Ausstellung im Centre Dürrenmatt Neuchâtel / Neuenburg, vom 28. August bis am 13. Dezember 2026

Bild: Friedrich Dürrenmatt, Collage, blau / rot, mit Landkarte Rioja-Gebiet, 1968, Collage und Mischtechnik auf Papier, 30 × 45 cm, Sammlung Centre Dürrenmatt Neuchâtel – © CDN / Schweizerische Eidgenossenschaft

Bild: Friedrich Dürrenmatt, Die beiden Tiere, 1975, Tusche (Feder) auf Papier, 35.9 × 50.6 cm, Sammlung Mario Botta – © CDN / Schweizerische Eidgenossenschaft
Die Welt befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel: Künstliche Intelligenz erlebt einen rasanten Aufschwung, Kriege und Krisen nehmen zu, sogar das Weltall wird erobert und privatisiert. Diese derzeit allgegenwärtigen Themen sind schon in Friedrich Dürrenmatts Werk zu finden. Davon zeugen seine zahlreichen Collagen oder sein Gedicht Elektronische Hirne (1958), in dem er die generative KI fast siebzig Jahre vor deren Aufkommen voraussagt.
Die aktuellen Umwälzungen stehen auch im Mittelpunkt dreier Erzählungen Dürrenmatts, die die Ausstellung strukturieren und in denen er seine Zukunftsvisionen beschreibt:
Das Unternehmen der Wega (1954) befasst sich mit der Eroberung von Mond, Mars und Venus
Der Winterkrieg in Tibet (1981) spielt in einem Bunker, da sich nach einem atomaren Krieg nur noch unter der Erde leben lässt
Der Versuch (1992, posthum veröffentlicht) schildert eine Welt, in der künstliche Intelligenzen die Macht übernommen haben.
In welcher Zukunft wollen wir leben? Welche Dystopien, aber auch welche Utopien sind möglich? Die Ausstellung versteht sich als Plattform für Diskussionen und Reflexionen sowie als einen Raum, der neue Perspektiven eröffnet.

Bild: Friedrich Dürrenmatt, Baum der Erkenntnis, zwischen 1967–1971, Collage, Mischtechnik, 32 × 23.5 cm, Sammlung Centre Dürrenmatt Neuchâtel – © CDN / Schweizerische Eidgenossenschaft
Friedrich Dürrenmatt und Science-Fiction
Friedrich Dürrenmatt begeisterte sich schon als Kind für Zukunftsgeschichten. Einer seiner Lieblingsschriftsteller war Jules Verne, Autor der Science-Fiction-Erzählung Von der Erde zum Mond. Daneben finden sich in Dürrenmatts Bibliothek mehrere Klassiker des Genres wie Fahrenheit 451 von Ray Bradbury, 1984 von George Orwell oder 2001 – Odyssee im Weltraum von Arthur C. Clarke.
Zeichnete Dürrenmatt bereits in jungen Jahren Zukunftsbilder, so entwarf er später auch mit seinen eigenen Kindern fantastische Geschichten, die von Reisen in das Weltall und der Begegnung mit fremden Kreaturen erzählen. Mit seinem Teleskop erforschte Dürrenmatt nachts den Himmel. 1974 besuchte er das CERN in Genf, 1981 die Sternwarte auf dem Mount Palomar in den USA. Schon früh entwickelte er zudem ein Interesse für autonome Computersysteme, und schrieb 1958 das Gedicht Elektronische Hirne, das die Entstehung der KI vorwegnimmt. Doch egal was für Zukunftsgeschichten Dürrenmatt entwarf: Sie alle sind ein Spiegel der Zeit und fragen danach, wie wir unsere Welt gestalten wollen.

Bild: Zilla Leutenegger, Der Mond ist verloren, 2026, Videoinstallation, Masse variabel, Courtesy der Künstlerin und Galerie Kilchmann, Visualisierung erstellt durch Atelier Zilla Leutenegger – © Zilla Leutenegger, Galerie Kilchmann
Gastkünstlerinnen
Die Ausstellung greift Friedrich Dürrenmatts Visionen auf und bringt sie mit jenen zeitgenössischer Kunstschaffenden zusammen. Esther Hunziker, Zilla Leutenegger und Ernestyna Orlowska treten mit ihren eigens für die Ausstellung geschaffenen Werke in einen Dialog mit den Bildern und Texten Dürrenmatts. Die Autorin Martina Clavadetscher hat ihrerseits einen literarischen Text dazu verfasst, der anlässlich der Ausstellung veröffentlicht wird.
cp
Kontakt / Contact:
https://www.cdn.ch/de/zukunftsvisionen

Bild: Ernestyna Orlowska, Partita for Wheels & Voices, Performance von Ernestyna Orlowska in Zusammenarbeit mit Moritz Achermann und dem Gesangsensemble tempo d’affetto, 2026, Kostüme aus Leder, Maschinen, Inlineskates, Polstermaterial, Stoffe u.a., Masse variabel, Courtesy der Künstlerin. Foto: Janosch Abel – © Ernestyna Orlowska

Bild: Esther Hunziker, Die Verwaltung, Skizze, 2026, digitales Bild, unter Verwendung von KI, Masse variabel, Courtesy der Künstlerin – © Esther Hunziker
#Zukunftsvisionen #VisionsduFutur #CentreDürrenmattNeuchâtel #CDN #FriedrichDürrenmatt #ZillaLeutenegger #ErnestynaOrlowska #EstherHunziker #MartinaClavadetscher #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+
Kommentare von Daniel Leutenegger