24. März 2011
Berner Troubadour Bernhard Stirnemann ist gestorben
Der Berner Troubadour, Politiker und Lehrer Bernhard Stirnemann ist am Mittwoch im Alter von 75 Jahren nach schwerer Krankheit gestorben. Nach Fritz Widmer und Markus Traber ist innert Jahresfrist eine dritte Stimme der Berner Troubadours verstummt.

Bild oben: http://www.berner-troubadours.ch/index.html
Bernhard Stirnemann wurde 1936 in Bern geboren und wuchs da auch auf. In seiner Biografie schrieb er weiter: «Abgebrochene Schreinerlehre, Seminar, Theaterausbildung. 1961-1982: eigenes Theater: Galerietheater ‚DIE RAMPE‘ in Bern. Dazwischen: Leitung des ‚Theaters am Käfigturm‘. Tätigkeit als Regisseur, Schauspieler, Radiohörspieler. Lehrer in Bern bis 1998.»
Erste Chansonversuche unternahm Stirnemann in den frühen Fünfzigerjahren: «Wahrscheinlich gleichzeitig mit Mani Matter, aber ganz bestimmt unabhängig von ihm.» Als sie sich kennen lernten, hatten beide schon eigene Chansons, Freunde und eigenes Publikum. Von Anfang an schrieben sie (auch) politische Chansons.
In der Folge war Stirnemann viele Jahre politisch aktiv im Berner Stadtrat und später im Grossen Rat des Kantons Bern, vorwiegend mit kulturpolitischen Themen. «Eigentlich hat es in der ‚Colombe‘ angefangen», erinnerte sich Stirnemann. «Das ist ein kleines Lokal auf der Pariser Ile de la Cité.» Daselbst machte er Bekanntschaften und Freundschaft mit Leuten wie Jean Ferrat, Pierre Perret, Anne Sylvestre, Pia Colombo und anderen. «Voilà! Mit Berndeutsch war man da konkurrenzlos!»
1966/67 traten «Die Berner Troubadours» (Ruedi Krebs, Mani Matter, Bernhard Stirnemann, Markus Traber und Fritz Widmer und neu dabei: Jacob Stickelberger) erstmals als eine Gruppe von auteurs, compositeurs, interprètes in Stirnemanns Galerietheater «Die Rampe» in Bern auf.
1992 erfolgte die Gründung der «Genossenschaft Troubadours Beiz Plus», zusammen mit dem Architekten und Jazzpianisten Franz Biffiger, den Troubadours und Freunden aus der Berner Jazz-, Kleinkunst- und Beizenszene, mit dem Zweck, nach Vorbild der Pariser «Rivegauche-Lokale» der 1960er Jahre, im traditionsreichen Restaurant Monbijou an der Mühlemattstrasse 48 in Bern ein Bistrot mit kulturellem Programm zu betreiben.
bt
«Lebenslänglich», hat Bene Stirnemann mit dem ihm eigenen Witz geantwortet, als er gefragt wurde, wie lange sie noch singen werden. Nun haben innert Jahresfrist Fritz Widmer, Markus Traber und Bernhard Stirnemann ihr «Lebensläglich» erfüllt und von uns Abschied genommen.
Fred Zaugg
Mehr:
http://www.berner-troubadours.ch/index.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Bernhard_Stirnemann
http://www.bsv-bern.ch/de/berner_schriftstellerinnen/?oid=191232098&STYLE=detail
http://www.derbund.ch/bern/Chansons-an-Faeden-aus-Licht-/story/13684074
http://www.youtube.com/watch?v=TBkdsNHB7jk
http://www.youtube.com/watch?v=5gOJip5Wxns
http://www.zytglogge.ch/liedermacher/liedermacher2.html

Bild: Bernhard Stirnemann 2007 bei einem Auftritt im La Cappella in Bern. Foto: © Christoph Hoigné
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Nachtrag vom 24.3.11, 23 Uhr:
Radio DRS 1, Regionaljournal BE FR VS vom 24.3.11, 17.30 Uhr
Kommentare von Daniel Leutenegger