26. Juni 2026
«CHALISÉE NAAMANI – OCTOGONE»
Ausstellung in der Kunst Halle Sankt Gallen, bis am 13. September 2026

Bild: Chalisée Naamani, Bunch of Flowers, 2025 – Photo: Kunst Halle Sankt Gallen, E. Sommer – Courtesy: Collezione E.Righi

Bild: Chalisée Naamani, «Octogone», Ausstellungsansicht, 2026 – Photo: Kunst Halle Sankt Gallen, E. Sommer – Courtesy: die Künstlerin und Ciaccia Levi, Paris/Turin
Die Kunst Halle Sankt Gallen zeigt mit «Octogone» die erste Einzelausstellung der französisch-iranischen Künstlerin Chalisée Naamani (*1995 in Paris) in der Schweiz. Durch Überlagerung und Collage von Stoffen, Bildern und Texten schafft Chalisée Naamani Objekte, die an Kleidungsstücke erinnern oder auf die Geschichte der Textilkunst verweisen, ohne aber je zum Tragen bestimmt zu sein: Als skulpturale vêtements-images («Bild-Kleider»), wie sie die Künstlerin selbst bezeichnet, werden die sorgfältig von Hand genähten und bestickten Arbeiten zur reinen Projektionsfläche. Naamanis Bezüge reichen von politischen Protestbewegungen, über persische und christliche Ikonografien bis hin zu Bildern aus der Popkultur oder privaten Familienarchiven.

Bild: Chalisée Naamani, L’Octogone, Detail, 2023 – Photo: Kunst Halle Sankt Gallen, E. Sommer – Courtesy: Collezione E.Righi
Über die Verbindung dieser heterogenen Quellen im textilen Medium thematisiert Naamani zum Einen die Zirkulation von Bildern und Symbolen in einer globalisierten Welt – durch Migration, soziale Medien und die Mechanismen der Modeindustrie. Zum Anderen wird Mode als politisches Feld verständlich, in dem Körper, Macht und kulturelle Bedeutung aufeinandertreffen, codiert und immer wieder aufs Neue verhandelt werden.
Der Ausstellungstitel «Octogone» verweist darüber hinaus auf das sogenannte Zurkhaneh. Als Ort des kulturellen Widerstands bildet dieser traditionelle iranische Trainingsraum mit achteckigem Ring den räumlichen und konzeptuellen Rahmen der Präsentation Naamanis, die aktuelle Skulpturen, Drucke und Textilarbeiten vereint.
Die Ausstellung «Octogone» von Chalisée Naamani ist eine Kooperation der Kunst Halle Sankt Gallen mit dem Palais de Tokyo, Paris und der Kunsthalle Wien, Wien.

Bild: Chalisée Naamani, Life is a carrousel (Pharell Williams), 2025 – Photo: Kunst Halle Sankt Gallen, E. Sommer – Courtesy: die Künstlerin und Ciaccia Levi, Paris / Turin
Biografie
Chalisée Naamani (*1995 in Paris) lebt und arbeitet in Paris. Einzelausstellungen (Auswahl): «Octogone», Kunsthalle Wien, Wien (2026); «Goodwill», Ciaccia Levi, Paris (2025); «Octogone», Palais de Tokyo, Paris (2025); «Week-ends éphémères», La Galerie – Centre d’art contemporain de Noisy-le-Sec, Noisy-le-Sec (2021). Performances und Gruppenausstellungen (Auswahl): «Wardrobe», Pavillon de l’Esprit Nouveau – Le Corbusier, Fondazione Furla, Artefiera Bologna (2026); «Cabane», Le Delta, Namur (2025); «Rayon Jouets», Hangar Y, Meudon / FR (2024); «After Laughter Comes Tears», MUDAM Luxembourg (2023); «Power Flower», Biennale de Nice, Nice (2022). Naamani wurde mit dem Pista 500 Preis der Pinacoteca Agnelli, Turin (2023) und dem Benoît Doche de Laquintane Preis (2021) ausgezeichnet.
khsg
Kontakt:
https://www.kunsthallesanktgallen.ch/de/exhibition/1122/ChaliseeNaamani

Bild: Chalisée Naamani, All the Women in Me, Detail, 2025 – Photo: Kunst Halle Sankt Gallen, E. Sommer – Courtesy: die Künstlerin und Ciaccia Levi, Paris / Turin.
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Kommentare von Daniel Leutenegger