6. Mai 2026
DUO BASS & BIEDER MIT LIA MARIA NEFF UND ANNIKA BIEDERMANN GEWINNT DAS 14. NACHWUCHS-CASTING DER OLTNER KABARETT-TAGE 2026
Das Duo Bass & Bieder (Lia Maria Neff und Annika Biedermann) aus Zürich gewinnt das Casting 2026 der Oltner Kabarett-Tage. Im Final setzten sich die beiden Frauen gegen den Rheinländer Markus Aporota und die Ostschweizerin Miriam Schöb durch. Moderiert hat den Anlass der frühere Casting-Gewinner Christoph Simon.

Bilder: Bass & Bieder – Fotos: © Dieter Graf, 2026
Die Gewinnerinnen des 14. Castings sind Annika Bidermann und Lia Maria Neff: Poetry Slam trifft Musikerin. Zusammen sezieren die beiden das Leben Mitte 20 zwischen dramatischer Weltlage und Wohlstandverlosung. In einem feingewobenen Teppich aus Wort, Bass und wunderbaren Stimmen spüren sie ihrer Generation Rastlos auf den Zahn: «Wenn dein Meditationspodcast nicht auf doppelter Geschwindigkeit läuft – hältst du das aus?»
Die beiden Zürcherinnen spüren der Weltlage nach, thematisieren Klimawandel, Demokratie, Geschlechterrollen und die vielen Kriege. «Wenn grosse Buben Krieg spielen – hältst du das aus?», fragen sie und doppeln nach: «Die Zollwut bricht aus, doch ihr erklärt den Wokeismus zur Pandemie! Hört doch auf eure Stimme im Ohr, damit der Klimagipfel nicht einfach ein Croissant de climat ist.» Die Verknüpfung von Klang, Stimme und Nachdenklichkeit schafft berührende Momente, die nachhallen.
Den Auftakt des Finalabends machte Markus Aporta. Er spiegelt die Weltlage an der Konzeption einer neuen totalen Partei für die Schweiz. «Im zweiten Weltkrieg hat Österreich uns ausgeholfen – und jetzt sind Sie dran.» Mit hohem Tempo und pointierter Sprache legt der Rheinländer die Mechanismen politischer Vereinfachung offen – präzise, zugespitzt und mit viel Witz.
Die dritte am Finalabend war die Ostschweizerin Miriam Schöb, Kabarettistin, Komikerin und «schiss närvos». Ihre Geschichte beleuchtet das eigene Leben zwischen Selbstoptimierung und familiären Prägungen. Das Leben Mitte zwanzig ist geprägt von Sinnsuche: «Was kann man alles von den Steuern abziehen?», «Wie lange geht die Waschmaschine wirklich noch, wenn sie eine Minute anzeigt?» Das eigentliche Thema allerdings ist der allgegenwärtige Imperativ zur Selbstfürsorge: «Muesch dr guet lluege», «Nimmsch einfach e chli zyt für di», was dazu führt, dass du dir «irgendwenn es Glas Wy ischenksch, e Zygi azündsch u dr d Auge usschtechsch.» Schöb entlässt das Publikum mit dem fast verzweifelten Fingerzeig: «Und bis mini Therapeutin mal wieder Zyt het, versuech ichs mol mit gnueg Wasser trinke.»
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Bilder: Bass & Bieder – Fotos: © Dieter Graf, 2026
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Kommentare von Daniel Leutenegger