Aarau, Schaffhausen, Thun und Zug aus der Deutschschweiz sowie Bellinzona und Lugano (mit Locarno und Mendrisio) aus der italienischen Schweiz bekunden ihr Interesse, sich für den Titel «Kulturhauptstadt Schweiz 2030» zu bewerben. Ende März 2025 reichten sie ihre Absichtserklärung ein. Damit bekräftigen sie ihr Vorhaben, bis Ende dieses Jahres eine offizielle Bewerbung für 2030 einzureichen. Andere Städte sind dazu nicht mehr berechtigt.

Bild: Stadt Thun – Foto: © Patrick Liechti
Daniel Rossellat, Präsident des Vereins Kulturhauptstadt Schweiz (KHS) zeigt sich sehr erfreut: «Das Interesse der sechs beziehungsweise acht Städte erhöht nicht nur die Wahrscheinlichkeit, dass wir eine vielfältige Auswahl für eine Kulturhauptstadt 2030 haben, sondern zeigt auch, dass das Konzept der Kulturhauptstadt Schweiz im ganzen Land Fuss gefasst hat.»
Mit den Absichtserklärungen, welche alle von der nationalen Jury positiv beurteilt wurden, haben die sechs Städte eine erste Hürde genommen. Weitere detaillierte Abklärungen der Städte sind unabdingbar, um Ende Jahr ein fundiertes Bewerbungsdossier einzureichen. Dies erfordert einerseits den Einbezug aller kulturellen Akteur:innen der Stadt und der Region, die Prüfung der operativen Machbarkeit, die Erstellung eines verbindlichen Budgets und dessen Genehmigung durch die relevanten Instanzen.
Juryentscheid im Juni 2026
Mit der Eingabe des Dossiers per 31. Dezember 2025 wird die Bewerbung der Stadt verbindlich. Dann treten die Städte offiziell ins Rennen um den Titel «Kulturhauptstadt Schweiz 2030» ein. Im Frühjahr 2026 wird eine Delegation der Jury des nationalen Vereins KHS die Bewerberstädte besuchen. Den endgültigen Entscheid trifft die Jury im Juni 2026. Die Jury besteht aus elf Persönlichkeiten aus Kultur, Wirtschaft und Politik. (Die Zusammensetzung der Jury hier einsehen). Der Entscheid im Juni 2026 garantiert zudem den Wissenstransfer mit La Chaux-de-Fonds, der ersten Kulturhauptstadt Schweiz im Jahr 2027.
Ziele der Kulturhauptstadt Schweiz
Das von privater Seite lancierte Projekt Kulturhauptstadt Schweiz setzt sich als Ziel, die Kultur im weitesten Sinne zu fördern, die kulturelle Teilhabe zu stärken, eine Plattform für den Austausch auf kultureller Ebene zu ermöglichen, auch über die Stadt- und Kantonsgrenzen hinaus, und damit auch zum Zusammenhalt des Landes beizutragen. Das Projekt hat mittlerweile Eingang in die Kulturbotschaft 2025-2028 des Bundesrates erlangt und wird vom Bundesamt für Kultur (BAK) unterstützt. «Allein die Teilnahme am Wettbewerb erlaubt es den sechs beziehungsweise acht teilnehmenden Städten, eine neue Dynamik in Sachen Kultur und darüber hinaus auch auf wirtschaftlicher und sozialer Ebene zu entwickeln», zeigt sich Daniel Rossellat, Präsident des Vereins KHS und seinerseits auch Stadtpräsident von Nyon, überzeugt.
La Chaux-de-Fonds 2027: ein Pilotprojekt
La Chaux-de-Fonds wird im Jahr 2027 den Reigen der Kulturhauptstädte Schweiz eröffnen. Als Pilotprojekt und Prototyp durchlief La Chaux-de-Fonds kein Auswahlverfahren. Sie wird jedoch von den Mitgliedern der Jury und des Vereins KHS eng begleitet. Die zweifach ausgezeichnete UNESCO-Stadt ist u.a. bekannt für die einmalige Jugendstil-Architektur, die Bauten von Le Corbusier, ihr einzigartiges italienisches Barocktheater, ihren akustisch herausragenden Konzertsaal, ihr national bekanntes Kunstmuseum und für verschiedene alternative Kulturstätten. Die Auswirkungen des Titels «Kulturhauptstadt Schweiz» sind bereits heute spürbar. Die Stadt hat zahlreiche städtische Massnahmen zur Steigerung ihrer Attraktivität eingeleitet oder beschleunigt. Dazu zählt u.a. die Neugestaltung der «Anciens abbatoirs» (Alter Schlachthof), welche in ein Kulturzentrum umgebaut und zum zentralen Veranstaltungsort werden.
Quelle:
https://kulturhauptstadtschweiz.ch/detail/medienmitteilung-20250408
THUN BEWIRBT SICH ALS KULTURHAUPTSTADT 2030
Thun bewirbt sich als Kulturhauptstadt 2030. Ende März 2025 hat die Stadt ihre Absichtserklärung eingereicht, und sie will bis Ende Jahr eine offizielle Bewerbung einreichen.
«Ich freue mich sehr über den Entscheid des Gemeinderats. Die Bewerbung als Kulturhauptstadt ist eine einmalige Chance – für Thun und die ganze Region. Sie ermöglicht es uns, unsere kulturelle Vielfalt sichtbar zu machen. Davon profitiert nicht nur das kulturelle Leben, sondern auch der Tourismus und der Wirtschaftsstandort insgesamt. Thun hat eine ideale Grösse, um Orte kulturell zu bespielen, sowohl in der Innenstadt als auch ausserhalb des Zentrums und in Seenähe», sagt Gemeinderätin Katharina Ali-Oesch, Vorsteherin Direktion Bildung Sport Kultur
«In Thun finden pro Jahr rund 1’000 kulturelle Veranstaltungen statt, darunter sind kulturelle Highlights mit nationaler Ausstrahlung wie die Schweizer Künstlerbörse, Musik- und Lesefestivals und die Thuner Seespiele. Mit dem Schloss Thun zum Beispiel, dem Kunstmuseum Thun mit dem Thun-Panorama, dem Café Bar Mokka, dem KKThun oder dem Theater Alte Oele hat die Stadt zudem zahlreiche Orte, wo Kultur stattfindet. Der Entscheid, ob Thun Kulturhauptstadt 2030 wird, fällt im Juni 2026.», schreibt die Stadt Thun in ihrer heutigen Medienmitteilung.
Quelle:
https://www.thun.ch/medienmitteilungen/2411197
Auf ch-cultura.ch u.a. erschienen:
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Kommentare von Daniel Leutenegger