11. Juni 2026
ZUGER KUNSTGESELLSCHAFT: STREIT, LAUTE TÖNE UND ABWAHL
Im Rahmen der diesjährigen Generalversammlung der Kunstgesellschaft Zug (der Betreiberin des Kunsthauses Zug) kam es am Mittwoch, 10. Juni 2026, zum erwarteten Machtkampf. «Die Zuger Kunstgesellschaft zieht einen würdelosen Schlussstrich» schreibt dazu die «Luzerner Zeitung»; «Was bei der GV geschah, ist unfassbar» titelt «zentralplus.ch» und das SRF-Regionaljournal Zentralschweiz berichtet: «Die Generalversammlung der Kunstgesellschaft Zug geriet zum unrühmlichen Spektakel.»

Bild: Kunsthaus Zug bei Nacht – Foto: © Kunsthaus Zug, https://kunsthauszug.ch/de/about/kunsthaus-zug-2
Ganz unspektakulär liest sich dagegen die Medienmitteilung der Zuger Kunstgesellschaft vom heutigen Donnerstag:
«Am Mittwoch, 10. Juni 2026, versammelten sich die Mitglieder der Zuger Kunstgesellschaft zur Generalversammlung im Burgbachsaal in Zug. Die Wahlbeteiligten genehmigten sowohl die Jahresrechnung 2025 als auch das Budget 2026 mit grosser Mehrheit. Im Fokus der Versammlung stand die Wahl von Peter Frigo zum neuen Präsidenten der Zuger Kunstgesellschaft.
Mit der Wahl weiterer Vorstandsmitglieder aus dem Kunstbereich wurde der Vorstand gezielt um fachliche Kompetenz erweitert. Vor dem Hintergrund der in den vergangenen Monaten öffentlich geführten Diskussionen über die personelle Ausrichtung der Institution bot die Versammlung Raum für einen offenen Austausch. Tagespräsident Jost Windlin, Rechtsanwalt, leitete die Versammlung.»
Die Versammlung erteilte Adrian Beer, Petra Kalt, Carmen Keiser, Monika
Molnar, Guido E. Urbach sowie den Kontrollstellen die Décharge. Malte Frank und Silvia Graemiger wurde diese hingegen mit deutlicher Mehrheit nicht erteilt.
Wahl des Präsidiums
«Die Generalversammlung beschloss die Abwahl von Silvia Graemiger als Präsidentin und Mitglied des Vorstands. Anschliessend wurde Peter Frigo mit deutlicher Mehrheit zum neuen Präsidenten und Mitglied des Vorstands der Zuger Kunstgesellschaft gewählt. Er bringt langjährige Führungs- und Vorstandserfahrung aus Wirtschaft, Politik und dem gemeinnützigen Sektor mit. Zudem war er in internationalen Führungsfunktionen tätig und engagierte sich in verschiedenen Institutionen des Kantons Zug.», steht in der Medienmitteilung zu lesen.
Wahl Vorstandsmitglieder
Die Generalversammlung bestätigte die Wiederwahl von Monika Molnar für eine weitere Amtsperiode. Malte Frank hingegen wurde von der Versammlung nicht wiedergewählt.
Darüber hinaus wählten die Anwesenden die nachfolgend aufgeführten Personen als neue Vorstandsmitglieder für eine Amtsdauer von drei Jahren bis zur Generalversammlung 2029.
- Marcos Garcia Pedraza, Unternehmer und Innovationsberater
- Silvan Faessler, Kunsthistoriker und Kunsthändler
- Sandi Paucic, Kunsthistoriker und Kulturmanager
Zum Jahresbericht 2025:
https://kunsthauszug.file.core.windows.net/www/file/1f306bd7-0fd7-4ee9-86e8-73377742e3c3.pdf
Kontakt:
https://kunsthauszug.ch/de/about
Medienstimmen
Machtkampf um Kunsthaus Zug: Präsidentin muss Posten räumen
Die Generalversammlung der Kunstgesellschaft Zug geriet zum unrühmlichen Spektakel. Nun soll im Verein Ruhe einkehren.
Die Stimmung ist bereits vor der Generalversammlung der Kunstgesellschaft Zug, welche das Kunsthaus Zug betreibt, äusserst angespannt. Was sich dann aber zu Beginn der Versammlung abspielt, damit hat wohl niemand unter den Teilnehmenden gerechnet. Die Präsidentin der Kunstgesellschaft Zug, Silvia Graemiger, ergreift das Wort im Saal. Gleichzeitig fängt auch ein Vorstandsmitglied auf der Bühne an, zu reden. Beide sprechen minutenlang gleichzeitig zu den Anwesenden – kaum ein Wort ist zu verstehen.
Erste Zwischenrufe folgen aus dem Saal, man solle aufhören, das Ganze sei peinlich. Die Versammlung bestimmt nach einigen Diskussionen schliesslich, dass ein externer Jurist den Abend leiten soll. Ein turbulenter Auftakt also. Die Generalversammlung wurde bereits im Vorfeld mit Spannung erwartet. Der Vorstand der Kunstgesellschaft Zug war nämlich in zwei unversöhnliche Lager gespalten. Die Präsidentin und ein Mitstreiter standen den anderen fünf Vorstandsmitgliedern in unüberbrückbaren Differenzen gegenüber. Beide Seiten hatten je eine Einladung zur GV mit unterschiedlichen Traktanden verschickt.
Bei der Kunstgesellschaft Zug rumort es schon länger gewaltig. Im Jahr 2025 wurde der langjährige Direktor Matthias Haldemann freigestellt. Der Vorstand begründete dies damals mit Differenzen zwischen Direktion, Personal sowie den Gremien des Hauses. Der Präsident der Kunstgesellschaft stellte sein Amt zur Verfügung, Silvia Graemiger übernahm. Dieses Amt hat sie nun nach einem Jahr nicht mehr inne. Sie wurde an der denkwürdigen Generalversammlung von einer grossen Mehrheit abgewählt.
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Quelle:
Video:
Fernsehen SRF, «Schweiz aktuell» vom 11.06.2026
Kunsthaus Zug: Was bei der GV geschah, ist unfassbar
Die lang erwartete GV der Kunstgesellschaft Zug wurde zum Spektakel. Es kam zum wilden Machtkampf. Doch eine Seite unterlag deutlich.
Konstantin Kreibich
https://www.zentralplus.ch/kultur/kunsthaus-zug-was-bei-der-gv-geschah-ist-unfassbar-2877404 (Paywall)
GV Zuger Kunstgesellschaft: Verfeindete Lager tragen Streit öffentlich aus
«Wir sind nicht im Kindergarten» –
Die Zuger Kunstgesellschaft zieht einen würdelosen Schlussstrich
Schon vor Beginn war die Stimmung vergiftet: An der GV der Zuger Kunstgesellschaft kämpften die zwei verfeindeten Lager öffentlich um die Deutungshoheit – und schrieben ein unrühmliches Kapitel Vereinsgeschichte.
Andreas Faessler
https://www.luzernerzeitung.ch/zentralschweiz/zug/gv-zuger-kunstgesellschaft-verfeindete-lager-tragen-streit-oeffentlich-aus-ld.4183240 (Exklusiv für Abonnenten)
Auf ch-cultura.ch u.a. erschienen:
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Kommentare von Daniel Leutenegger