4. September 2013
Vom widersprüchlichen Verhältnis Mensch-Fauna
Schweizer Fernsehen SRF 1, «Kulturplatz» vom heutigen Mittwoch, 22.20 Uhr

Bild: Eva Wannenmacher – Foto: © SRF
Ob Wild-, Zoo-, Haus- oder Nutztier: Das Verhältnis Mensch-Fauna ist widersprüchlich, je nach den menschlichen Erwartungen an Tiere. Wir erkunden den neu entstehenden Elefantenpark im Zoo Zürich und sprechen mit dem Architekten über sein Einfühlungsvermögen für die Bedürfnisse der Dickhäuter.
Was der Mensch von den Tieren lernen kann
Die Schweizer Verfassung statuiert die Würde des Tiers. Das ist weltweit einmalig, und es schärft den Blick. Der frühere Tieranwalt Antoine F. Goetschel weiss aus Erfahrung, dass das Verhältnis der Menschen zu Tieren Rückschluss auf den Umgang mit ihren Mitmenschen gibt. Dasselbe beobachtet die Münchner Forscherin Carola Otterstedt vom Bündnis Mensch & Tier. Sie hat landwirtschaftliche Begegnungshöfe initiiert, wo Menschen Tiere beobachten und ihnen neu begegnen können. Ihr Fazit: Studieren Menschen das Verhalten und die Bedürfnisse der Tiere, lernen sie sich selber kennen.
Nicole Salathé
Mehr:
Website der Stiftung «Tier im Recht»
Website der Stiftung «Bündnis Mensch und Tier»
Website des Vereins «Menschen brauchen Tiere»
Wie ein Fuchs über das Leben in der Stadt denkt
Wenn ein Fuchs durch Nachbars Garten schleicht, sind die andern entzückt. Wenn der Marder die Zündkabel des eigenen Autos anknabbert, ärgert man sich. Tatsache ist: Seit Jahren zieht es Wildtiere in die Städte. Mehr als 800 verschiedene Arten leben allein in Zürich. Ob Insekten, Reptilien, Raubvögel oder Dachse und Wildschweine, mit etwas Anpassung finden sie in der Stadt gute Lebensbedingungen. Gemeinsam mit einem Stadtfuchs unternimmt «Kulturplatz» eine urbane Wildtiersafari.
Uta Kenter
Mehr:
«Tiere in der Stadt» von Bernhard Kegel, Dumont Buchverlag
«Stadtfauna» von Stefan Ineichen und Max Ruckstuhl, Haupt Verlag
Unheimliche Begegnungen der dritten Art in der Insektenwelt
Die einen ekeln sich vor ihnen, andere essen sie, wieder andere spielen mit ihnen. Die Menschen sind fasziniert und befremdet von den fremdartigen Lebewesen, ihrer Leistungs- und Anpassungsfähigkeit. Gleichzeitig wissen sie um das fragile Gleichgewicht zwischen Nützlingen und Schädlingen. Ohne Insekten geht in der Natur gar nichts – vermehren sie sich zu schnell, zerstören sie alles. Der New Yorker Anthropologe Hugh Raffles nimmt das gespaltene Verhältnis der Menschen zu Insekten unter die Lupe: Wie sie mit ihnen umgehen, was sie in Insekten hineinprojizieren, was sie von ihnen lernen können.
Stefan Zucker
Mehr:
«Insektopädie» von Hugh Raffles, Matthes & Seitz
Bernie Krause ist der Tonjäger des verlorenen Naturschatzes
Ein Musiker hängt seinen Job an den Nagel, um die faszinierende Klangwelt der Natur zu entdecken. Der Bioakustiker und Tonkünstler Bernie Krause hat über 15’000 Geräusche von unterschiedlichsten Tierarten aufgenommen und darüber geforscht. In seinem neuen Buch weist er nach, dass das Universum animalischer Klänge viel facettenreicher ist, als man vermutet: Fische kommunizieren akustisch, Affen singen im Chor. «Kulturplatz» begleitet Bernie Krause ins Feld und spricht mit ihm über die einzigartigen Klangsymphonien der natürlichen Umwelt.
Andrea Meier
Mehr:
«Das grosse Orchester der Tiere», Verlag Antje Kunstmann
—
srf
Kontakt:
http://www.srf.ch/sendungen/kulturplatz/mit-eva-wannenmacher-im-zuercher-zoo
Kommentare von Daniel Leutenegger