1. Mai 2026
ZUKUNFT VON RADIO SRF 2 KULTUR: DACHVERBAND SUISSECULTURE UND SCHWEIZER MUSIKRAT NEHMEN STELLUNG
Suisseculture, der Dachverband der professionellen Schweizer Kulturschaffenden und der schweizerischen Urheberrechtsgesellschaften, «nimmt die Diskussionen um die Zukunft von Radio SRF 2 Kultur mit grosser Aufmerksamkeit zur Kenntnis», wie er schreibt: «Kultur gehört zum Kern des medialen Service public. Deshalb erwarten wir, dass die Kulturkanäle im Radio aufrechterhalten und weiterentwickelt werden»

Bild: «Kultur kompakt» Radio SRF 2 Kultur – Illustration: © SRF

«Suisseculture befasst sich seit einigen Jahren vertieft mit der Frage, wie Kulturleistungen der SRG-SSR gesichert, geplant und sichtbar gemacht werden können. Im Konzept über Kulturleistungen im medialen Service public fordert Suisseculture, die Kulturaufträge der SRG-SSR systematisch zu steuern und auszuweisen: nach Kulturberichterstattung, Kulturvermittlung und Kulturproduktion, über alle Sprachregionen hinweg, mit Respekt vor der redaktionellen Unabhängigkeit.», schreibt der Dachverband.
Gerade unter Spardruck brauche es diese Grundlage. Reformen und Digitalisierung dürften nicht dazu führen, dass Kultur im linearen Radio ausgedünnt oder in digitale Restangebote verschoben wird. Kultur brauche auch verlässliche Programme, kuratierte Präsenz, redaktionelle Kompetenz und einen wiedererkennbaren Absender, hält Suisseculture fest.
Suisseculture stehe dazu im nahen Dialog mit der SRG-SSR. «Dieser Dialog ist konstruktiv. Gleichzeitig bleibt die Erwartung klar: Radio SRF 2 Kultur, Espace 2 und Rete Due sind kulturelle Infrastrukturen. Wer sie schwächt, schwächt den Service public dort, wo er besonders unverwechselbar ist», betont Suisseculture.
Quelle:

STELLUNGNAHME DES SCHWEIZER MUSIKRATES SMR-CSM:
«KULTUR IST KEIN RANDPROGRAMM»
«
Die aktuelle Diskussion um die Zukunft von SRF 2 Kultur irritiert und sie kommt zu einem sensiblen Zeitpunkt.
Die SRG-SSR-Halbierungsinitiative wurde von der Bevölkerung klar abgelehnt. Dieses Resultat war auch ein deutliches Bekenntnis zur Bedeutung von Kultur, Information und Bildung im Service public. Entsprechend hoch ist die Erwartung, dass dieses Signal ernst genommen wird.
Der Schweizer Musikrat hält fest: Ein Abbau im Bereich Kultur – insbesondere bei zentralen Gefässen wie SRF 2 Kultur, Espace 2 und Rete Due – würde die kulturelle Infrastruktur der Schweiz substanziell schwächen und dem klaren Abstimmungsresultat widersprechen.
SRF 2 Kultur ist mehr als ein Radiosender
Es ist eine zentrale mediale Bühne für Musik und Kultur in der Schweiz – für künstlerische Produktion, Vermittlung, kritische Einordnung und öffentliche Debatte. Gerade für jene Bereiche, die im kommerziellen Umfeld kaum Platz finden, erfüllt der Sender eine unverzichtbare Funktion.
Kultur bemisst sich nicht an Reichweiten
Kultur ist Teil des Service public mit einem klaren gesellschaftlichen Auftrag: Sie schafft Orientierung, ermöglicht Reflexion und trägt massgeblich zur kulturellen Identität eines Landes bei. Das gilt insbesondere für Minderheiten, für anspruchsvolle Formate und für jene Stimmen, die sonst kaum Gehör finden.
Die SRG-SSR hat wiederholt festgehalten, dass Kultur ein zentraler Bestandteil ihres Auftrags bleibt. Genau aus diesem Grund hat sich der Schweizer Musikrat gemeinsam mit seinen Mitgliedsverbänden im Rahmen der Kampagne «Wo die Musik spielt» gegen die SRG-SSR-Halbierungsinitiative engagiert. Der Schweizer Musikrat nimmt die Verantwortlichen der SRG-SSR beim Wort und wird sie konsequent daran messen.
Gleichzeitig ist uns bewusst, dass die SRG-SSR vor erheblichen finanziellen Herausforderungen steht. Einsparungen sind Realität. Gerade deshalb ist entscheidend, wo gespart wird und wo nicht. Ein Abbau bei zentralen kulturellen Angeboten würde nicht nur die Kulturszene treffen, sondern die Funktion des Service public insgesamt in Frage stellen.
Der Schweizer Musikrat erwartet deshalb:
- dass Kultur – und insbesondere die Kulturberichterstattung – als Kernauftrag der SRG-SSR gesichert bleibt,
- dass Weiterentwicklungen nicht zu einem Substanzverlust führen, sondern den kulturellen Auftrag stärken,
- und dass allfällige Veränderungen transparent, nachvollziehbar und im Dialog mit der Kulturszene erfolgen.
Wir werden diese Entwicklung aufmerksam begleiten und uns aktiv in die Diskussion einbringen, denn für den Schweizer Musikrat ist klar: Die Schweiz braucht starke mediale Bühnen für ihre Kultur. Und dazu gehört auch ein eigenständiges, profiliertes Kulturradio.
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Quelle:

Auf ch-cultura.ch u.a. erschienen:
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Kommentare von Daniel Leutenegger