27. April 2026
DÜSTERE PROGNOSEN FÜR RADIO SRF 2 KULTUR
Der Bundeshausredaktor Raphael Rauch sorgt mit einem Beitrag im «SonntagsBlick» vom 26. April 2026 für über 130 Kommentare in den eigenen Zeitungspalten sowie für grosse Empörung, Aufregung und Enttäuschung in sogenannten «sozialen Medien»: «SRF 2 vor dem Aus: Susanne Wille will ein ganzes Programm einsparen», lautet der Titel des Artikels. «Weil das frühere DRS 2 fast ein Drittel seines Publikums verloren hat, steht der Kultursender auf der Kippe», schreibt Rauch.

Bild: © SRF / SRG-SSR
Nach Informationen von «Blick» werde intern über ein Aus diskutiert. Als mögliches Ersatzszenario gelte eine nationale Kulturwelle, die ähnlich Radio Swiss Pop in der ganzen Schweiz ausgestrahlt würde – mit regionalen Zeitfenstern auf Deutsch, Französisch und Italienisch.
Raphael Rauch schreibt weiter: «Brisant: Sowohl SRG-SSR-Generaldirektorin Susanne Wille (52) als auch die scheidende SRF-Direktorin Nathalie Wappler (58) waren über Jahre hinweg für den Kulturbereich verantwortlich. Kritiker werfen ihnen vor, das Profil von Radio SRF 2 Kultur geschwächt zu haben. Während in Frankreich das Kulturradio zulegt, verliert das Angebot in der Schweiz massiv an Publikum.» Andere Spartensender stehen gemäss Rauch weniger unter Druck: SRF News gelte als gesetzt, weil in Breaking-News-Situationen unverzichtbar, Virus sei wichtig für den Zugang zum jungen Publikum – wobei auch für dieses Programm die lineare Ausstrahlung zur Diskussion stehe.
«Noch gibt es keinen Entscheid»
Die SRG-SSR bestätigt gemäss «Blick», dass es Probleme gibt: «Es ist eine Tatsache, dass Radio SRF 2 Kultur in den vergangenen Jahren an Publikum verloren hat. Wir arbeiten daran, das Angebot stärker am Nutzungsverhalten auszurichten.» Kulturinhalte würden zunehmend auch digital verbreitet, etwa über die SRF News App oder Play SRF. Konkrete Entscheide seien aber noch nicht gefallen, so der «SonntagsBlick».
Zum Beitrag:
Reaktionen in «sozialen Medien»
«So geht das. Zuerst die Substanz rausnehmen, bis niemand mehr hinhören mag. Dann zumachen wegen mangelnder Reichweite», schreibt der Filmjournalist und Blogger Michael Sennhauser auf «Facebook». «Ich bin soooo wütend! Schon lange bemängle ich den Abbau und stelle fest, dass ich um 9.10 Uhr immer häufiger ausschalte, weil der Talk selten Substanz hat, Literatur, Film, Psychologie sind fast verschwunden. Ich verstehe noch immer nicht, warum Kulturschaffende ohne Deal die SRG-SSR massiv unterstützt haben», ist in einer Reaktion zu lesen. In einer anderen: «Wahrlich ein TRAUERSPIEL — und nach meinem Ermessen bedeutet es die Aufgabe des Bildungsauftrages, den dieser Sender eigentlich hat.» «Einfach nur traurig und ja, auch widerlich», heisst es in einer weiteren Zuschrift.
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Kommentare von Daniel Leutenegger