Aarau, die Aargauer Kantonshauptstadt, hat sich nach einem mehrmonatigen Bewerbungsverfahren gegen die Konkurrenz aus Bellinzona, Lugano (mit Locarno und Mendrisio) sowie Thun als «Kulturhauptstadt Schweiz 2030» durchgesetzt.

Bild: Altstadt von Aarau mit Stadtkirche im Hintergrund – Foto: Sandro Senn, 2009, https://commons.wikimedia.org/wiki/User:Sa-se – Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en – Datei: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Altstadt_Aarau.jpg
Der Entscheid der Jury wurde heute Donnerstag von Daniel Rosselllat, dem Präsidenten des Vereins Kulturhauptstadt Schweiz (KHS) in Bern bekanntgegeben. Die zehnköpfige Jury des Vereins KHS entschied aufgrund von sechs unterschiedlich gewichteten Kriterien: Zielsetzung, kulturelles Angebot, kulturelle Teilhabe, Management, Finanzen, Erfahrungen mit Grossanlässen. Vor der Bekanntgabe bedankte sich Daniel Rossellat bei allen Bewerberstädten, ihren Behörden und den Leiter:innen der Kulturabteilungen: «Leider kann nur eine Stadt gewinnen und doch gehen in gewisser Weise alle Städte als Siegerinnen aus dem Wettbewerb hervor. Bereits die Bewerbung hat in allen vier Städten sehr viel bewegt und insbesondere die kulturelle Teilhabe gefördert.»
Laut der Jury hat die Aargauer Bewerbung «durch ein attraktives und ausbaufähiges Kulturprogramm überzeugt», das vom Leitmotiv «Aarau verbindet: Menschen. Räume. Zeit.» getragen wird. Das Motto unterstreiche, dass Aarau gewillt sei, neue Verbindungen zwischen der Bevölkerung, den Kulturschaffenden und -institutionen zu schaffen, aber ebenso die Beziehungen zwischen Aarau und den verschiedenen Regionen des Landes zu stärken, so die Jury. Sie würdigte «das grosse Potenzial der Aarauer Kandidatur, ihre kulturelle Attraktivität weiter zu steigern und das Image der Stadt nachhaltig zu verändern».
Der Titel «Kulturhauptstadt Schweiz» sei «eine Einladung, Aarau mit neuen Augen zu sehen, denn die Stadt an der Aare ist weit mehr als ein Durchgangsort»: «Aarau ist gewissermassen ein Rohdiamant, der zu einem geschliffenen Diamanten und über die Grenzen der Stadt und des Kantons hinaus strahlen wird», betonte der Präsident des Vereins KHS in seiner Ansprache. Überzeugt hat die Jury auch die starke Einbindung von Kulturschaffenden, Vereinen und der Bevölkerung in den Bewerbungsprozess. Einen weiteren Vorteil für die Stadt an der Aare sieht sie darin, dass deren zentrale Lage ideale Voraussetzungen bietet, um ein breites Publikum aus der ganzen Schweiz anzuziehen. Aarau, von März bis September 1798 während der Helvetischen Republik während kurzer Zeit die allererste Hauptstadt der Schweiz, «wird diese Ehre 2030 in gewisser Weise ein zweites Mal zuteil», so die Jury.
Italienische Schweiz im Jahr 2033
Die beiden Bewerbungen aus der italienischen Schweiz überzeugten die Jury ebenfalls: «Das kulturelle Potential im Süden der Schweiz ist enorm und muss unbedingt genutzt werden», so der KHS-Präsident. Aus diesem Grund wird der Vorstand des Vereins KHS dem italienischen Landesteil für die Durchführung der Kulturhauptstadt Schweiz für 2033 Priorität einräumen. Falls eine oder mehrere Städte aus der italienischen Schweiz bis Ende 2027 Interesse bekunden, wird die Ausgabe 2033 der «Kulturhauptstadt Schweiz» in diesem Landesteil stattfinden.
La Chaux-de-Fonds macht 2027 den Auftakt
Aarau folgt 2030 auf La Chaux-de-Fonds, das 2027 den Reigen der Schweizer Kulturhauptstädte eröffnen wird. Die auf 1000 Metern über Meer im Neuenburger Jura gelegene Stadt gilt als Pilotprojekt und arbeitet seit drei Jahren an einem attraktiven Programm, das die Uhrenmetropole in der gesamten Schweiz bekannter machen soll.
Quellen / Kontakte:
https://kulturhauptstadtschweiz.ch/detail/medienmitteilung-2
https://www.aarau.ch/kultur-freizeit/kultur/kulturhauptstadt-2030.html/2877
Auf ch-cultura.ch u.a. erschienen:
https://ch-cultura.ch/?s=kulturhauptstadt
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Kommentare von Daniel Leutenegger