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6. Dezember 2025

«ALICE BAILLY – PIONIERIN DER MODERNE»

Ausstellung im Kunsthaus Zürich, bis am 15. Februar 2026

Alice Bailly, Femme au miroir ou Femme à la toilette (Ludmilla Botkine), 1918Öl auf Leinwand, 50 x 61 cmKunsthaus Zürich, Sammlung Dr. H. E. Mayenfisch, 1929

Bild: Alice Bailly, Femme au miroir ou Femme à la toilette (Ludmilla Botkine), 1918, Öl auf Leinwand, 50 x 61 cm, Kunsthaus Zürich, Sammlung Dr. H. E. Mayenfisch, 1929

Alice Bailly, Jeu d‘éventail ou Femme à l‘éventail. Portrait de Louisa Bally, soeur de l‘artiste, 1913Öl auf Leinwand, 92 x 73 cmMusée cantonal des Beaux-Arts de Lausanne. Acquisition, 1997. Foto: Musée cantonal des Beaux-Arts de Lausanne

Bild: Alice Bailly, Jeu d‘éventail ou Femme à l‘éventail. Portrait de Louisa Bally, soeur de l‘artiste, 1913, Öl auf Leinwand, 92 x 73 cm, Musée cantonal des Beaux-Arts de Lausanne. Acquisition, 1997 – Foto: Musée cantonal des Beaux-Arts de Lausanne

Derzeit widmet das Kunsthaus Zürich zwei seiner Ausstellungsräume der Genfer Künstlerin Alice Bailly (1872–1938). Im Mittelpunkt stehen ihre innovativen Wollbilder, die heute als Meilenstein der Schweizer Moderne gelten. Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Musée cantonal des Beaux-Arts in Lausanne (MCBA).

Gezeigt werden im Herzen der Sammlung im Moser-Bau 22 Werke, darunter Ölgemälde, Arbeiten auf Papier und insbesondere die «tableaux-laine» – Alice Baillys legendäre Wollbilder. Baillys Werk bewegt sich zwischen Abstraktion und einer gegenständlichen Darstellung, inspiriert von futuristischen und kubistischen Einflüssen. Ihre Bilder zeigen Figuren, Gegenstände und Szenen, die unterschiedlich stark abstrahiert sind.

1926 wurde Bailly an der Biennale von Venedig ausgezeichnet und 1936 wurde sie mit der Ausmalung des Foyers im Stadttheater Lausanne betraut.

Alice Bailly, Printemps rose, 1917Wool picture. Wool on canvas, 65 x 82 cmMusée cantonal des Beaux-Arts de Lausanne. Acquisition, 2001. Photo: Musée cantonal des Beaux-Arts de Lausanne

Bild: Alice Bailly, Printemps rose, 1917, Wool picture. Wool on canvas, 65 x 82 cm, Musée cantonal des Beaux-Arts de Lausanne, Acquisition, 2001 – Foto: Musée cantonal des Beaux-Arts de Lausanne

Die Wollbilder

Baillys Wollbilder gelten heute als wegweisend – zu ihren Lebzeiten wurden sie noch als kunsthandwerkliche Experimente abgetan und fanden entsprechend wenig Anklang beim Publikum. Bailly selbst war stets von der Relevanz ihrer Wollbilder überzeugt, sie hielt sie für der Ölmalerei ebenbürtig. Die taktile Qualität der Wolle verleiht den Werken eine einzigartige Oberfläche und Wirkung – Figuren und Landschaften wirken haptisch und zugleich abstrahiert, ein einzigartiger Beitrag zur Entwicklung moderner Bildsprache in der Schweiz.

Ballys künstlerische Inspirationen

Baillys künstlerische Sprache entwickelte sich im Austausch mit der Avantgarde in der Schweiz und in Frankreich. In Paris, wo sie 1906 hinzog, kam sie früh mit dem Fauvismus in Berührung, der ihre Farbgebung nachhaltig prägte. Auch der Futurismus hinterliess Spuren in ihren Werken, indem Bailly Bewegung auf der Leinwand festhielt und sichtbar machte.

Bald konnte Bailly ihre ersten Erfolge in den Pariser Salons des Indépendants und d’Automne verbuchen, und hatte 1913 ihre erste Einzelausstellung im Musée Rath in Genf. Nach dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs kehrte sie nach Genf zurück, wo sie sich mit der Dada-Bewegung auseinandersetzte und wo auch ihre Wollbilder entstanden.

Alice Bailly, Rade de Genève ou Vol de mouettes, 1915Öl auf Papier, aufgezogen auf Leinwand, 60,5 x 80,3 cmMusée cantonal des Beaux-Arts de Lausanne. Acquisition, 1988. Foto: Musée cantonal des Beaux-Arts de Lausanne

Image: Alice Bailly, Rade de Genève ou Vol de mouettes, 1915, Öl auf Papier, aufgezogen auf Leinwand, 60,5 x 80,3 cm, Musée cantonal des Beaux-Arts de Lausanne. Acquisition, 1988 – Foto: Musée cantonal des Beaux-Arts de Lausanne

Biografie

Alice Bailly (1872–1938) wurde in Genf geboren. Sie besuchte die École des demoiselles, die «Töchterschule» der Genfer École des Beaux-Art, und verbrachte künstlerisch prägende Aufenthalte im Wallis, in Paris und in der Bretagne. In Paris begegnete sie Künstlerinnen und Künstlern wie Cuno Amiet, Sonia Delaunay, Raoul Dufy oder Marie Laurencin und sie erhielt dreimal ein eidgenössisches Kunststipendium. 1907 entdeckt sie die Bretagne; die Begegnung mit Landschaft und Licht inspiriert sie zu den «Scènes bretonnes». Sie zog über die Jahre zwischen Paris und Genf hin und her, bevor sie sich 1923 in Lausanne niederliess, wo sie bis zu ihrem Tod 1938 lebte.

Bereits zu Lebzeiten wurden Baillys Werke mehrfach im Kunsthaus Zürich ausgestellt. Bailly war nicht nur in ihrem Schaffen wegweisend – sie galt zudem als eine der modernsten Künstlerinnen ihrer Zeit, lehnte geschlechtsspezifische Abgrenzung ab und setzte sich über Rollenbilder hinweg.

Kuratiert haben die Ausstellung Philippe Büttner und Maja Wismer. Die Ausstellung ist eine Kooperation mit dem Musée cantonal des Beaux-Arts in Lausanne (MCBA). Während das Kunsthaus Baillys Werke zeigt, sind bedeutende Werke von Félix Vallotton aus der Kunsthaus-Sammlung für die Ausstellung «Vallotton Forever. Die Retrospektive» zum 100. Todestags des Künstlers nach Lausanne gereist.

khz

Kontakt:

https://www.kunsthaus.ch/besuch-planen/ausstellungen/alice-bailly/

Alice Bailly, Tireurs d‘arc, 1911Öl auf Leinwand (Jute), 147,5 x 185,5 cmMusée cantonal des Beaux-Arts de Lausanne. Acquisition, 2002. Foto: Musée cantonal des Beaux-Arts de Lausanne

Image: Alice Bailly, Tireurs d‘arc, 1911, Öl auf Leinwand (Jute), 147,5 x 185,5 cm, Musée cantonal des Beaux-Arts de Lausanne. Acquisition, 2002 – Foto: Musée cantonal des Beaux-Arts de Lausanne

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  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 6. Dezember 2025
  • Bildende Kunst, Fotografie, Grafik, Architektur, Design, Museum, Ausstellung, Galerie

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