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1. Mai 2026

STADT LUZERN EHRT DIE THEATERSCHAFFENDE URSULA HILDEBRAND MIT DEM KUNST- UND KULTURPREIS 2026

Der Luzerner Stadtrat würdigt Ursula Hildebrand (Bild) für ihr umfassendes Wirken als Theaterschaffende mit dem Kunst- und Kulturpreis 2026 der Stadt Luzern. Die zwei Anerkennungspreise 2026 gehen an den Grafikdesigner Erich Brechbühl sowie an das Openair Funk am See.

Ursula Hildebrand (Quelle: zvg)

Bild: Ursula Hildebrand – Foto: zVg

Die Kunst- und Kulturpreiskommission hat sich unter dem Vorsitz von Stadtpräsident Beat Züsli «intensiv mit verschiedenen herausragenden Persönlichkeiten aus dem Luzerner Kulturleben auseinandergesetzt», wie sie schreibt. Auf Antrag der Kunst- und Kulturpreiskommission hat der Stadtrat an seiner Sitzung vom 22. April 2026 den Kunst- und Kulturpreis sowie die Anerkennungspreise für das Jahr 2026 bestimmt.

Ihre Anträge für die diesjährige Vergabe begründet die Jury wie folgt:

Ursula Hildebrand

Ursula Hildebrand gehört zu jener Generation freier Theaterschaffender, die sich in den 1980er- und 1990er-Jahren ihre künstlerischen Freiräume erst erkämpfen mussten. Dieses Engagement für eine unabhängige, gesellschaftlich relevante Theaterkultur prägt ihr Wirken bis heute, und sie ist seit vielen Jahren eine wichtige Stimme der lokalen freien Szene. Als künstlerische Leiterin des «sonah theater», als Regisseurin und Schauspielerin in zahlreichen Kooperationen sowie als langjährige Präsidentin von t. Zentralschweiz hat sie die Kulturlandschaft Luzerns über Jahrzehnte mitgestaltet.

Ihre Arbeiten verbinden Bewegungstheater, Schauspiel und Performance, die sich konsequent mit gesellschaftlichen Fragen auseinandersetzt. Produktionen wie das feministische Kinderstück «3, 2, 1 – Tussi wend mer keis!» oder ihr jüngstes Projekt «ich hab krieg im kopf – ein Stück Mensch» zeigen ihren Blick auf aktuelle Themen. Seit Jahren engagiert sie sich für inklusive Projekte, arbeitet mit gehörlosen sowie hörenden Menschen und setzt sich für kulturelle Teilhabe ein. Ursula Hildebrand ist damit nicht nur eine prägende Theatermacherin, sondern auch Netzwerkerin und beharrliche Vermittlerin zwischen Kunst, Gesellschaft und Menschen.

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Bild: Erich Brechbühl – Foto: © Sam Aebi

Erich Brechbühl

Erich Brechbühl gehört zu den profiliertesten Grafikdesignern der Schweiz und prägt die zeitgenössische Plakatkultur entscheidend mit. Nach seinen Ausbildungen zum Typografen sowie Grafiker bei Niklaus (Knox) Troxler gründete er 2003 das Atelier «Mixer» und etablierte sich als eigenständige Stimme mit klarer gestalterischer Haltung. Seine Arbeiten zeichnen sich durch radikale Reduktion, konzeptuelle Präzision und starke visuelle Präsenz aus.

Brechbühl versteht Gestaltung als Kommunikation im öffentlichen Raum: Plakate müssen in Sekunden wirken – mit einer klaren Idee und Haltung – mit einem Moment der Irritation. Neben Plakaten gestaltet er Erscheinungsbilder, Bücher, Spiele, Fassadenbeschriftungen und Kampagnen und entwickelt visuelle Identitäten, etwa für den Innerschweizer Filmpreis.

Zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen, u.a. dem Swiss Print Award für die schönste in der Schweiz gedruckte Publikation des Buches «Plan Lumière – Lucerne by Night», belegen seine gestalterische Bedeutung. Als Mitgründer des Graphic Design Festivals «Weltformat» hat er zudem Luzerns Ruf als Grafikstadt nachhaltig gestärkt, und er wirkt als Förderer des grafischen Nachwuchses.

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Bild: Das OK Funk am See 2026 (v.l.n.r.): Linus Bürgi, Reto Schefer, Silvana Emmenegger, Pascal Segmüller, Sofia Grütter, Nora Graber, Noemi Mahler – Foto: zVg

Openair Funk am See

Das Openair Funk am See ist seit seiner Gründung im Jahr 1996 zu einem festen Bestandteil des Luzerner Kulturlebens geworden. Das nichtkommerzielle Musikfestival findet im Zweijahresrhythmus auf der Lidowiese statt und zieht an zwei Tagen bis zu 12’000 Besuchende an.

Besonders prägend ist der konsequent niederschwellige Zugang. Der Eintritt ist kostenlos. Es ermöglicht Menschen unterschiedlichster sozialer und wirtschaftlicher Hintergründe die Teilnahme am kulturellen Leben.

Gleichzeitig dient Funk am See seit drei Jahrzehnten als wichtige Plattform für junge und regionale Kunstschaffende. Zahlreiche Acts aus der Zentralschweiz konnten hier erstmals vor einem grösseren Publikum auftreten.

Getragen wird das Festival von einem ehrenamtlichen Organisationskomitee und zahlreichen freiwilligen Helfenden, deren kontinuierliches Engagement es ermöglicht hat, Funk am See seit nunmehr 30 Jahren zu erhalten und weiterzuentwickeln. Damit steht das Festival exemplarisch für eine Kulturarbeit, die aus der Basis heraus entsteht und die regionale Musik- und Jugendkultur nachhaltig prägt.

Kulturpreis und Anerkennungspreise

Der Stadtrat hat sich diesen Begründungen angeschlossen. Er verleiht den mit 25’000 Franken dotierten Kunst- und Kulturpreis 2026 an Ursula Hildebrand für ihr umfassendes Wirken als freie Theaterschaffende. Je ein Anerkennungspreis geht an den Grafikdesigner Erich Brechbühl sowie an das Openair Funk am See. Die zwei Anerkennungspreise sind mit jeweils 10’000 Franken dotiert.

Preisübergabe

Die feierliche Übergabe des Kunst- und Kulturpreises sowie der Anerkennungspreise 2026 der Stadt Luzern findet am Sonntagvormittag, 15. November 2026, im Luzerner Theater statt. Die Einladung und das genaue Programm folgen zu einem späteren Zeitpunkt.

Quelle / Kontakt:

https://www.stadtluzern.ch/aktuelles/newslist/2846521

#KunstundKulturpreis2026StadtLuzern #UrsulaHildebrand #Anerkennungspreise2026StadtLuzern #ErichBrechbühl #OpenairFunkamSee #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 1. Mai 2026
  • Bildende Kunst, Fotografie, Grafik, Architektur, Design, Feste / Festivals / Messen / Börsen, Kulturförderung, Kulturvermittlung, Kultur- und Medienpolitik, Musik und Tanz, Theater, Kabarett, Literatur

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