5. Mai 2025
SCHWEIZER PRESSERAT: IM LETZTEN JAHR GINGEN 130 BESCHWERDEN EIN
Im vergangenen Jahr gingen beim Schweizer Presserat 130 Beschwerden ein (im Jahr zuvor waren es 104). Die Tendenz ist eindeutig wieder steigend. «Es scheint offenkundig, dass die Leute in politisch unsicheren Zeiten – wie während der Corona-Pandemie – die Medien bewusster und kritischer wahrnehmen und mehr Beschwerden verfassen», so Susan Boos, Präsidentin des Schweizer Presserates. Insgesamt wurden über hundert Beschwerden erledigt, wobei es in 21 Fällen zu einer Rüge kam. Die anderen Beschwerden wurden abgewiesen oder es wurde nicht darauf eingetreten, weil sie offensichtlich unbegründet waren.

Susan Boos, Präsidentin Schweizer Presserat, schreibt: «Der Jahresbericht 2024 ist da und wirft einen Blick zurück auf wichtige Entscheide des vergangenen Jahres. Es ging zum Beispiel um Sperrfristen, um Fehlerkultur oder um Diskriminierung. Die Quintessenz: Sperrfristen beinhalten kein Recherchierverbot, Fehler müssen immer unmittelbar und transparent korrigiert werden, über Minderheiten darf man kritisch berichten, selbstverständlich, aber bitte nicht ohne Belege und pauschalisierend.»
Wichtig war gemäss Susan Boos im letzten Jahr auch die Publikation des Leitfadens «KI im Journalismus»: «Er ist knapp und hilfreich in der alltäglichen Arbeit. Bislang ist noch keine Beschwerde zum Thema eingegangen. Zu reden wird aber noch die Deklarationsfrage geben.» Im Leitfaden steht: «Inhalte, die mithilfe eines KI-Programms erstellt wurden, sind als solche zu kennzeichnen. Der Presserat empfiehlt diesbezüglich grösstmögliche Transparenz.» Noch ist aber nicht definitiv geklärt, wie diese Deklaration insbesondere bei künstlich generierten Bildern konkret gestaltet sein soll. Ein Thema, das den Presserat in diesem Jahr beschäftigen wird.
Zudem wurden im vergangenen Jahr zwei Richtlinien überarbeitet: Trennung zwischen redaktionellem Teil und Werbung (Richtlinie 10.1) und Meinungsumfragen (Richtlinie 3.7).
Zur Zahl der Beschwerden: Im vergangenen Jahr gingen 130 Beschwerden ein, im Jahr zuvor waren es 104. Die Tendenz ist eindeutig wieder steigend. «Es scheint offenkundig, dass die Leute in politisch unsicheren Zeiten – wie während der Coronapandemie – die Medien bewusster und kritischer wahrnehmen und mehr Beschwerden verfassen», so Susan Boos.
Insgesamt wurden über hundert Beschwerden erledigt, wobei es in 21 Fällen zu einer Rüge kam. Die anderen Beschwerden wurden abgewiesen oder es wurde nicht darauf eingetreten, weil sie offensichtlich unbegründet waren.
Auf die Publikation eines Jahrheftes verzichtet der Schweizer Presserat ab diesem Jahr. «Das Jahrheft war digital produziert worden und enthielt Schwerpunkte zu speziellen Themen sowie die statistischen Kennzahlen. Mit unserem Newsletter sind wir jedoch aktueller und können jederzeit auf relevante wichtige Themen eingehen. Die Jahresstatistik findet sich neu im Jahresbericht.», erklärt Susan Boos abschliessend.
Quelle:
https://presserat.ch/newsletter_15/
Stellungnahmen
Zulässige Verknappung
5. Mai 2025
Der Schweizerische Presserat hat die Beschwerde gegen den Teletext der Westschweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft («TXT RTS») abgewiesen. Der Beschwerdeführer behauptet, die Meldung «Gaza/Egypte: évacuations suspendues» («Gaza/Ägypten: Evakuierungen ausgesetzt») vom 4. November 2023 verletze die journalistische Pflicht der Wahrheitssuche. Sie stelle die palästinensische Sichtweise dar, ohne den israelischen Standpunkt zu erwähnen. Der Presserat ist der Auffassung, … Weiterlesen
Darf man Höcke einen Faschisten nennen?
5. Mai 2025
«Dieser deutsche Sommer gehörte politisch ganz der AfD. Aus dem Hintergrund dirigiert vom Faschisten Björn Höcke und radikaler als je zuvor, steht sie in den Umfragen höher denn je.» So begann im Herbst 2023 ein Artikel im «Tages-Anzeiger» (online). Dagegen ging eine Beschwerde ein. Dass Höcke und der von ihm mitbegründete Flügel «unbestreitbar rechtsextrem und … Weiterlesen
Nicht autorisiertes Interview veröffentlicht
5.Mai 2025
Ein Interview beruht auf der Abmachung zwischen Journalistin und Interviewpartner. Die «Linth-Zeitung» hat ein Interview abgedruckt, obwohl der Gesprächspartner das Interview nicht freigegeben hatte. Der Presserat hat entschieden, dass die «Linth-Zeitung» das Interview veröffentlichen durfte. Dafür sprechen gleich mehrere Punkte: Das Interview war im Anschluss an eine Medienmitteilung geführt worden, der Interviewpartner war darauf als … Weiterlesen
Kontakt:
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Kommentare von Daniel Leutenegger