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30. Juni 2025

PROJEKT NEUES LUZERNER THEATER: ANALYSE ZUM NEGATIVEN ABSTIMMUNGSERGEBNIS IM FEBRUAR 2025

Nach dem negativen Ausgang der Volksabstimmung über den Projektierungskredit für ein neues Luzerner Theater im Februar 2025 hat die Stadt Luzern beim Institut gfs.bern eine Bevölkerungsbefragung in Auftrag gegeben. Das Ergebnis liegt nun vor: «Die Luzerner Stimmberechtigten fanden das Projekt zu gross und mutmasslich zu teuer. Vor allem vermochte es nicht zu gefallen und die Stimmbevölkerung fand, dass das Projekt nicht ins Stadtbild passt. Gleichzeitig wurde deutlich, dass das Luzerner Theater bei der Bevölkerung auf grosse Zustimmung und Sympathie stösst».

Luzerner Theater, 2011 - Foto: James Steakley, https://commons.wikimedia.org/wiki/User:Jdsteakley - Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.en - Datei: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Lucerne_Theater.JPG (Ausschnitt)

Bild: Luzerner Theater, 2011 – Foto: James Steakley, https://commons.wikimedia.org/wiki/User:Jdsteakley – Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.en – Datei: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Lucerne_Theater.JPG (Ausschnitt)

Die Stimmberechtigten von Luzern hatten am 9. Februar 2025 die weitere Planung des neuen Luzerner Theaters gestoppt. Sie lehnten den Projektierungskredit von 13.8 Millionen Franken mit einem Nein-Stimmenanteil von knapp 58 Prozent ab.

Die Befragung dazu wurde vom 11. März bis zum 21. April 2025 durchgeführt. Teilgenommen haben 1’521 Stimmberechtigte der Stadt Luzern. Bei einer Stichprobe von 4’000 Personen dürfe von einer vergleichsweisen hohen Rücklaufquote (38 Prozent) gesprochen werden, heisst es in der heutigen Medienmitteilung der Stadt Luzern.

«Stimmbevölkerung ist theaterfreundlich»

Der hohe Rücklauf zeige, dass das Thema Luzerner Theater in der Bevölkerung auf ein überdurchschnittlich grosses Interesse stösst. Die Luzerner Stimmbevölkerung sei theaterfreundlich. Die Befragten würden grossmehrheitlich zum Theater stehen und wollten dieses in die Zukunft führen. Die allermeisten Befragten kennen das Luzerner Theater: Immerhin ein Drittel der Antwortenden besucht das Theater mindestens einmal pro Jahr. Mit dem Angebot sind die Besuchenden sehr oder eher zufrieden. Für rund drei Viertel der Befragten ist das Luzerner Theater ein zentraler Bestandteil der kulturellen Identität der Stadt Luzern.

Wichtigste Pro-Argumente: Kulturelle Identität und Aufwertung der Stadt

Hauptargument für die Zustimmung zur Kreditvorlage war die Stärkung der kulturellen Identität der Stadt und damit verbunden die erhoffte Aufwertung der Stadt. Vom Theater erwarten die Befragten Unterhaltung, die Bewahrung kultureller Werte, einen Ort für Austausch und Treffen, Dialog, Bildung und einen Kontrapunkt zur digitalen Welt. Nur rund 30 Prozent der Befragten halten das Luzerner Theater für ersetzbar durch andere Angebote. Über 40 Prozent halten das Theater für nicht ersetzbar.

Projekt «überall» als zu gross und zu teuer befunden

Das Projekt «überall» allerdings fiel nicht auf Zustimmung. Von der ersten Veröffentlichung des Projekts im Dezember 2022 an zeigte sich der Ablehnungs-Trend deutlich. Dies in besonderem Masse bei den gegenüber dem Theater kritisch eingestellten Personen, aber auch bei vielen, die dem Theater positiv gegenüberstehen. Ältere Personen und Männer waren tendenziell negativer eingestellt. Das Projekt vermochte als solches offenbar nicht zu überzeugen und seine Einbettung ins Ortsbild und den Stadtraum fiel bei der Bevölkerung mehrheitlich durch. Ferner gibt es Ablehnungsgründe, die mit den als hoch angesehenen Kosten und der Projektgrösse zu tun haben. Gefordert wird ein redimensioniertes und weniger «grosses» Projekt.

Gespaltenes Bild bei den Parteien

Im Parteienspektrum zeigt sich ein Links-/rechts-Trend. Die zustimmenden Voten kamen vor allem aus dem Grünen-, SP- und GLP-Lager, Die Mitte und die FDP neigten zur Ablehnung. Sehr deutlich ist die Ablehnung im SVP-Lager. 27 Prozent, die sich keiner Partei zugehörig fühlen, haben zugestimmt. Vor allem die negativen Haltungen formierten sich früh. Über 60 Prozent der negativ eingestellten Befragten haben ihren Entscheid von Beginn weg oder spätestens bei Vorliegen des überarbeiteten Projekts getroffen.

Mehr Mitsprache gefordert

Gefordert wird mehr Mitsprache der Bevölkerung bei der Planung, wobei klare Rahmenbedingungen und Ziele vorgegeben werden sollen. Vor allem aber soll sich eine neue Theaterinfrastruktur besser in die Umgebung einfügen.

Erkenntnisse für das weitere Vorgehen

Die Ergebnisse der Bevölkerungsbefragung stützen die ersten Aussagen des Stadtrates nach der Abstimmung: «Das Nein zum Projektierungskredit ist eindeutig kein Nein zum Theater in Luzern. Vielmehr hat das Projekt vielen nicht gefallen und seine Einbettung ins Ortsbild wurde als nicht gelungen angesehen. Ferner wurde es als zu gross und zu teuer empfunden.», heisst es in der Analyse.

Verfahren zur Zukunft des Luzerner Theaters wird wieder aufgenommen

Der Stadtrat hat vom Schlussbericht des Instituts gfs.bern Kenntnis genommen. Gestützt auf die Erkenntnisse aus der Bevölkerungsumfrage, die daraus abgeleiteten Einschätzungen, die kulturpolitischen Zielsetzungen des Stadtrates sowie die Grundlagen aus früheren Prozessen wird das Verfahren zur Zukunft Luzerner Theater wieder aufgenommen. «Die Bevölkerung wünscht sich eine kulturell vielfältige und gesellschaftlich verankerte Entwicklung der Theaterinfrastruktur. Der Stadtrat hat deshalb die Erarbeitung eines Berichtes und Antrages in Auftrag gegeben. Darin sollen der aktuelle Stand, die Zielsetzungen für die Zukunft des Luzerner Theaters und das geplante Vorgehen skizziert werden. Gleichzeitig werden die dafür benötigten Ressourcen beziffert und beantragt. Das Parlament soll dies bis Ende 2025 beraten können.», ist in der Medienmitteilung vom Montag zu lesen.

Quelle / Mehr:

https://www.stadtluzern.ch/aktuelles/newslist/2503228

Die Intendantin des Luzerner Theaters Ina Karr ist ab der Spielzeit 2027/28 zur Generalintendantin der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg berufen worden. Anja Meyer, Stiftungsratspräsidentin des Luzerner Theaters, sagte dazu an der Medienorietierung der Stadt Luzern gemäss «zentralplus.ch», sie glaube, dass für die Nachfolge von Ina Karr eine Lösung aus den eigenen Reihen möglich ist – mit Blick auf die erfolgreichen Führungspersonen der Sparten. Im Spätsommer soll es weitere Ankündigungen geben.

Mehr:

https://www.luzernertheater.ch/medien

https://www.zentralplus.ch/kultur/luzerner-theater-neustart-wird-klar-befuerwortet-trotz-vieler-muffel-2783692/

Auf ch-cultura.ch u.a. erschienen:

DAS SIE­GER­PRO­JEKT FÜR DAS NEUE LU­ZER­NER THEA­TER IST BE­STIMMT
NEU­ES LU­ZER­NER THEA­TER: DAS SIE­GER­PRO­JEKT WIRD VER­KLEI­NERT UND VER­ZÖ­GERT SICH

#NeuesTheaterLuzern #AbstimmungsAnalyseNeuesTheaterLuzern #gfsBern #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 30. Juni 2025
  • Kulturförderung, Kulturvermittlung, Kultur- und Medienpolitik, Politik und Gesellschaft, Theater, Kabarett, Literatur

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