Der am 11. Februar 1949 in Kirchbarkau bei Kiel geborene deutsche Cartoonist, Maler, Autor, Satiriker, Filmregisseur, Schauspieler und Sänger Ernst Kahl (Bild) ist am 5. Juli 2025 in Schwabstedt bei Flensburg gestorben. Einem grösseren Publikum war Kahl als Vertreter der Komischen Kunst bekannt, vor allem durch seine satirischen Illustrationen. Seine Cartoons, Bilder und Bildergeschichten erschienen unter anderem in «pardon», «konkret», «Titanic», «Kowalski», «stern», «Süddeutsche Zeitung», «Der Feinschmecker» und «Natur». Das Wilhelm-Busch-Museum in Hannover zeigte 1994 eine grosse Einzelausstellung. 1995 eröffnete die Galerie für Komische Kunst Caricatura in Kassel mit der Werkschau «121 Meisterwerke – Ernst Kahl und die Kunst». Das Caricatura-Museum in Frankfurt am Main zeigte 2019 zu Ernst Kahls 70. Geburtstag eine Ausstellung unter dem Titel «Vergessene Katastrophen». (*)

Ernst Kahl – Foto: © Norbert Otto, https://www.kunstmann.de/autor/ernst-kahl-306/p-0/pressemappe.pdf
2007 erhielt Ernst Kahl den Satirepreis Göttinger Elch. In ihrer Begründung schrieb die Jury: «Der Geheime Held. Kahl ist das klassische, grandiose Multitalent. Hochgebildet. Tiefschürfend. Immer fern tradierter Eloquenzen in Wort, Bild und Klang. Er ist in der Lage, alles zu erschaffen, und nichts geht ihm verloren.»
«Ein frecher Erneuerer, und ein bedächtiger Bewahrer (wenn es ihm nötig erscheint). Dies von seltenster Qualität, durchaus weitab vom finanzorientierten Kulturbetrieb. Kunst darf bei ihm komisch sein […]. Dem Komischen schenkt er immer wieder frischen, verblüffenden Sinn, der prompt die Kunst erweitert. In seinen Welten singt die Bestie das Schlaflied, und im Schönen interessiert ihn das Verborgene, aus dem es erwächst. Ein Poet des Alltäglichen, ein Magier des Undenkbaren. Wenn Kahl irgendwo Grenzen witterte, wusste er, was zu tun ist.»
https://www.goettinger-elch.de/portal/seiten/ernst-kahl-900000960-25480.html
«Er konnte alles. Das wilde, dreiste, schwarze, altmeisterliche, genauso wie das liebliche, harmlose, scheinbar amateurhafte. Seine Bilder, Cartoons, Comics und Installationen waren eine Kampfansage an eine verblödete Realität. Er veredelte den Kalauer zum Meisterwerk und kalauerte sich durch die Hochkunst. Vor ihm durfte sich niemand sicher fühlen. 1991 verkaufte er sowohl TITANIC als auch konkret dasselbe Bild und beide setzten es stolz und nichtsahnend zeitgleich auf den Titel. Eine Frechheit, die sich nur Kahl erlauben konnte.»
Hans Zippert, Herausgeber des «Titanic»-Magazins
«Er war das Universalgenie der Komik, der Alleskönner und Allesverlacher. Nur langweilen konnte er nicht.»
Oliver Maria Schmitt, Herausgeber des «Titanic»-Magazins
https://www.titanic-magazin.de/news/ernst-kahl-ist-verstorben-14866
Wir trauern um Ernst Kahl
Mit grosser Bestürzung haben wir bei Kunstmann vom Tod des sehr verehrten Ernst Kahl erfahren. Nicht nur einer der grössten komischen Künstler, sondern auch einer der freundlichsten und fröhlichsten Menschen auf diesem Planeten hat uns verlassen. Das ist furchtbar traurig, aber was bleibt, sind die ganzen Erinnerungen an einen Künstler, der seinesgleichen suchte, und ein Werk, das so zeitlos schön und lustig ist, dass es nie in Vergessenheit geraten wird.
https://www.kunstmann.de/presse/aktuelle-meldungen/c-56
«Das ist ein dramatischer Verlust für die Komische Kunst. Ernst Kahl hat auf vielen Feldern der Komik Massstäbe gesetzt, war Vorbild und Lehrer. Er war einer der ganz Grossen.»
Martin Sonntag, Leiter des Caricatura Museum Frankfurt
Ernst Kahl war ein Multitalent der Komischen Kunst
Von ihm stammen Gemälde, Cartoons, komische Zeichnungen aber auch Filme, Drehbücher und Lieder. Als einer der grossen Maler der Komik hat er das Können und die Technik der alten Meister unter souveräner Missachtung der herkömmlichen Witz-Ökonomie im humoristischen Genre auferstehen lassen. Von ihm stammen einige Klassiker der Komischen Kunst.
https://www.facebook.com/photo/?fbid=1144027704429028&set=a.550982033733601
«Universalgenie der Komik»
Das Caricatura-Museum in Frankfurt am Main würdigte ihn 2019 zu seinem 70. Geburtstag mit einer Werkschau. Gerhard Henschel schrieb damals in dieser Zeitung: «Was in Kahls Bildern immer wieder durchscheint, ist der gute alte Geist, der Zwölfjährige dazu animiert, Toilettenwände zu bekritzeln (…) Er malt uns so, wie er uns sieht, und sei es auch als Erbsen zählende Ratten, als verfressene Schweine, als Skat spielende Melonen, als Norwegens letzte Nacktdruiden oder als pikierte Schleiereulen am FKK-Strand von Timbuktu.»
Audios / Videos:
Haffmanns und die Pinguine
Rechte-Streit aus persönlichen Gründen zwischen den Verlagen Haffmanns und Kein-und-Aber wegen eines gezeichneten Pinguins von Ernst Kahl
Schweizer Fernsehen SRF, «10 vor 10», 11.04.2000, 5 Min
Die Jahrhundertausstellung! SOWA HURZLMEIER KAHL – Weltfremde Malerei, 2013/14
Ausstellung ERNST KAHL – VERGESSENE KATASTROPHEN vom 7. Februar bis 12. Mai 2019
Ernst Kahl & Kayser, Im Kühlschrank Brennt Noch Licht
Pudelsong von Ernst Kahl & Kayser
Mehr:
https://www.galerie-richter.de/ernst_kahl/ernst_kahl_vita.html
https://www.kunstmann.de/autor/ernst-kahl-306/p-0/
https://www.keinundaber.ch/autoren/ernst-kahl
https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&query=119191237
https://www.imdb.com/de/name/nm0434718/
https://taz.de/Zwei-Blatt-Papier-und-etwas-Buntstiftmine/!1418894/
https://www.mattwagner.de/Textarchiv/stories/kahl1997_mw.htm
https://www.goettinger-elch.de/portal/seiten/ernst-kahl-900000960-25480.html
https://buchmarkt.de/wilhelm-busch-preis-fur-ernst-kahl/
(*) https://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Kahl
#ErnstKahl #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+
Kommentare von Daniel Leutenegger