Ausstellung im Kunstmuseum Luzern, bis am 8. Februar 2026

Bild: Ausstellungansicht «zentral! XL» im Kunstmuseum Luzern, 2025, mit Werken von Jonas Burkhalter, Martin Bütler, Miranda Fierz und Markus Kummer, Courtesy of the artists – Foto: Marc Latzel

Bild: Ausstellungansicht «zentral! XL» im Kunstmuseum Luzern, 2025, mit Werken von Gregory Tara Hari, Peter Regli und Rebekka Steiger, Courtesy of the artists – Foto: Marc Latzel
Die traditionelle Jahresausstellung erhält 2025 eine grössere Fläche. So können mehr und grössere Werke aus dem aktuellen Zentralschweizer Kunstschaffen präsentiert werden.
Die Fachjury sichtete die eingereichten Dossiers und wählte die ihrer Ansicht nach interessantesten für die Ausstellung im Kunstmuseum Luzern aus. Das Resultat ist eine abwechslungsreiche, medial vielfältige Schau, in der die Dynamik und das Potenzial der Zentralschweizer Kunst erlebbar werden. Aktuelle Tendenzen der zeitgenössischen Kunst werden ebenso aufgegriffen wie Eigenheiten des lokalen Kunstschaffens. «zentral! XL» ist eine Plattform und Talentschmiede mit Ausstrahlung und Tradition, ein Kosmos, der über den regionalen Tellerrand hinausweist.
An der Vernissage wurden neben dem Jurypreis / Preis der Zentralschweizer Kantone und dem Prix Visarte Zentralschweiz auch der Ausstellungspreis der Kunstgesellschaft Luzern vergeben: die Ausstellung «Solo» im Folgejahr.

Bild: Andreas Brunner, Drawn Yonder, 2024, Polyurethan, Chromstahl, 40 × 500 × 30 cm, Courtesy of the artist
Mit Werken von:
Judith Albert, Samantha Aquilino, Irene Bisang, Nathalie Bissig, Andreas Brunner, Jonas Burkhalter, Martin Bütler, Selina Camenzind, Barbara Davi, Miranda Fierz, Asi Föcker, Jutta Galizia, Stefan Gritsch, Marianne Halter & Mario Marchisella, Gregory Tara Hari, Otto Heigold, Stephanie Hess, Sofia Hintermann, Susanne Hofer, Luzia Imhof, Max Kellenberger, Simon Kindle, Arthur Korsunskyi, Jennifer Kuhn, Markus Kummer, Matteo Laffranchi, Paul Lussi, Guy Markowitsch, Angela Mathis, Benedikt Notter, Sepideh NourManesh, Peter Regli, Christoph Rütimann, Celia & Nathalie Sidler, Bertilla Spinas, Rebekka Steiger, Julian Stettler, Daniella Tuzzi, Sebastian Utzni, Rolf Winnewisser, Gerta Xhaferaj, Maria Zgraggen, Anna-Sabina Zürrer
Kuratiert von Eveline Suter
Jury
- Raphael Egil, Künstler
- Martin Gut, Künstler, Vorstandsmitglied Visarte Zentralschweiz
- Christian Kathriner, Künstler
- Anna-Brigitte Schlittler, Dozentin ZHdK
- Eveline Suter, Kuratorin Kunstmuseum Luzern, Jurypräsidentin
- Barbara Zürcher, Kuratorin

Bild: Susanne Hofer, Tramonto, 2024/2025, Ausstellungsansicht «zentral! XL» im Kunstmuseum Luzern, 2025, Video, Loop 1 Min. 53 Sek., Courtesy of the artist – Foto: Marc Latzel
Jurypreis / Preis der Zentralschweizer Kantone 2025
Die Jury von «zentral! XL» verleiht den Preis der Zentralschweizer Kantone an Susanne Hofer. Die in Luzern aufgewachsene Künstlerin hat an der HSLU Design, Film, Kunst studiert. Ihre Videoarbeiten zeichnen sich durch ein feinsinniges Ausloten von Beobachtungsmomenten aus, in denen sich Realitäten subtil verschieben. Ihr künstlerischer Werdegang führte sie mehrfach ins Kunstmuseum Luzern: 2002 erhielt sie den Ausstellungspreis der Kunstgesellschaft Luzern und 2010 zeigte sie hier ihre erste grössere Einzelausstellung «Inner and Outer Space».
Die Künstlerin findet ihre Motive oft in städtischen Randzonen und wählt mit der fixierten Kamera einen präzisen Ausschnitt aus, in dem sich Bild- und Zeitstrukturen überlagern. «Tramonto» zeigt nicht einfach ein Gebäude, sondern die Visualisierung einer zukünftigen Architektur auf einem historischen Silo in Genua. Das warme Licht des Sonnenuntergangs kontrastiert mit der rohen Industriearchitektur. Durch die Projektion auf die Ausstellungswand entsteht eine reflexive Bildstruktur, in der Zeit- und Raumebenen auf poetische wie humorvolle Weise ineinanderfliessen. Diese vielschichtige Auseinandersetzung Hofers hat die Jury bei der aktuell präsentierten Arbeit «Tramonto» überzeugt.

Bild: Gerta Xhaferaj, A Pause, a Rose, Something on Paper, 2024, Ausstellungsansicht «zentral! XL» im Kunstmuseum Luzern, 2025, Fotografie, Bitumen, Video, 4 Min.15 Sek., Courtesy of the artist – Foto: Marc Latzel
Ausstellungspreis «Solo» der Kunstgesellschaft Luzern 2025
1993 in Albanien geboren, geht Gerta Xhaferaj oft in ihren Arbeiten von ihrer Herkunft und Biografie aus. In der in «zentral! XL» präsentierten Installation «A Pause, a Rose, Something on Paper» beschäftigt die Künstlerin sich mit Zensur und Unterdrückung. Drei Fotografien sind mit Bitumen bedeckt, einem Erdölgemisch. Der Auftrag ist roh und geht auch über den Rahmen hinweg. Das ursprüngliche Bild ist nur noch zu erahnen, beispielswiese die Kerze eines religiösen Rituals oder das Auto der Künstlerin nach einem Unfall. Das Video besteht aus Aufnahmen, die Gerta Xhaferaj als Kind an Familienfesten in Albanien gemacht hat. Später entdeckte sie, dass ihr Vater die verwackelten Stellen durch Aufnahmen seiner geliebten Blumen ersetzt hatte, wohl um das Werk der Tochter zu verschönern. Der Titel entstammt einem Gedicht der amerikanischen Dichterin Lyn Hejinian, das unter anderem von Erinnerungen an die Kindheit handelt. Die verschiedenen Elemente verweben sich so zu einem Dialog über Erinnerung, Geschichte und Zensur.
kml
Kontakt:
https://www.kunstmuseumluzern.ch/ausstellungen/zentral-2025/
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Kommentare von Daniel Leutenegger