derrick», «Insel der Träume» und «Das Traumschiff». 1985 folgte die Musik zur erfolgreichsten Serie des ZDF, «Die Schwarzwaldklinik», deren Titelmusik («Hallo Dr. B.») zu Hammerschmids bekanntesten Arbeiten als Filmkomponist gehört. (*)

Bild: Hans Hammerschmid – Foto: Stefan Götz/BR,
https://www.br.de/nachrichten/kultur/schwarzwaldklinik-komponist-hans-hammerschmid-verstorben,UVouNIU

Hans Hammerschmid beendete seine Schullaufbahn in Wien mit der Matura. Er studierte an der Musikakademie Wien Klavier, Komposition und Dirigieren. 1947 wurde Hammerschmid in seiner Heimatstadt mit dem Mozart-Preis ausgezeichnet. Dies führte ihn nach Hollywood, wo er 1952 seine erste Filmmusik komponierte.

Anschliessend war Hammerschmid als Jazzpianist und Arrangeur tätig. Er war Mitglied des Quintetts von Hans Koller und des Südwestfunk-Tanzorchesters und leitete eine eigene Gruppe; er trat mit dem Orchester Eddie Sauter 1958 auf dem Jazzfestival Frankfurt auf und arbeitete mit namhaften Instrumentalisten wie Stan Getz, Dusko Goykovich, Zoot Sims, Attila Zoller, der Sängerin Helen Merrill sowie dem Orchester Johannes Fehring zusammen. Ab den 1960er-Jahren schuf Hammerschmid Arrangements und Kompositionen für die Bambis, Ian Cussick, Miriam Frances, Curd Jürgens («60 Jahre – und kein bißchen weise»), Julia Migenes, Esther & Abi Ofarim, Anneliese Rothenberger, Klaus Sommer, Donna Summer, Suzie, Margot Werner, Helmut Zacharias und viele andere. Beim 11. Grand Prix Eurovision de la Chanson 1966 dirigierte und arrangierte Hammerschmid das Orchester des Siegerliedes «Merci, Chérie» von Udo Jürgens.

Im gleichen Jahr lernte Hammerschmid anlässlich einer Fernseh-Silvestershow die Schauspielerin, Chansonsängerin und Autorin Hildegard Knef kennen. Der Komponist und Arrangeur war von 1967 bis 1975 musikalischer Leiter der meisten Aufnahmen der Knef. Die Texte zahlreicher Titel stammten von der Interpretin selbst. Die Zusammenarbeit zwischen Knef und Hammerschmid umfasste insgesamt sieben Musikalben. Bekannte Lieder des Autorenteams sind unter anderem «Von nun an ging’s bergab», «Für mich soll’s rote Rosen regnen» und «Ich brauch’ Tapetenwechsel».

Seit den 1960er-Jahren komponierte Hammerschmid zahlreiche Musiken für deutsche Fernsehfilme und Episoden bekannter Fernsehserien wie «Das Kriminalmuseum», «Der Alte», «Derrick», «Insel der Träume» und «Das Traumschiff». 1985 folgte die Musik zur erfolgreichsten Serie des ZDF, «Die Schwarzwaldklinik», deren Titelmusik («Hallo Dr. B.») zu Hammerschmids bekanntesten Arbeiten als Filmkomponist gehört. In Grossbritannien erlangte sein 1966 für Max Greger komponiertes Instrumental «Big Train» Bekanntheit, nachdem es 1998 bis 2002 als Titelmusik der gleichnamigen Comedy-Show Verwendung fand. Daneben schuf Hammerschmid Hörspiel-Musiken sowie Einspielungen für Musikverlage und Werbung.

1993 kam es im Rahmen der Berliner Uraufführung des Musicals «Sag mir, wo die Blumen» sind von Friedrich Kurz über Marlene Dietrich nach fast 20 Jahren wieder zu einer Zusammenarbeit mit Hildegard Knef. Hammerschmid komponierte das von Knef getextete Chanson «Marlene», das gemeinsam mit den von Hammerschmid arrangierten Titeln «Sag mir, wo die Blumen sind» und «Ich hab’ noch einen Koffer in Berlin» auf einer Maxi-CD erschien. Zahlreiche gemeinsame Arbeiten von Hammerschmid und Knef wurden immer wieder neu eingespielt, unter anderem von Lee Buddah, Extrabreit, Justus Köhncke, Heike Makatsch, Nylon, Max Raabe und Rosenstolz. 2016 wurde Hans Hammerschmid mit dem Großen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ausgezeichnet.

https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Hammerschmid

https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de

Komponist Hans Hammerschmid ist tod

Für Hildegard Knef ließ er rote Rosen regnen, Curd Jürgens schrieb er «60 Jahre und kein bisschen weise» auf den Leib: Der Komponist Hans Hammerschmid ist tot. Der gebürtige Wiener sei am Samstag zu Hause in Gräfelfing bei München im Alter von 94 Jahren gestorben, berichtete die «Süddeutsche Zeitung» (…) unter Berufung auf Familienkreise.

https://orf.at/stories/3377750

Wer einen Fernseher hat, kennt diesen Klang

Der Wiener Hans Hammerschmid schrieb Filmmusik für Hollywood, Hits für Hildegard Knef und verpasste dem deutschen TV seinen Sound. Nun ist er im Alter von 94 Jahren gestorben.

Andrian Kreye

https://www.sueddeutsche.de/kultur/hans-hammerschmid-musiker-nachruf-lux.4TWarawUj7KNUbTptBBJUz?reduced=true

Hipster der Popmusik

Hans Hammerschmid war ein verehrter Held von Musikern: 1966 dirigierte er beim ESC (damals: Grand Prix Eurovision) in Luxemburg das Siegeslied mit Udo Jürgens, «Merci, Chérie» und machte in drei Minuten aus einer einfachen Melodie eine existenziell angehende und verführende Geschichte.

Mit ihm wollten sie arbeiten, er hatte das Händchen, aus Popularem Pop zu machen, eingängig und doch nicht simplizierend: Donna Summer, Anneliese Rothenberger, Helmut Zacharias, Miriam Frances, Curd Jürgens und eben immer wieder die Knef. Auszeichnungen hat er natürlich auch erhalten, noch als Minderjähriger 1947 mit dem Mozartpreis, 2016 das Große Ehrenzeichen der Republik Österreich. Er machte aus potenziell zur Seifigkeit einladenden Kompositionswünschen anständige, irgendwie weltgewandt sich anhörende Musiken.

Jan Feddersen

https://taz.de/Nachruf-auf-Hans-Hammerschmidt/!6050112

Videos:

ORF ZIB: Hans Hammerschmid gestorben

https://on.orf.at/video/14253624/15771901/hans-hammerschmid-gestorben-zib-1-vom-02122024

Curd Jürgens – 60 Jahre – und kein bisschen weise (1976) (16:9) (05.03.22 – Die größten Schlager…)

Hildegard Knef – Für mich soll’s rote Rosen regnen 1968

Hildegard Knef – Von nun an gings bergab 1968

Hildegard Knef – Ich brauch Tapetenwechsel 1970 (TV-Clip)

1966 Eurovision Austria – Üdo Jürgens – Merci cherie HQ

«Schwarzwaldklinik»-Intro

https://www.youtube.com/watch?v=DW-_BpptVIU.

Audio:

Soundtrack: Hans Hammerschmid: «Titelmusik ‘Die Schwarzwaldklinik’» a. d. gleichn. Serie (1985)

https://www.youtube.com/watch?v=wllgoW9AT7Y&t=7s

Mehr:

https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&query=103952993

https://www.imdb.com/name/nm0358554

https://www.discogs.com/de/artist/326177-Hans-Hammerschmid

https://www.br.de/nachrichten/kultur/schwarzwaldklinik-komponist-hans-hammerschmid-verstorben,UVouNIU

(*) https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Hammerschmid

#HansHammerschmid #HenryStuck #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 7. Dezember 2024
  • Film, Video, Audiovisuelles, Musik und Tanz, Radio und TV

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