ch-cultura.ch
  • SUCHEN
  • ARCHIV
  • SPENDEN
  • KONTAKT
  • NEWSLETTER
    • Newsletter abonnieren
    • Newsletter-Archiv
  • LINKS
  • CH-CULTURA.CH
  • BÜRO DLB
    • Daniel Leutenegger (dlb)
    • Dienstleistungen
    • Tätigkeitsgebiete
    • Arbeitsweise
    • Publikationen
    • Veranstaltungen
    • O-Ton / Video
    • dlb-Vogel
    • Nostalgia
    • Merci
  • SUCHEN
  • ARCHIV
  • SPENDEN
  • KONTAKT
  • NEWSLETTER
    • Newsletter abonnieren
    • Newsletter-Archiv
  • LINKS
  • CH-CULTURA.CH
  • BÜRO DLB
    • Daniel Leutenegger (dlb)
    • Dienstleistungen
    • Tätigkeitsgebiete
    • Arbeitsweise
    • Publikationen
    • Veranstaltungen
    • O-Ton / Video
    • dlb-Vogel
    • Nostalgia
    • Merci

4. Juni 2023

«JANET CARDIFF & GEORGE BURES MILLER – DREAM MACHINES»

Ausstellung im Museum Tinguely Basel, vom 7. Juni bis am 24. September 2023

Bild: Janet Cardiff & George Bures Miller, Experiment in F# Minor, 2013 © 2023 courtesy the artists, Art Gallery of Ontario

Das Werk von Janet Cardiff und George Bures Miller richtet sich an alle Sinne. Es erkundet insbesondere die skulpturale Plastizität von Geräusch, Klang und Musik. Ihre Arbeiten sind Vehikel für individuelle Exkursionen, die eine nostalgische Faszination für wunderkammerartige Erfahrungswelten mit den multimedialen Möglichkeiten unserer heutigen Lebensrealität verbindet.

Wer sich auf den Weg macht, ihre Werke zu erkunden, begibt sich auf Reisen, taucht in Träume und poetische Welten ein. Die Ausstellung bietet einen umfassenden Überblick über ihr Schaffen, von ersten interaktiven Klangarbeiten bis zu neusten, dystopisch-immersiven Rauminstallationen.

Den Anfang ihrer über 30jährigen Karriere als Künstlerpaar machten ortsspezifische «Audiowalks» mit Walk- oder Discmans. Ab 2000 entwickelten sie eine besondere Form der Augmented Reality, indem sie ihre Walks mittels verschiedener Videoabspielgeräte um eine Dimension erweiterten – ein  Erlebnis, das von Teilnehmenden als eine Art interaktives, körperlich erfahrbares Kino beschrieben wurde.

Ähnlich wie unser Geruchssinn ist das akustische Gedächtnis ein hochpräzises und hochkapazitives Erinnerungssystem, das die Wahrnehmung prägt und in seiner Offenheit, Körperlichkeit und Anschlussfähigkeit dem visuellen Gedächtnis vielleicht überlegen ist. Diesen Aspekt nutzt das Duo voll aus, um mit ihren Spaziergängen die wunderbare Entgrenzung und Offenheit des Hörens erlebbar zu machen: Durch die Interaktion mit der Aussenwelt werden die Sinne geschärft, gleichzeitig wirken die Teilnehmenden auf Aussenstehende, als befänden sie sich in einer meditativen Versenkung.

Cardiff und Miller verwenden verschiedene technische Ansätze, um unterschiedliche Klangerlebnisse zu kreieren. Besonders eindrücklich gelingt dies in ihrer ersten grossen musikalischen Installation «The Forty Part Motet» (2001). Ausgangspunkt für die Soundinstallation ist eine geistliche Vokalkomposition: die Motette «Spem in Alium» (um 1570) für acht Chöre zu je fünf Stimmen von Thomas Tallis. Das Duo zeichnete die Stimmen der vierzig SängerInnen einzeln auf getrennten Tonspuren auf, um sie schliesslich unisono wiederzugegeben. Vierzig Lautsprecher, in einem Oval angeordnet, stehen für die Chormitglieder und machen den Klang im Raum skulptural erfahrbar. Die BesucherInnen können ihr Hörerlebnis selbst beeinflussen, indem sie sich im Raum bewegen, sich nahe eines Lautsprechers auf eine einzelne Stimme konzentrieren oder die Komposition als Ganzes rezipieren.

«To touch» (1993), «The Cabinet of Curiousness» (2010) oder «Experiment in F# Minor» (2013) spielen mit dem technischen Ansatz, Sound durch Bewegung zu aktivieren. Die Werke sind stumm, bis die Betrachtenden mit ihnen interagieren. Die Berührung oder der Schattenwurf ihres Körpers erwecken die Arbeiten zum Leben und setzen Alltagsgeräusche, Melodien, Musikkompositionen oder flüsternde Stimmen frei.

Cardiff & Miller’s Schaffen ist angetrieben von einer Faszination für imaginative kulturelle Praktiken wie das Schreiben und Erzählen, Film, (Puppen-)Theater, Oper und Musik. Bewusst arbeiten sie mit dem Unbewussten, mit Träumen, die fantastische und oft disruptive Assoziationsräume eröffnen. So ermöglicht «The Instrument of Troubled Dreams» (2018) das Komponieren eines eigenen Film-Soundtracks. Die 72 Tasten des ursprünglichen Mellotrons, eine analoge Urform des Samplers, wurden von Cardiff und Miller mit verschiedensten digitalen Klängen belegt: Vom Regenprasseln über Gesang und Orgelspiel bis hin zum Hundegebell oder Schusswechsel. Kombiniert oder aufeinanderfolgend kann damit eine imaginäre Handlung erzählt werden.

Bei «The Muriel Lake Incident» (1999) findet man sich in einem Miniatur-Kinosaal wieder. Setzt man sich die Kopfhörer auf, hört man jedoch nicht allein den Sound des laufenden Films: Das binaurale Audiosystem gibt den Klang räumlich wieder und erweckt die Illusion, inmitten eines Kinopublikums zu sitzen, das raschelt, flüstert oder Popcorn isst. Die Erzählebenen verschwimmen und die Betrachtenden werden Teil des Geschehens.

Janet Cardiff und George Bures Miller betonen ihre Faszination für die Selbsttätigkeit der Maschine in Tinguelys Werk und bezeichnen ihn als einen ihrer wichtigsten Einflüsse. Wie in der Sammlungspräsentation im Museum Tinguely muss ein roter Knopf gedrückt werden, um mit «The Killing Machine» (2007) ein gleichsam düstereres Spektakel in Bewegung zu setzen. Inspiriert von der Kurzgeschichte «In der Strafkolonie» (1919) von Franz Kafka beginnen zwei Roboterarme ihren Totentanz und scheinen ein imaginäres Opfer auf einem Zahnarztstuhl mit spitzen Nadeln zu malträtieren. In «Sad Waltz and the Dancer Who Couldn’t Dance» (2015) zwingt die Maschine eine Marionette zu einem ungelenken Tanz, der die Betrachtenden in der intimen Ausstellungssituation mit der Puppe mitfühlen lässt.

Mit raumgreifenden Installationen wie «Opera for a Small Room» (2005) oder «Escape Room» (2021) können die BesucherInnen schliesslich gänzlich in von Cardiff & Miller kreierte Welten eintreten und der Realität entfliehen. Kleinteiligst und detailreich eingerichtet, hinterlassen die Räume den Eindruck, dass deren BewohnerInnen in jedem Moment zurückkehren könnten. Sorgsam inszenierte Sound- und Lichteffekte erwecken den Raum zum Leben, regen die Fantasie an und erinnern an längst vergessene Träume.

Das Ausstellungsprojekt ist eine Kooperation mit dem Lehmbruck Museum in Duisburg. Dort machte die Ausstellung im Frühjahr 2022 anlässlich der jüngsten Verleihung des Wilhelm Lehmbruck-Preises im Jahr 2020 an das Künstlerduo Station, welcher 1976 auch an Jean Tinguely vergeben wurde.

Begleitend zur Ausstellung ist ein reich bebilderter Katalog mit 168 Seiten im Wienand Verlag erschienen. Über abgedruckte QR-Codes sind Videos und Audiodateien der in der Ausstellung präsentierten Werke abrufbar. In zahlreichen Statements berichten WeggefährtInnen von Janet Cardiff und George Bures Miller, unter ihnen Kasper König, Carolyn Christov-Bakargiev und Dr. Söke Dinkla, von persönlichen Begegnungen und gemeinsamen Projekten und zeichnen auf diese Weise sehr anschaulich und persönlich wichtige Etappen im Leben des Künstlerpaares nach. Der Katalog ist im Buchhandel sowie für 35 CHF im Museumsshop erhältlich (ISBN: 9783868326932).

Die Ausstellung wird kuratiert von Roland Wetzel, Assistenz: Tabea Panizzi

mtb

Kontakt:

https://www.tinguely.ch/de/ausstellungen/ausstellungen/2023/cardiff-miller.html

#JanetCardiff #GeorgeBuresMiller #DreamMachines #MuseumTinguelyBasel #RolandWetzel #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 4. Juni 2023
  • Museum, Ausstellung, Galerie

Vorheriger Beitrag

«NEUERDINGS»: DIE RADIOS SRF 3 UND SRF 2 KULTUR ZEIGEN VIER MUSIKER/INNEN, DIE AN DER MUSIK VON MORGEN ARBEITEN

Nächster Beitrag

IM «FOCUS»: SIMON ENZLER, KABARETTIST UND SATIRIKER

Daniel Leutenegger

Daniel Leutenegger

Redakteur

Beiträge von Daniel Leutenegger

  • FOTOSTIFTUNG SCHWEIZ: DAS MARTIN-HÜRLIMANN-ARCHIV ONLINE

    2. Juli 2026

  • Viel Publikum im und beim James-Baldwin-Zelt - Foto: © Ali Ghandtschi, 2026
    JUBILÄUMSAUSGABE LITERATURFESTIVAL LEUKERBAD MELDET REKORD AN BESUCHER:INNEN

    2. Juli 2026

  • © Emil Ferris, 2002, Selbstportrait
    «EMIL FERRIS. BETWEEN SELVES»

    2. Juli 2026

  • Ausbau Cartoonmuseum Basel
    BASEL: DAS CARTOONMUSEUM WIRD AUSGEBAUT

    2. Juli 2026

  • Victor Willis, vor 2007 - Foto: Hotcop2, https://commons.wikimedia.org/wiki/User:Hotcop2 - Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en - Datei: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Victor_Willis.jpg
    DER US-AMERIKANISCHE SÄNGER, SONGWRITER UND SCHAUSPIELER VICTOR WILLIS (VILLAGE PEOPLE) IST GESTORBEN

    1. Juli 2026

Kommentare von Daniel Leutenegger

Previous post « Next post »

© 2026 ch-cultura.ch – Schweizer Online-Kultur-Plattform

  • NUTZUNGSBEDINGUNGEN
  • DATENSCHUTZ
  • IMPRESSUM
Facebook LinkedIn Instagram X

Wir verwenden Cookies, um Ihnen das beste Erlebnis auf unserer Website zu bieten.
Mehr darüber erfahren Sie in den .

ch-cultura.ch
Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir Ihnen die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in Ihrem Browser gespeichert und dienen dazu, Sie wiederzuerkennen, wenn Sie auf unsere Website zurückkehren, und unserem Team zu helfen, zu verstehen, welche Bereiche der Website Sie am interessantesten und nützlichsten finden.

Lesen Sie unsere Informationen zum Datenschutz, um mehr zu erfahren.

Notwendige Cookies

Notwendige Cookies sollte immer aktiviert sein, damit wir Ihre Präferenzen für Cookie-Einstellungen speichern können.

Wenn Sie dieses Cookie deaktivieren, können wir Ihre Einstellungen nicht speichern. Das bedeutet, dass Sie jedes Mal, wenn Sie diese Website besuchen, Cookies erneut aktivieren oder deaktivieren müssen.

Google Analytics

Diese Website verwendet Google Analytics, um anonyme Informationen wie die Anzahl der Besucher auf der Website und die beliebtesten Seiten zu sammeln.

Wenn Sie dieses Cookie aktiviert lassen, können wir unsere Website verbessern.

<p>Bitte aktivieren Sie zunächst "Notwendige Cookies", damit wir Ihre Einstellungen speichern können!</p>