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30. Juni 2025

DIE SRG-SSR WILL «DIGITALER, SCHLANKER UND BEWEGLICHER» WERDEN

Bis 2029 muss die SRG-SSR rund 270  Millionen Franken (also 17 Prozent ihres Budgets) einsparen. Dies auch, weil die Medienabgabe künftig auf 300 Franken sinkt. Gleichzeitig verändert sich das Umfeld rasant. Die SRG-SSR will «weiterhin ein qualitativ hochstehendes Programm bieten, das alle Bevölkerungsgruppen erreicht», wie sie in ihrer heutigen Medienmitteilung schreibt. Damit dies gelinge, müsse sie sich «grundlegend neu aufstellen und transformieren». Die SRG-SSR werde «digitaler, schlanker und beweglicher» und arbeite stärker über die Regionen hinweg zusammen. Die regionale Verankerung, die Präsenz und die Nähe zum Publikum blieben dabei aber zentral.

© SRG-SSR

Bild: © SRG-SSR

Wie Menschen Medien nutzen, ändert sich rasant. «Bereits heute findet mehr als die Hälfte des Medienkonsums digital statt – mit stark steigender Tendenz. Die SRG-SSR steht im Wettbewerb mit einer Vielzahl internationaler, digitaler Anbieter. Die Werbeeinnahmen sind stark rückläufig. In den letzten zehn Jahren hat die SRG über 160 Millionen Franken an kommerziellen Einnahmen verloren.», heisst es in der Mitteilung.

 
Klarer Sparauftrag – «aber Sparen allein reicht nicht» 

Der Bundesrat hat entschieden, die Medienabgabe für Haushalte ab 2027 bis 2029 in zwei Schritten von 335 auf 300 Franken zu senken und weitere Unternehmen von der Abgabe zu befreien. Die Reduktion der Medienabgabe, der Rückgang der kommerziellen Einnahmen sowie die laufende Teuerung führen dazu, dass die SRG-SSR nach aktuellen Annahmen bis 2029 rund 17 Prozent oder 270 Millionen Franken ihres Budgets im Vergleich zu 2024 einsparen muss. Konkret bedeute dies, dass die SRG-SSR bereits per Anfang 2027 215 Millionen Franken einsparen müsse. Das ist ein hoher Betrag in kurzer Zeit, der nicht, wie das bisher gemacht wurde, auf die regionalen Einheiten SRF, RTR, RTS, RSI verteilt werden könne, so die SRG-SSR. 

«Die SRG-SSR muss den politischen Sparauftrag umsetzen. Mit Sparen allein kann die SRG die anstehenden Herausforderungen aber nicht bewältigen. Sie muss sich grundlegend neu aufstellen, damit sie den Menschen in der Schweiz weiterhin ein starkes Programm in allen vier Landessprachen anbieten kann», sagt SRG-SSR-Verwaltungspräsident Jean-Michel Cina.

Kräfte bündeln 

Der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung der SRG-SSR haben entschieden, die SRG-SSR «als Organisation neu zu denken und neue Strukturen zu schaffen, damit die SRG-SSR in Zukunft gruppenweit über alle Regionen hinweg besser zusammenarbeiten und Kräfte bündeln kann». Das betreffe beispielsweise die Funktionsbereiche HR, Finanzen und Technologie/IT.

SRG-SSR-Generaldirektorin Susanne Wille erklärt: «Die SRG-SSR bleibt schweizweit verankert. Die Präsenz in den Regionen und die Nähe zum Publikum bleiben zentral. Wir rücken aber näher zusammen, um mit weniger Geld weiterhin ein starkes Programm zu machen. Wir sparen bei den Strukturen und Prozessen, um den Journalismus möglichst gut zu schützen. Klar ist aber auch: Ohne Auswirkungen im Angebot werden wir diese Summe nicht einsparen können.»  

Diese Neuaufstellung der SRG-SSR sei ein erstes Resultat des unternehmensweiten Transformationsprojekts «Enavant SRG-SSR», das der Verwaltungsrat und die Generaldirektorin vergangenen Herbst lanciert haben. In der nächsten Phase werde es darum gehen, die neue Organisationsstruktur und die neuen Prozesse im Detail auszuarbeiten. Die Umsetzung der neuen Organisation erfolge schrittweise und beginne Anfang 2026. «Die vorgesehenen Sparmassnahmen werden auch Auswirkungen auf die Mitarbeitenden haben. Die SRG wird bestrebt sein, diese verantwortungsvoll und so sozialverträglich wie möglich zu halten. Eine genaue Einschätzung zur Anzahl der betroffenen Mitarbeitenden ist derzeit in Prüfung.», schreibt die SRG-SSR.   

So verfüge zum Beispiel jede Sprachregion über eigene Funktionsbereiche wie Finanzen, Human Resources und Technologie/IT. Es fehlten eine einheitliche Erfolgsmessung sowie SRG-SSR-übergreifende Standards für die Produktionsplanung und -steuerung. Zudem werden nur drei bis fünf Prozent der SRG-SSR-Inhalte von mehr als einer Unternehmenseinheit genutzt. In Zukunft will die SRG-SSR «über die Regionen hinweg stärker zusammenarbeiten, um Inhalte gemeinsam zu entwickeln und in allen vier Sprach- und Kulturräumen der Schweiz zu verbreiten.» 

Die neue Organisation ermögliche es, «auch langfristig Kosten zu sparen, das Angebot konsequent an den Bedürfnissen und Gewohnheiten des Publikums auszurichten und Inhalte besser über die Regionen hinweg zu koordinieren. Prozesse und Standards werden vereinheitlicht und das Unternehmen damit besser steuerbar.» Die SRG-SSR werde digitaler, schlanker und beweglicher – «und bleibt dabei stark regional verankert». 

Unabhängig von «Enavant SRG-SSR» sind bereits per 2026 kurzfristige Sparmassnahmen nötig, wegen des Rückgangs bei den kommerziellen Einnahmen und weil die Teuerung nicht mehr vollständig ausgeglichen wird. Die betroffenen Unternehmenseinheiten der SRG-SSR werden morgen Dienstag, 1. Juli 2025, separat darüber informieren. 

Quelle / Mehr:

https://www.srgssr.ch/de/news-medien/news/die-srg-stellt-sich-neu-auf-und-rueckt-naeher-zusammen

#EnAvantSRG_SSR #SRG_SSR #SRG_SSRSparauftrag #MedienabgabeSRG_SSR #JeanMichelCina #SusanneWille #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 30. Juni 2025
  • Kulturförderung, Kulturvermittlung, Kultur- und Medienpolitik, Politik und Gesellschaft, Radio und TV

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