14. März 2026
«SOUVENIR. SELFIES, KITSCH UND GIPFELSTEINE»
Ausstellung im «Fundbüro für Erinnerungen» im ALPS Alpines Museum der Schweiz, Bern, bis im Januar 2028

Bild: Aree und Hugo Wirz – Foto: © David Röthlisberger / ALPS Bern
Seit Menschen reisen, gehören Souvenirs zur touristischen Kultur und prägen Vorstellungen über das Bild der Schweiz. Das neue «Fundbüro für Erinnerungen» im ALPS Alpinen Museum der Schweiz geht der Frage nach, was Souvenirs über uns verraten.
Die Ausstellung nimmt Andenken von Bergreisen als Ausgangspunkt, um individuelle Erfahrungen mit grösseren gesellschaftlichen Fragen zu verknüpfen.
Die Tourismussammlung des ALPS dokumentiert, wie Berge bereist, erlebt und konsumiert werden. «Souvenir» zeigt erstmals Ausschnitte aus dieser Sammlung: Bergstöcke, Gipfelsteine, Souvenir-Alben, Fotos – sogar ein Steinbockgehörn befindet sich darunter. Für die Ausstellung haben verschiedene Menschen ein persönliches Objekt beigesteuert – vom Skizzenbuch über die Schneekugel bis zum gestohlenen Bademantel – und erzählen ihre damit verbundenen Geschichten.

Bild: © Nena Goyal / ALPS Bern

Bild: Peter Rubi – Foto: © David Röthlisberger / ALPS Bern
Die Protagonist:innen sprechen über Souvenirs im Spannungsfeld zwischen Handwerk und Massenware, Kitsch und Tourismusmarketing. Dabei wird deutlich, dass Souvenirs weit mehr sind als nur Erinnerungsstücke. Sie sagen viel über unser Verhältnis zu Orten, Reisekultur und Konsumverhalten aus.
Auch internationale Tourist:innen auf dem Jungfraujoch kommen zu Wort. Sie berichten, was sie an diesem Ort so beeindruckt – und weshalb sie bis zu einer Stunde anstehen, um ein Foto mit der Schweizer Flagge aufzunehmen.
«Souvenir» ist eine interaktive Ausstellung und geht über das Sammeln von Stimmen und Objekten hinaus. Besucher:innen können in einer Video-Box ihre eigenen Reisegeschichten teilen oder selbst collagierte Souvenir-Postkarten aus der Ausstellung verschicken.

Bild: Steinbockgehörn – Foto: © ALPS Bern
Persönliche Erinnerungsschätze oder austauschbare Massenware?
Seit den Anfängen des Bergtourismus werden Souvenirs als Werbeträger eingesetzt und bedienen sich des Klischees einer idyllischen Bergwelt. Souvenirs bewegen sich zwischen persönlicher Erinnerung und öffentlicher Inszenierung, heute zudem verstärkt durch soziale Medien.
Während heute Influencer:innen und Netflix-Serien Menschen an atemberaubende Orte locken, übernahmen früher Reiseberichte, Reiseführer oder Zeichnungen diese Aufgabe.
In der Schweiz reisen Menschen seit den Anfängen des Tourismus zu ikonischen Orten wie der Rigi, der Jungfrau oder Iseltwald. Am Beispiel Iseltwald thematisiert die Ausstellung den Umgang mit Übertourismus: Der ehemalige Gemeindepräsident Peter Rubi berichtet, wie das kleine Dorf mit dem hohen Touristenaufkommen umgeht.

Bild: Touristengruppe in den 1960er-Jahren – Foto: © Doelf Reist
Selbst aktiv werden
Die Tourismussammlung des ALPS dokumentiert Meilensteile im Tourismus. Historische Andenken sind in der ALPS-Sammlung reichlich vorhanden, jedoch fehlen zeitgenössische Souvenirs fast komplett. Mit dem partizipativen Sammlungsformat «Fundbüro für Erinnerungen» soll diese Sammlungslücke gefüllt und die Entwicklungen im Tourismus dokumentiert werden. Besucher:innen sind eingeladen, ihre Bergsouvenirs mitzubringen und ihre Geschichte zu erzählen. Der eigene Beitrag kann online angemeldet werden.
Am Ende der Ausstellungsperiode entscheidet das Publikum, welche neuen Souvenirs permanent in die ALPS-Sammlung aufgenommen werden sollen.
amb
Kontakt:
https://alps.museum/ausstellungen/souvenir

Bild: Souvenir Grand St. Bernard – Foto: © William England / ALPS Bern
Video:
Aree und Hugo Wirz, «Souvenir», 2026 – Video David Röthlisberger © ALPS
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Kommentare von Daniel Leutenegger