17. September 2025
AARAUER STADTRAT IST ES ERNST MIT DER BEWERBUNG ALS «KULTURHAUPTSTADT SCHWEIZ 2030»
Der Stadtrat von Aarau hat beim Einwohnerrat beantragt, einen Verpflichtungskredit von 2.5 Millionen Franken zu sprechen, um so «den Weg für die Bewerbung im Dezember 2025 zu ebnen», wie es im Antrag vom 15. September heisst. Der Stadtrat schreibt: «Die Stadt Aarau hat sehr gute Voraussetzungen, im Jahr 2030 Kulturhauptstadt der Schweiz zu werden. Der Titel rückt Aarau national in den Fokus und wirkt zugleich nach innen: Die Bevölkerung wird aktiv einbezogen, trägt zum Gelingen des Hauptstadtjahres bei und entdeckt ihre Stadt neu. (…) Der Stadtrat stellt dem Einwohnerrat wie folgt Antrag: «Der Einwohnerrat bewilligt den Verpflichtungskredit Kulturhauptstadt Schweiz 2030 in der Höhe von CHF 2’500’000.-». Das Gesamtbudget für das Kulturhauptstadt-Projekt wird derzeit auf rund 9.8 Millionen Franken geschätzt. Bis Ende 2025 – und damit rechtzeitig zur Bewerbung – werde ein Minimal- und Maximalbudget auf Basis der geplanten Projekte erarbeitet und mit einer detaillierten Finanzierungsplanung hinterlegt, so der Stadtrat.

Bild: Ehemalige Handwerkerhäuser Igelweid 2-8 aus der Mitte des 16. Jahrhunderts in Aarau – Foto: Martin Thurnherr 2025, https://meta.wikimedia.org/wiki/User:Matutinho – Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/legalcode – Datei: https://commons.wikimedia.org/w/index.php?title=File%3ABuildings_Igelweid_2-8_in_Aarau_01.jpg
Ziel
Der Aarauer Stadtrat und die Projektleitung halten die Stadt Aarau für «würdig, den Titel Kulturhauptstadt 2030 zu erhalten». Da der Titel erst zum zweiten Mal vergeben wird, biete sich die einmalige Chance, nationale Aufmerksamkeit auf die Stadt zu lenken. Mit einem attraktiven Veranstaltungsprogramm sollen im Kulturhauptstadtjahr 2030 nicht nur die Aarauerinnen und Aarauer ihre Kultur neu erleben, sondern auch zahlreiche Besuchende aus der ganzen Schweiz nach Aarau kommen. Das Jahr 2030 ist zudem aus kultureller Sicht ein aussergewöhnlich reiches Jahr für Aarau:
- Abschluss des Projekts «Neue Stadtgeschichte» mit vielfältiger Sichtbarmachung des lokalen Kulturerbes
- Evaluation der ersten Kulturstrategie und Aufgleisung der Folgestrategie
- Erneuerung der Dauerausstellung im Naturama
- neue historische Uniformen der Stadtmusik
- Jubiläen der Kulturhäuser: Alte Reithalle 10 Jahre, Stadtmuseum 15 Jahre, neues KIFF 3 Jahre, Aargauer Kunsthaus 125 Jahre
- Stadtbibliothek als Open Library mit geplanter räumlicher Erweiterung
Geplantes Programm 2030
Das Kulturhauptstadtjahr soll von 365 Tagen Kultur mit den bestehenden Veranstaltungshäusern und Kulturveranstaltenden, ergänzt durch thematische Highlights und Gratiseintritt in die Ausstellungshäuser geprägt werden.
Vorgehen
Neben dem Businessplan zur Bewerbung werden derzeit die Bewerbungsunterlagen erarbeitet. Dazu gehören insbesondere ein Budget sowie eine Finanzierungsplanung. Parallel dazu finden erste Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern aus Kultur, Gesellschaft und Gewerbe statt, um ein tragfähiges Netzwerk für das weitere Vorgehen aufzubauen. Zudem wurden Kontakte zum Kanton und zu möglichen grösseren Geldgebern aufgenommen. Die Aarauer Bevölkerung wurde im Rahmen des Stadtmonitorings zu ihrer Haltung zur Bewerbung als Kulturhauptstadt befragt. Die Berichterstattung dazu wird in den nächsten Monaten erwartet. «Die vorläufigen Ergebnisse zeigen eine deutliche Unterstützung für eine Kulturhauptstadt Aarau», schreibt der Stadtrat.
Organisation
Die aktuelle Projektleitung besteht aus der Stadträtin Suzanne Marclay-Merz, der Abteilungsleiterin Kultur Melanie Morgenegg, der Mitarbeiterin für Kulturförderung Antoinette Gloor sowie der Geschäftsführerin Aarau Standortförderung Danièle Turkier.
Nach einer Zusprechung des Titels werde die Verantwortung auf den Verein Aarau Kulturhauptstadt 2030 übertragen. Dieser sei für Planung, Organisation und Umsetzung des Kulturhauptstadtjahres zuständig und könne ein Produktionsbüro einsetzen. Der Trägerverein werde bereits im Herbst 2025 gegründet. Im Vereinsvorstand sollen Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Aarau sowie des Kantons Aargau Einsitz nehmen. Der Vorstand werde durch ein Soundingboard aus Kultur, Wirtschaft, Gesellschaft und Tourismus begleitet. Dieses Gremium diene sowohl dem Aufbau eines tragfähigen Netzwerks für Kooperationen wie auch der finanziellen Absicherung des Projekts. Die übergreifende Zusammenarbeit in einem solchen Soundingboard werde als zukunftsweisend und sinnstiftend eingeschätzt, steht im Antrag zu lesen. Eine Begleitgruppe soll die Organisation ergänzen. Zusätzlich sei ein prominentes Patronat im Aufbau. Die Stadt Aarau schliesse mit dem Verein einen Leistungsvertrag ab, in dem die Aufgaben zur Vorbereitung, Organisation und Durchführung des Kulturhauptstadtjahres festgehalten werden.
Finanzierung
Im Investitionsplan 2026 – 2031ff sind CHF 2.5 Mio. eingestellt, die seitens der Einwohnergemeinde für die Organisation und Durchführung des Kulturhauptstadtjahres 2030 vorgesehen sind. Das Gesamtbudget wird derzeit auf rund CHF 9.8 Mio. geschätzt. Bis Ende 2025 – und damit rechtzeitig zur Bewerbung – wird ein Minimal- und Maximalbudget auf Basis der geplanten Projekte erarbeitet und mit einer detaillierten Finanzierungsplanung hinterlegt
Die Finanzierung stützt sich auf verschiedene Beiträge. Neben dem städtischen Beitrag werden Beiträgen von weiteren öffentlichen Institutionen (z.B. Swisslos Fond) sowie von Privaten, Sponsoren, Stiftungen und Gönner:innen erhofft. Der Verein Kulturhauptstadt Schweiz bringe seinerseits ebenfalls Mittel ein, darunter Bundesbeiträge und Beiträge von Grosssponsoren, die sich für mehrere Ausgaben der Kulturhauptstadt verpflichtet haben. Zudem werden Medienpartnerschaften, unter anderem mit der SRG/RTS, eingebracht.
Zusammenfassung und Antrag
Abschliessend heisst es im Antrag: «Die Stadt Aarau hat sehr gute Voraussetzungen, im Jahr 2030 Kulturhauptstadt der Schweiz zu werden. Der Titel rückt Aarau national in den Fokus und wirkt zugleich nach innen: Die Bevölkerung wird aktiv einbezogen, trägt zum Gelingen des Hauptstadtjahres bei und entdeckt ihre Stadt neu.
Um den Weg für die Bewerbung im Dezember 2025 zu ebnen, wird dem Einwohnerrat der Verpflichtungskredit in der Höhe von CHF 2’500’000 Franken unterbreitet.
Der Stadtrat stellt dem Einwohnerrat wie folgt Antrag: Der Einwohnerrat bewilligt den Verpflichtungskredit Kulturhauptstadt Schweiz 2030 in der Höhe von CHF 2 500 000.-.»
Quelle / Mehr:
Botschaft an den Einwohnerrat
Bewerbung um den Titel Kulturhauptstadt Schweiz 2030 Projektinformationen und städtische Finanzierung
Auf ch-cultura.ch erschienen:
Kontakt:
https://www.aarau.ch/kultur-freizeit/kultur.html/90
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Kommentare von Daniel Leutenegger