4. Oktober 2025
ZFF: «GOLDENE AUGEN» FÜR FILME AUS DER SLOWAKEI UND DER SCHWEIZ
Heute Samstagabend wurden im Zürcher Opernhaus die Hauptpreise der Wettbewerbe des 21. Zurich Film Festivals verliehen. Die «Goldenen Augen» gehen an «FATHER» von Tereza Nvotová im Spielfilm-Wettbewerb und an «I LOVE YOU, I LEAVE YOU» des Zürchers Moris Freiburghaus im Dokumentarfilm-Wettbewerb. Damit geht das «Goldene Auge» im Dokumentarfilm-Wettbewerb zum ersten Mal an einen Schweizer. Der Film von Freiburghaus erhielt auch den Publikumspreis.

Bild: © Outside the Box, https://www.outside-thebox.ch/de/iloveyouileaveyou/
Das Zurich Film Festival bietet aufstrebenden Filmschaffenden jedes Jahr eine Plattform, um ihre Werke einem internationalen Publikum zu präsentieren. Für die beiden Wettbewerbskategorien (Dokumentarfilm und Spielfilm) zugelassen sind jeweils erste, zweite oder dritte Regiearbeiten. Alle Wettbewerbsbeiträge werden als Welt-, Europa- oder Schweizerpremieren gezeigt. Neben diesen beiden Hauptsektionen werden weitere Preise vergeben, darunter der Preis der ZFF-Kinderjury sowie der Publikumspreis (Audience Award).
Spielfilm-Wettbewerb – «FATHER» von Tereza Nvotová
In dieser Kategorie traten 14 Erst-, Zweit- und Drittwerke von Regisseurinnen und Regisseuren aus aller Welt an. Am 21. ZFF gewann «FATHER» von Tereza Nvotová das «Goldene Auge».
Begründung der Jury:
«Dieser Film erzählt die Geschichte einer gewöhnlichen Familie, die mit aussergewöhnlichen Umständen konfrontiert ist. Die Hauptfigur ist weder ein Bösewicht noch ein Held, sondern ein Mensch mit Fehlern, der in einen einzigen, verheerenden Fehler verwickelt ist. Der Film zeigt, wie dieser Fehler das zerstören kann, was wir am meisten lieben, und doch geht es im Kern um Mitgefühl, Hoffnung und die Widerstandsfähigkeit des menschlichen Geistes. Wir waren tief bewegt von der Kunstfertigkeit und Menschlichkeit dieses Films».
Besondere Erwähnung 1 der Jury:
«Wir waren begeistert von ‹DES PREUVES D’AMOUR› (LOVE LETTERS) von Alice Douard wegen seines brillant komponierten Drehbuchs, der intuitiven und treffenden Regie, der grossartigen schauspielerischen Leistungen und der zeitgemässen Betrachtung dessen, was es bedeutet, sich darauf vorzubereiten, ein Kind in diese Welt zu setzen».
Besondere Erwähnung 2 der Jury:
«‹LEFT-HANDED GIRL› von Shih-Ching Tsou ist ein leuchtendes Juwel – schmerzhaft, süss und humorvoll zugleich. Mit seiner sorgfältig ausgearbeiteten Kameraführung, dem Schnittrhythmus und der anmutigen Darstellung aller grossen und kleinen Darsteller erzählt es eine überzeugende Geschichte, die traditionelle Familienwerte in Frage stellt und die Frage aufwirft, wie man seinen ganz eigenen Platz in dieser Welt findet».
Jury:
Reinaldo Marcus Green (Jurypräsident) / Autor, Regisseur und Produzent / USA
Leonie Benesch / Schauspielerin / Deutschland
Carlo Cresto-Dina / Produzent / Italien
Ali Asgari / Drehbuchautor, Regisseur und Produzent / Iran
Nicole Reinhard / Filmkuratorin und Kinobetreiberin / Schweiz
Dokumentarfilm-Wettbewerb – «I LOVE YOU, I LEAVE YOU» von Moris
Freiburghaus
Im Dokumentarfilm-Wettbewerb traten 14 Erst-, Zweit- und Drittwerke um das «Goldene Auge» an. Dieses Jahr gewann «I LOVE YOU, I LEAVE YOU» von Moris Freiburghaus.
Begründung der Jury:
«Wir liebten alle drei Filme, aber als es um unseren Gewinnerfilm ging, waren wir uns einig: Wir hatten noch nie etwas Vergleichbares gesehen. Moris Freiburghaus’ mutiges Regiedebüt, in dem er das Jahr über den Kampf seines besten Freundes mit manischen Episoden dokumentiert, bietet uns einen unverblümten Blick auf psychische Erkrankungen und die unerschütterlichen Bindungen von Freundschaft und Familie. Für seinen wunderschön inszenierten und filmisch einfallsreichen Stil ist es für uns eine grosse Ehre, den ‹Golden Eye Award› für den besten Dokumentarfilm – zum ersten Mal in der Geschichte des Festivals – an einen Schweizer Film zu überreichen … ‹I LOVE YOU, I LEAVE YOU›.
Besondere Erwähnung 1 der Jury:
«Der wunderschön in einem isländischen Pflegeheim gedrehte Film ‹THE GROUND BENEATH OUR FEET› von Yrsa Roca Fannberg fängt Szenen des Lebens ein, das sanft in den Tod übergeht. Für seine einfühlsame Kameraführung, seine geduldige Schnitttechnik und seine ruhige und kraftvolle Darstellung der Schönheit, die am Ende des Lebens zu finden ist, freut sich die Jury, ‹THE GROUND BENEATH OUR FEET› eine besondere Erwähnung zu geben.»
Besondere Erwähnung 2 der Jury:
«Die Jury schätzte die verspielte Ausgelassenheit, die schmerzhafte Ehrlichkeit und die opernhafte Dimension eines Films, der untersucht, wie sich der Tod eines Elternteils auf das Leben der Hinterbliebenen auswirkt. Der Film wurde von einem Regisseur geprägt ist, der tief in der filmischen Tradition verwurzelt ist. Die Jury freut sich, Namir Abdel Messeehs ‹LA
VIE APRÈS SIHAM› eine besondere Erwähnung zu verleihen.»
Jury:
Matthew Heineman (Jurypräsident) / Dokumentarfilmer, Regisseur und Produzent / USA
Odessa Rae / Produzentin / USA
David Osit / Regisseur, Filmeditor und Komponist / USA
Katharina Bhend / Filmeditorin / Schweiz
Helle Faber / Produzentin / Dänemark
Ausserdem prämiert wurden am 21. Zurich Film Festival:
ZFF Critics’ Jury Award – «MEMORY OF PRINCESS MUMBI» von Damien
Hauser wurde mit dem Kritikerpreis prämiert, der von der Jury für den besten Schweizer Film im Programm (ohne Galapremieren) vergeben wurde.
ZFF für Kinder Jurypreis – «DER PRANK» von Benjamin Heisenberg
ZFF für Kinder Publikumspreis – «DER PRANK» von Benjamin Heisenberg
Publikumspreis (Audience Award) – «I LOVE YOU, I LEAVE YOU» von Moris Freiburghaus
Filmpreis der Zürcher Kirchen – «LA VIE APRÈS SIHAM» von Namir Abdel Messeeh
Beste internationale Filmmusik – Mikal Grigorowitsch
Diese Ehrenpreise wurden am 21. ZFF vergeben:
Golden Eye Award – Dakota Johnson
Golden Eye Award – Benedict Cumberbatch
Golden Eye Award – Claire Foy
Lifetime Achievement Award – Russell Crowe
Golden Icon Award – Colin Farrell
Golden Eye Award – Wagner Moura
A Tribute To … Award – Noah Baumbach
Career Achievement Award – Anne Walser
Career Achievement Award – Hildur Guðnadóttir
Game Changer Award – Tom Quinn
Quelle / Mehr / Kontakt:
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Kommentare von Daniel Leutenegger