«Im Rahmen der laufenden Transformation» plant Tamedia den Abbau von 34 Vollzeitstellen, wie das Unternehmen am Montag mitteilt. Betroffen seien 41 Mitarbeitende, davon 30 Vollzeitstellen in der Publizistik und 4 im Print-Desk. Betroffen sind die News-Redaktionen in Zürich, Bern, Basel sowie Lausanne und Genf. «Gleichzeitig richtet Tamedia ihre Redaktionen und zentrale redaktionelle Funktionen neu aus: mit klareren publizistischen Prioritäten, gebündelten Aufgaben, stärker automatisierten Prozessen sowie einem gezielten Einsatz von AI & Data», ist in der Medienmitteilung aus Zürich zu lesen. Die Gewerkschaft syndicom und der Berufsverband impressum kritisieren Tamedia scharf.

Foto: © Tamedia, https://www.tamedia.ch/ueber-uns
Tamedia schreibt: «Der Medienmarkt verändert sich fundamental. Die Nutzung von Medienangeboten und die Erwartungen der Leserschaften wandeln sich, während der Werbemarkt stark rückläufig ist und Schweizer Werbegelder zunehmend zu globalen Plattformen fliessen. Tamedia erneuert sich deshalb laufend, um ihre publizistische Stärke zu erhalten und die grösste private Redaktion der Schweiz in die Zukunft zu führen. Qualitätsjournalismus, starke Marken und relevante Premium-Produkte in Print und Digital bleiben dabei der Kern unseres Angebots.»
In den vergangenen Jahren habe das Unternehmen deshalb stark in den Aufbau neuer Kompetenzen durch Aus- und Weiterbildung, digitalisierte Prozesse und innovative Technologien investiert. Auf diesem Fundament ordne Tamedia die Arbeit jetzt neu: «Ressourcen können gezielter dort eingesetzt werden, wo sie für die zahlende Leserschaft den grössten Wert schaffen. Aufgaben werden gebündelt, Administration reduziert, Prozesse vereinfacht und automatisiert.»
Von den 41 betroffenen Mitarbeitenden entfallen 28 (75 Prozent) auf die Redaktionen der Deutschschweiz und 9 (25 Prozent) auf die der Westschweiz, 4 Mitarbeitende gehören dem Print-Desk an.
Die von einem Stellenverlust betroffenen Mitarbeitenden sollen bis Ende Oktober 2026 in persönlichen Gesprächen informiert werden, vorbehältlich der Ergebnisse des Konsultationsverfahrens in der Westschweiz. Für die Betroffenen komme ein Sozialplan mit begleitenden Massnahmen – wie beispielsweise Weiterentwicklung oder Möglichkeiten der Frühpensionierung – zur Anwendung. Die Personalvertretungen und die Sozialpartner seien vorgängig informiert und in den weiteren Prozess einbezogen worden.
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Stellungnahmen
impressum prangert einen Mangel an Weitsicht seitens der TX Group an, der das journalistische Know-how in der Schweiz gefährdet
Das von impressum im Jahr 2024 mit Tamedia ausgehandelte Entlassungsmoratorium ist am 30. September 2026 abgelaufen. Heute kündigt die TX Group drastische Einschnitte in ihrem Personalbestand an, indem sie 41 Stellen streicht, darunter 30 Vollzeitstellen in den Redaktionen. Die Beschäftigten wurden heute um 13 Uhr über diesen Beschluss informiert. impressum lehnt diese Umstrukturierung ab und mobilisiert vor Ort, um seinen Mitgliedern zur Seite zu stehen und das betroffene Personal zu unterstützen.
https://www.impressum.ch/details/tamedia-kuendigt-41-entlassungen-an
Erneut massiver Stellenabbau bei Tamedia: syndicom kritisiert die Ankündigung entschieden
Die Gewerkschaft syndicom kritisiert die heute von Tamedia angekündigte Reorganisation mit Entlassung von 41 Arbeitnehmenden scharf. syndicom fordert einen Abbaustopp, eine echte Konsultation der Mitarbeitenden und ihrer Verbände sowie einen guten Sozialplan.
Stephanie Vonarburg, Vizepräsidentin von syndicom, sagt: «Tamedia muss diesen Entscheid überdenken. Nachdem das Deutschschweizer Personal seit Monaten in nichtssagenden Personalinfos hingehalten wurde, kommt nun Mitten in den Herbstferien dieser Abbauhammer. Wir verlangen einen Marschhalt und nach den Herbstferien die Eröffnung eines Konsultationsverfahrens, auch in der Deutschschweiz.» Und weiter sagt sie: «Das Ganze wirkt wie ein Umgehungsversuch der Vorschriften bei Massenentlassungen. Tamedia muss mit den Mitarbeitenden und Sozialpartnern nach Alternativen zu Entlassungen suchen.»
https://syndicom.ch/medienmitteilung/erneut-massiver-stellenabbau-bei-tamedia/
Am 23. September 2026 bereits erschienen:
14 von 74 Stellen betroffen: syndicom und impressum verlangen Marschhalt bei Ringier
Die Gewerkschaft syndicom und der Berufsverband impressum kritisieren den von Ringier Medien Schweiz angekündigten Stellenabbau in der Romandie. Gemeinsam fordern sie eine echte Konsultation der Mitarbeitenden und ihrer Verbände sowie einen guten Sozialplan.
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Kommentare von Daniel Leutenegger