Radio SRF 2 Kultur, «Musik für einen Gast» vom heutigen Sonntag, 12.38 Uhr / Wiederholung am Samstag, 19. September 2026, 11.03 Uhr / Podcast

Bild: Denise Tonella – Foto: © Landesmuseum Zürich, zVg
Als Tochter einer Tessiner Bergbauernfamilie half Denise Tonella oft auf dem Hof mit. Museen entdeckte sie erst als Studentin in Basel. Heute ist sie Direktorin des Schweizerischen Nationalmuseums. Sie ist überzeugt: Wer sich mit Geschichte auseinandersetzt, versteht auch die Gegenwart besser.
Wenn andere Schulkinder nach den Sommerferien vom Meer schwärmten, konnte Denise Tonella nur vom Heuen erzählen: «Damals hat mich das frustriert. Später wurde mir klar, wie viel Kraft und Ausdauer mir die landwirtschaftliche Arbeit für viele Dinge im Leben gegeben hat.» Ihre Lehrer setzten sich bei der Familie dafür ein, dass Denise Tonella das Gymnasium besuchen konnte. Nach ihrem Geschichtsstudium arbeitete sie zunächst in der Filmbranche, später wurde sie Kuratorin am Zürcher Landesmuseum. Seit 2021 ist sie Direktorin des Schweizerischen Nationalmuseums.
Mit aktuellen Ausstellungen wie «Sexarbeit» oder «Bankenland Schweiz» will Tonella das Museum zum Ort für gesellschaftliche Debatten machen. Wichtig ist ihr besonders die Vielstimmigkeit, wie sie im Gespräch mit Irene Grüter erzählt: «Gerade in Zeiten der Bedrohung der Demokratie müssen Museen die Fähigkeit zum kritischen Hinterfragen fördern.»
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Kommentare von Daniel Leutenegger