29. Juni 2026
SCHWEIZER ANIMATIONSFILME: «INTERNATIONAL ANERKANNT, IN DER SCHWEIZ WEITGEHEND UNBEKANNT»
Mit der Ausgabe 2026 des Festivals in Annecy (F) konnte der Schweizer Animationsfilm seine Erfolgsbilanz mit zwei Preisen erneut ausbauen. Seit 2022 wurden 41 Schweizer Produktionen und Koproduktionen für den offiziellen Wettbewerb des Festival international du film d'animation d'Annecy ausgewählt und dort mit 16 Auszeichnungen prämiert. «Diese Kontinuität unterstreicht die internationale Ausstrahlung des Schweizer Animationsfilms und macht zugleich ein Paradox sichtbar: eine Branche, die in ihrem Fachgebiet international anerkannt ist, deren Werke beim Schweizer Publikum jedoch nach wie vor weitgehend unbekannt sind», schreibt GSFA (Groupement Suisse du Film d’Animation).

Bild: «Vers la forêt» von Antonin Niclass (© Milos Films) – Gewinner des «Prix du jeune public» am Festival international du film d’animation d’Annecy 2026
Das Festival von Annecy gilt als weltweit bedeutendste Veranstaltung für den Animationsfilm. Innerhalb der Animationsfilmszene nimmt es eine vergleichbare Stellung ein wie die Filmfestspiele von Cannes für den Spielfilm: Es ist die bedeutendste internationale Plattform für Werke und Talente des Animationsfilms.
Von den sechs Schweizer Filmen, die 2026 für den offiziellen Wettbewerb ausgewählt wurden, wurden zwei ausgezeichnet: «Vers la forêt» von Antonin Niclass (Produktion: Milos Films) erhielt den «Prix du jeune public», während «Piccolo Piccolo» von Marta Gennari (Schweizer Koproduktion: Nadasdy Film) mit dem «Prix du Jury junior Canal+» ausgezeichnet wurde.
«Diese Entwicklung baut auf einer längeren Erfolgsgeschichte auf. Bereits 2016 gewann ‹Ma vie de Courgette› von Claude Barras den ‹Cristal du long métrage›, und 2021 wurde ‹Écorce› von Samuel Patthey und Silvain Monney mit dem ‹Cristal du court métrage› ausgezeichnet – zwei der renommiertesten Auszeichnungen des Festivals», schreibt GSFA.
Für ein Land von der Grösse der Schweiz sei diese kontinuierliche Präsenz in Annecy bemerkenswert: «Sie zeugt von der Qualität und Vielfalt einer Branche, die hochqualifizierte künstlerische, handwerkliche, technische und technologische Kompetenzen vereint. An einer Animationsproduktion arbeiten während mehrerer Jahre Drehbuchautor:innen, Regisseur:innen, 2D-, 3D- und Stop-Motion-Animator:innen, Storyboarder:innen, Character Designer:innen, Komponist:innen, Toningenieur:innen, Spezialist:innen für visuelle Effekte, Produzent:innen sowie zahlreiche weitere hochspezialisierte Fachpersonen zusammen.», so GSFA.
Dieses Know-how bilde einen einzigartigen Kompetenzpool und trage wesentlich zur Vielfalt, zur internationalen Ausstrahlung und zur Innovationskraft der Schweizer Audiovisionslandschaft bei.
«Die Ergebnisse in Annecy zeigen, dass der Schweizer Animationsfilm heute über eine nachhaltige internationale Anerkennung verfügt. Wir hoffen, dass diese Anerkennung auch dazu beiträgt, die Sichtbarkeit dieser Werke in der Schweiz zu erhöhen und den Stellenwert des Animationsfilms in unserer Kultur- und Audiovisionslandschaft zu stärken.», erklärt Elie Chapuis, GSFA-Präsident.
Und weiter heisst es in der Mitteilung vom Montag: «Die Herausforderung besteht heute nicht mehr darin, die Qualität des Schweizer Animationsfilms unter Beweis zu stellen. Vielmehr geht es darum, dass die internationale Anerkennung, die er geniesst, auch in der Schweiz stärker wahrgenommen wird.»
Der GSFA ist der Schweizer Berufsverband der Animationsfilmschaffenden und die Schweizer Sektion der ASIFA (Association internationale du film d’animation). Er vertritt die Interessen der Branche gegenüber politischen, kulturellen und professionellen Institutionen in der Schweiz und im Ausland. Der GSFA engagiert sich für die Förderung, Verbreitung und Anerkennung des Animationsfilms in all seinen Formen.
cb
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Auf ch-cultura.ch bereits erschienen:
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Kommentare von Daniel Leutenegger