5. Mai 2025
«BLUBBB. DIE FUNDSTÜCKE DES AARETAUCHERS DAVE»
Der Berner Aaretaucher David Godio fischt seit Jahren verlorene Gegenstände aus der Aare. Die neue Ausstellung im Raum Biwak im ALPS (Alpines Museum der Schweiz in Bern) zeigt seine spannendsten Funde und erzählt die Geschichten dahinter. (Vom 10. Mai bis am 21. September 2025)

Bild: Mit unverkennbarer Aare-Patina: eine abgetauchte GoPro-Kamera inklusive Unterwasser-Filmmaterial – Foto: © David Godio
Wer beim Aareschwimmen den Kopf unter Wasser hält, hört die Alpensteine rollen. In kaum einer anderen Stadt der Welt ist das Flussschwimmen ein so wichtiger Teil der Stadtkultur wie in Bern. Jeden Sommer schwimmen Tausende Berner:innen in der Aare und verlieren dabei Sonnenbrillen, Smartphones und andere schnelllebige Konsumgüter.
Hier beginnt die Geschichte des Berner Aaretauchers David Godio, der seit mehreren Jahren verlorene Objekte aus dem Fluss taucht. In der Ausstellung «Blubbb. Die Fundstücke des Aaretauchers Dave» trifft ein poetisches Sammelsurium seiner Fundstücke auf die Geschichten verlorener Dinge und überraschender Funde.
Mit Neoprenanzug und Luftmatratze
Was für Godio vor rund sieben Jahren mit einfachen Tauchgängen und der Suche nach versenkten Mobiltelefonen begann, entwickelte sich zu einer Leidenschaft. Heute sucht er – ausgestattet mit Neoprenanzug, Luftmatratze und Wassertasche – in der Aare systematisch nach Gegenständen. Über sein eigens gegründetes Aare-Fundbüro erhält er ausserdem gezielte Suchanfragen: Ein verlorener Ehering, der beim Aareschwimmen plötzlich vom Finger rutschte oder ein Portemonnaie, das zusammen mit einem leeren Kinderwagen in die Aare rollte. Diese und weitere Verlustgeschichten werden in der Ausstellung «Blubbb» erzählt.
Der Raum Biwak wird zur Unterwasserwelt
Die Ausstellung im Raum Biwak des ALPS macht die Unterwasserwelt der Aare erlebbar. Über den Köpfen der Besucher:innen schweben Luftmatratzen, während Fundstücke wie treibende Fragmente unserer Alltagskultur im Raum zu sehen sind. Filmaufnahmen von abgetauchten GoPro-Kameras schaffen eine immersive Atmosphäre. Ein Highlight ist das erste iPhone, das Godio 2013 fand und das nach einem Akkuwechsel trotz Wasserschaden noch ein Jahr lang funktionierte.
Mobiltelefone sind nicht nur häufige Aarefundstücke, sondern auch Symbol für die Versprechen der Technik – und deren Grenzen im Wasser. Werbeslogans wie «Strength. Beauty. Titanium» oder «Made for summer» werden den realen Spuren von Kratzern, Moos und Schlamm gegenübergestellt.
«Blubbb» an der Aare
Zwischen Juli und September 2025 wird «Blubbb» auch entlang der Aare sichtbar: Uferinstallationen verweisen auf eine digitale Erweiterung der Ausstellung. Spaziergänger:innen können mit ihren eigenen Smartphones virtuell auf den Grund der Aare tauchen und die Geschichten der Fundstücke entdecken.
sd
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Kommentare von Daniel Leutenegger