Die Drehbuchsammlung der Zentralbibliothek Zürich erzählt von 130 Jahren Schweizer Filmgeschichte. Als Schauplatz und Produktionsort spielt Zürich darin von Anfang an eine Hauptrolle. Die Filmjournalistin Irene Genhart hat dazu einen empfehlenswerten Beitrag verfasst und reich bebildert, der auf der Webseite der Zentralbibliothek Zürich (ZB) frei zugänglich zu finden ist.

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Bild: «Jä soo!»: Die Zentralbibliothek Zürich sammelt seit 2004 Schweizer Drehbücher. Das älteste im Bestand ist dasjenige zu «Jä soo!» von Walter Lesch aus dem Jahr 1935. Thematisiert wird im Film der Kontrast zwischen Grossstadt- und Landleben. (Bild: © Praesens-Film / SRF / Stadtarchiv Zürich)

Bild: «Café Odeon»: Beim Erscheinen ein Flop, heute ein Klassiker. Im Versuch, sich vom kleinbürgerlichen Milieu seiner früheren Filme zu lösen, lässt Kurt Früh das Melodrama seiner vom Dorf in die Stadt geflohenen Heldin in Zürichs titelgebendem Literatencafé spielen. (Bild: © Praesens-Film / SRF / Stadtarchiv Zürich)
Frühe Filmbilder aus Zürich und die ersten Drehbücher
Die ersten Filmaufnahmen aus Zürich datieren von 1898. Es sind dokumentarische Aufnahmen, entstanden anlässlich der Eröffnung des Landesmuseums. Aufgenommen wurden sie vom Schweizer Filmpionier François-Henri Lavanchy-Clarke. Filmisch festgehalten hat man damals, was als erinnerungswürdig galt: Besondere Ereignisse und Feste, in Zürich vor allem das Sechseläuten und Bestattungen berühmter Persönlichkeiten.
In Frankreich indes entdeckt Georges Méliès bereits 1896 die Magie des fiktiven filmischen Erzählens. Seine Filme erzählen erfundene Geschichten und sind alle inszeniert. Die weltweit frühesten Drehbücher entstehen um 1904. Ihre formale Gestaltung orientiert sich an derjenigen von Dramentexten. Diese formale Verwandtschaft ist auch bei heutigen Drehbüchern noch ersichtlich.
Unter den ersten, die sich in Zürich an Drehbücher wagen, sind Richard Schweizer, Kurt Früh, Franz Schnyder und Walter Lesch. Das derzeit älteste Drehbuch in der ZB Zürich hat Lesch 1935 als Vorlage für «Jä soo!» verfasst. Produziert wurde der Film von der Zürcher Praesens-Film AG, Regie führte Exilregisseur Leopold Lindtberg.
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Bild: «Züri brännt». Der vom Videoladen realisierte Dokumentarfilm zeugt unmittelbar von den 1980er-Jugendunruhen in Zürich. Er wurde 1981 an der Berlinale aufgeführt und gilt heute als Kultfilm. Ein Drehbuch dazu gibt es in der ZB nicht. Aber Literatur, die sich damit auseinandersetzt. (Bild: C. Schmid / ZB Zürich)

Bild: «Traumland» (2012) von Petra Volpe, «Anna Göldin – Letzte Hexe» (1988) von Gertrud Pinkus, «Das Fräulein» (2005) von Andrea Štaka. (Bild: C. Schmid / Traumland: © Zodiac Pictures Ltd.; Göldin: © Gertrud Pinkus; Fräulein: © Andrea Štaka / ZB Zürich)

Bild: In der Zentralbibliothek findet sich auch Literatur über Schweizer Filmemacherinnen und – sofern erhältlich – DVDs ihrer Filme. Tipp für die DVD-Suche im Katalog: Den Titel und / oder den Regisseur bzw. die Regisseurin zusammen mit «DVD Vid» eingeben. (Bild: C. Schmid / ZB Zürich)

Bild: In «Zürcher Tagebuch» lädt Stefan Haupt ein, die Geschichte der Stadt Zürich über die Veränderungen zu entdecken, die sich in den Verlauf der Zeit einschreiben – ausgehend von seiner eigenen Biografie. (Bild: C. Schmid / © Fontana Film GmbH / ZB Zürich)

Bild: «Norma Dorma» entstand zwischen 2020 und 2025. Gedreht wurde in vier Etappen, zwischen denen Lorenz Suter mit seinem Team das Drehbuch laufend weiterentwickelte. Für die Zentralbibliothek hat er die verschiedenen Teile in einem Dokument zusammengeführt. (Bild: C. Schmid / © Lorenz Suter / ZB Zürich)
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Kommentare von Daniel Leutenegger