12. Juni 2026
«BRIGITTE LUSTENBERGER. A GAZE OF ONE’S OWN»
Ausstellung im Museum Franz Gertsch, Burgdorf, vom 13. Juni bis am 30. August 2028

Bild: © Brigitte Lustenberger, Between Mists of Memory, https://www.lufo.ch
Im Kabinett des Museum Franz Gertsch zeigt die Schweizer Künstlerin Brigitte Lustenberger (*1969) auf analogen und digitalen fotografischen Verfahren basierende Arbeiten im Zusammenspiel mit Installationen. Ihre aktuellen Werkgruppen thematisieren die Vergänglichkeit und Verletzlichkeit von Mensch und Natur.
In ihrer künstlerischen Praxis setzt sich Brigitte Lustenberger intensiv mit dem Medium der Fotografie auseinander – insbesondere mit dessen inhärenter Verbindung zu Themen wie Vergänglichkeit, Erinnerung und der Fragilität des Lebens.
Ein weiterer zentraler Aspekt ihres Schaffens ist der kritische Blick auf die Darstellung des weiblichen Körpers in der Fotografie und die damit verbundenen Fragen des Sehens und Gesehenwerdens («Gaze»).
Ihre Arbeit bewegt sich im Spannungsfeld von Handwerk, Kunst und Wissenschaft. Lustenberger verbindet in ihren Werken häufig analoge mit digitalen fotografischen Verfahren.
In der Ausstellung bringt Brigitte Lustenberger zwei Werkgruppen zusammen, die Vergänglichkeit und Verletzlichkeit thematisieren – «A Gaze of One’s Own» und «An Apparition of Memory». In «A Gaze of One’s Own» steht der weibliche Körper im Zentrum, dessen Darstellung und Sichtbarkeit sie aus einer persönlichen und zugleich kritisch reflektierenden Perspektive untersucht. Mit «An Apparition of Memory» entwickelte die Künstlerin ein experimentelles fotografisches Verfahren, bei dem verwelkte Blüten zu Trägern einer poetischen Bildsprache werden und sich in fragile Photogramme verwandeln. Beide Werkgruppen treten in einen vielschichtigen Dialog mit kunsthistorischen Bezügen über Wahrnehmung, Zeit und Erinnerung.
Lustenberger arbeitet mit eigenen fotografischen Prozessen, fragmentiert und dekonstruiert Bilder und setzt sie neu zusammen, um ihren eigenen Blick herauszufordern. Das Thema der Vergänglichkeit und des Alters fliesst auch in die Materialität ihre Arbeiten ein. Die Künstlerin zeigt Bilder an der Wand aber auch Installationen im Raum. Oft verbindet sie analoge und digitale Fotografie. So treffen alte Techniken auf neue – zwei Zeitalter des fotografischen Bildes begegnen sich. In ihrem Zusammenspiel entsteht, was die Arbeit Lustenbergers im Innersten prägt: der suchende, fragende fotografische Blick.
Brigitte Lustenberger wurde 1969 in Zürich geboren. Sie studierte von 1989 bis 1996 an der Universität Zürich und verfasste ihr Lizentiat über die Fotografien von Robert Capa und Gerda Taro aus dem Spanischen Bürgerkrieg. 2007 schloss sie ihren Master of Fine Arts (MFA) in Photography and Related Media an der Parsons The New School of Design in New York ab. Lustenberger ist eine mehrfach ausgezeichnete Künstlerin, ihre Arbeiten wurden national und international in Gruppen- und Einzelausstellungen gezeigt. Die Künstlerin war Gastdozentin an der Universität Basel sowie an der Hochschule der Künste Bern. Lustenberger lebt und arbeitet in Bern.
Die Ausstellung wurde kuratiert von Anna Wesle in Zusammenarbeit mit der Künstlerin.
Der Katalog zur Ausstellung erscheint bei Modo Press in Frankfurt am Main.
mfg
Kontakt:
https://www.museum-franzgertsch.ch/de/ausstellungen/brigittelustenberger
Auf ch-cultura.ch u.a. bereits erschienen:
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Kommentare von Daniel Leutenegger