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15. Juni 2011

Neue Karten für die Daten-Welt

«GDI Impuls» zum Boom des Informationsdesigns

MIT-Professor Deb Roy, dessen Projekt «Human Speechome» 230’000 Stunden Video- und Audio-Dateien speichert, erklärt die Herausforderung des Datenozeans: «Es ist, als würden wir das Teleskop oder das Mikroskop noch einmal neu erfinden.» Foto: MIT

 

«Orientierung à la carte» bietet das Wissensmagazin «GDI Impuls» in seiner aktuellen Ausgabe. Die alles überschwemmenden Datenfluten verursachen einen Boom des Informationsdesigns. Hierdurch entstehen völlig neue Formen, um komplexe Informationen darzustellen – und eine radikale Individualisierung der Orientierung.

So wie zu Kolumbus‘ Zeiten der Ozean stellt heute ein Datenmeer neue Anforderungen an Navigation und Orientierung. Allein Google verarbeitet pro Jahr zehn Exabyte Daten – eine 1 mit 19 Nullen.

MIT-Professor Deb Roy, dessen Projekt «Human Speechome» 230’000 Stunden Video- und Audio-Dateien speichert, erklärt die Herausforderung des Datenozeans: «Es ist, als würden wir das Teleskop oder das Mikroskop noch einmal neu erfinden.»

Doch während die Orientierung am Beginn der Neuzeit durch grosse Abstraktion erreicht wurde, durch Land-, See- und Weltkarten, steht heute das kleine Konkrete im Zentrum, zum Beispiel das Luftbild des eigenen Hauses bei Google Earth, dessen Start 2005 die Mapping-Ära einläutete.

In Kombination mit App-ing (seit dem iPhone-Start 2007) nimmt damit jeder Nutzer seine ganz persönliche Realität wahr. Die allgemeingültige Sicht auf die Welt, wie sie uns erst die Religion und dann die Wissenschaft vorgegeben hatte, wird dagegen verblassen.

Im Ergebnis, so «GDI Impuls»-Chefredaktor Detlef Gürtler, dreht die Menschheit damit die kopernikanische Wende zurück: «Wir stellen den Menschen wieder in den Mittelpunkt des Universums. Sieben Milliarden Welten mit sieben Milliarden Mittelpunkten.»

Das «Home Smartphone» beschreiben die Schweizer Sozialforscher Gordon Nemitz und Christian Rieder. Sie haben Heavy User von Smartphones auf ihr Nutzungsverhalten bei Arbeit, Freizeit, Shopping und Transit untersucht. Eine ihrer Schlussfolgerungen: «Was das klassische Schweizer Sackmesser für den Umgang mit Materiellem ist, sind Smartphones für den Umgang mit Immateriellem.»

gdi

Zusammenfassungen:

http://www.gdi.ch/de/gdi-impuls-2-2011-summaries

«GDI Impuls» ist zu beziehen über das GDI Gottlieb Duttweiler Institute.

Kontakt:

daniela.faessler@gdi.ch

Telefon +41 44 724 61 11

http://www.gdi.ch/

 

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 15. Juni 2011
  • Druck, Verlag, Printprodukte, Medienhäuser

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