Kelechi Amaka Madumere (*2000), Absolventin des Bachelorstudiengangs «Representation» an der HEAD in Genf, hat den Helvetia Kunstpreis 2025 gewonnen. Dieser versteht sich als Förderpreis für junge Kunstschaffende und ist mit einem Preisgeld von 15'000 Franken sowie der Möglichkeit einer Soloausstellung dotiert.

Bild: Kelechi Amaka Madumere, «Down the rabbit hole, how to invest in a world that is not yours?» (2025), Platform25, Installationsansicht, CAN Centre d’art Neuchâtel. – Foto: Sebastian Verdon
In ihrer künstlerischen Praxis verhandelt Kelechi Amaka Madumere die vielschichtigen Verflechtungen von Gewalt, Kindheit und gesellschaftlichen Machtstrukturen. Ausgehend von eigenen Erfahrungen gelingt es ihr, persönliche Narrative mit kollektiven Realitäten zu verweben. Sie thematisiert dabei sowohl häusliche als auch systemische Gewalt und entwirft ein vielschichtiges Bild davon, wie sich Unterdrückung in Körpern, Materialien und Räumen einschreibt.
In ihren Installationen, Zeichnungen und Objektarbeiten übersetzt Madumere komplexe Emotionen wie Schmerz, Ohnmacht und Zärtlichkeit in eine präzise Materialsprache. Sie arbeitet bevorzugt mit gebrauchten und vermeintlich wertlosen Fundstücken – Dinge, die bereits Spuren der Vergangenheit tragen. Sie behandelt diese mit einer Haltung der Fürsorge, als wolle sie das Zerbrochene heilen, ohne dessen Brüche zu leugnen.
Kelechi Amaka Madumere gelingt es, komplexe Themen wie rassistische Gewalt und Missbrauch auf eindringliche Weise zu verhandeln, ohne zu moralisieren – vielmehr eröffnet sie mit jedem Element ihrer Installationen einen kraftvollen Diskurs.
Jury des Helvetia Kunstpreises 2025
Die diesjährige Jury des Helvetia Kunstpreises bestand aus Francesca Benini (MASI Museo d’arte della Svizzera italiana, Lugano), Stefanie Gschwend (Kunstmuseum und Kunsthalle Appenzell), Julia Jung (LISTE Art Fair Basel), Liza Trottet (CAN Centre d’art Neuchâtel), Nathalie Loch und Marlene Marti (Fachstelle Kunst Helvetia).
Starthilfe als Teil des Kunstengagements
Helvetia Versicherungen fördert mit dem Kunstpreis junge Nachwuchskünstler:innen zu Beginn ihrer beruflichen Karriere. So richtet sich der Helvetia Kunstpreis an Absolvent:innen von Schweizer Fachhochschulen im Bereich «Bildende Kunst und Medienkunst». Mit dem Preis ist eine doppelte Starthilfe verbunden: Einerseits erhält Kelechi Amaka Madumere ein Preisgeld von 15’000 Franken, andererseits die Möglichkeit, sich im kommenden Jahr mit einer kuratierten Soloausstellung einer breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren.
Quelle:
https://www.helvetia.com/ch/web/de/ueber-uns/news/medienmitteilungen/2025/20250515.html
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Kommentare von Daniel Leutenegger