Der am 11. März 1931 als Horst Eckert in Hindenburg O.S. (Polen) geborene Schriftsteller, Künstler und Illustrator Janosch (Bild) ist am 3. November 2026 auf Teneriffa gestorben. Er war vor allem für seine illustrierten Kindergeschichten wie «Oh, wie schön ist Panama», «Post für den Tiger» und «Ich mach dich gesund, sagte der Bär» bekannt, die zum Teil als «Janoschs Traumstunde» verfilmt wurden. Ausserdem war er der Schöpfer der Tigerente, verfasste aber auch eine Reihe von Büchern für Erwachsene.

Bild: Janosch, 2002 – Foto: Dieter Schnöpf, https://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:Schn%C3%B6pf – Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en – Datei: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Janosch_2002-11.jpg
Der Tiger in der Hängematte
Janoschs Kindheit war geprägt von Sucht und Gewalt. Später flog er von der Kunsthochschule, verfiel dem Alkohol. Wie seine Helden rettete ihn das Nichtstun.
Tillmann Prüfer
Er ließ sich von nichts fesseln. Auch nicht von der Wirklichkeit
Sein Humor war schwarz, nein: schwarz-gelb gestreift. Und seine Sprache war einfach. Die Gedanken dahinter aber waren komplex. Er hat nie versucht, kindgerecht zu sein. Gerade das hat Janosch zum Kinderliebling gemacht.
Tobias Becker
„Lasst euch nichts gefallen. Glaubt nicht den Erwachsenen“
Er prägte Generationen von Kindern, nun ist Horst Eckert alias Janosch mit 95 Jahren gestorben. Seine ikonischen Geschichten über Hoffnung und Freundschaft waren auch ein „Gegengift“ zur Gewalt in seiner eigenen Kindheit.
Christian Schröder
Wer mit seinen Büchern aufwächst, kennt das Leben
Er rettete sich selbst durch Geschichten und Bilder. Und er gab seinen Lesern den Schlüssel zum Glück an die Hand: die Fantasie
Cornelia Geißler
Er schuf die Tigerente und den Quasselkasper
Bunt sind die Bilder von Tiger und Bär, aufregend ist die Reise ins heimische Panama, spektakulär das Familienabenteuer von Rasputin, dem Vaterbär, am Badetag mit seinen 20 Kindern, laut und frech der Quasselkasper, üppig der Blumensegen, der aus einer offenen Propellermaschine einfach so auf eine Picknickgesellschaft niedergeht: Im Werk des Schriftstellers, Malers und Selbstillustrators Janosch wird keine Sensation ausgelassen, reale oder dahingezauberte und solche, bei denen man es nicht so genau weiß.
Aber es gibt darin auch die andere Seite: steingraue Regentage, entsetzliche Langeweile, Enttäuschungen, weil es mit dem Wunschgeschenk zum Geburtstag wieder nichts geworden ist – all dies meisterlich eingefangen von einem Künstler, der, so scheint es, damit seine eigenen Erfahrungen gemacht hat.
Tilman Spreckelsen
Lasst euch bloß nichts gefallen
Der Schriftsteller und Zeichner Janosch ist tot, der Erfinder von Tigerente, kleinem Bär und Kastenfrosch. Nachruf auf einen, der sein Lebenswerk für die schöne Kindheit einsetzte, die er selbst nie hatte.
Julia Rothhaas
Janosch machte «Kindern Mut zum Träumen»
Ein Kinderbuchautor, dessen Figuren Generationen begleitet haben: Nach Janoschs Tod ist die Anteilnahme groß. Bundespräsident Steinmeier würdigte den Schriftsteller als «Lebensbegleiter für ungezählte Kinder und ungezählte Erwachsene“.
https://www.tagesschau.de/kultur/janosch-reaktionen-tod-100.html
Man braucht nicht viel, um glücklich zu sein: Das lernte man bei Janosch
Janosch erlaubte seinen Geschichten eine herrliche Unordnung – und zeigte, dass weniger mehr ist, im Bild, in der Sprache, in der Moral. Einer der letzten großen Kinderbuchkünstler ist gestorben: Eine Liebeserklärung.
Mit verworrenen Strichen und krakeligen Linien zeichnete er seine anthropomorphen Gestalten, ließ sie kleine und große Abenteuer erleben und ja, oft brachte er sie auch um die Ecke, jedenfalls in den früheren Geschichten. So ist der Frosch mit seiner grünen Weste – flott gereimt – der Lieblingsgast beim Storchenfeste. Und die Ente schießt, mit etwas Schrot, den Entenjäger etwas tot. Solch anarchische Episoden wie im herrlichen Sammelband „Die Maus hat rote Strümpfe an“ vermisst man in den weitaus bekannteren Geschichten von Bär und Tiger – die dafür in ihrer melancholischen Heiterkeit sehr ans Herz gehen.
Rosa Schmidt-Vierthaler
Bescheidenes Leben
Flunkerer und Großmäuler bevölkern seine Bücher auch, aber noch mehr Helden. Er wollte mit seinen Büchern Kinder ermuntern, ermutigen, stärken. Gegen eigene Kinder entschied Janosch sich allerdings – und zwar aufgrund seiner eigenen frühen Lebensgeschichte, der er zwischenzeitlich mit Alkohol beizukommen versuchte. Von dieser Phase berichtet er in der Biografie Wer fast nichts braucht, hat alles (2016) von Angela Bajorek. In die Öffentlichkeit drängte er selbst nie: «Ich bin wirklich Autist. Am liebsten wäre ich unsichtbar», sagte er einmal.
Michael Wurmitzer
https://www.derstandard.at/story/3000000347454/kinderbuchautor-janosch-95-jaehrig-gestorben
Große Trauer
Die Trauer um Janosch ist groß. Der deutsche Präsident Frank-Walter Steinmeier würdigte Janosch als „Lebensbegleiter wie nur wenige andere Autoren und Zeichner“ für „ungezählte Kinder, für ungezählte Erwachsene, die mit Kindern leben, und für alle, die nicht verlernt haben, zu staunen und sich zu wundern“.
ORF
https://orf.at/stories/3447151
Janosch erschuf ein Seelenpflaster für die Welt – und sich selbst
Diese heile Welt ist ein wesentlicher Faktor für die Zeitlosigkeit von Janoschs Geschichten. Sie sind eine Art Seelenpflaster. Nicht nur für die Leserschaft, sondern auch für den Autor selbst. In einem Interview mit dem Tages-Anzeiger sagte Janosch 2016: «Ich suchte immer alles das, weil es in meiner Familie nicht vorkam, wie einen Rettungsring.»
Britta Spichiger
Er wusste, wie grausam die Welt sein kann. Also erfand er eine schönere: ein Nachruf auf Janosch in Bildern
Mit dem kleinen Tiger, dem kleinen Bären und der Tigerente schuf der Schriftsteller und Zeichner Janosch eine Welt, in der Freundschaft wichtiger war als Besitz.
Gilles Steinmann, Rahel Zingg
Er erfand die Kindheit, die er selbst nie hatte
Weniger besitzen, füreinander sorgen, sich nicht verrückt machen lassen: Was Janosch seinen Figuren mitgab, klingt heute fast wie ein Gegenprogramm zur Gegenwart.
Mit den Helden aus Janoschs Kinderbuchkosmos lernte ich, dass man sich für das Faulenzen nicht zu schämen braucht. Dank dem kleinen Tiger und dem Bären begriff ich, dass für ein Paradies ein bisschen Brennholz und Gemüseknollen ausreichen.
Die Kinderbücher von Janosch haben Generationen von Kindern vermittelt, was Menschlichkeit ausmacht. Janosch predigte Werte wie Freundschaft, Genügsamkeit und Fürsorge nicht, er erzählte sie. Wer hat sich als krankes Kind nicht von der Geschichte über den kranken Tiger getröstet gefühlt, der von seinem Freund, dem Bären, gesund gepflegt wird? Wer hat nicht mit dem Onkel Poppoff das Fliegen gelernt?
Julia Stephan

Bild: Aus «Oh, wie schön ist Panama» von © Janosch, 1978 – Quelle: Janoschmedien, https://commons.wikimedia.org/wiki/User:Janoschmedien – Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.en – Datei: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Janosch_Panama_P37.png
Fallece Janosch, creador del ‚Pato tigre‘, en Tenerife a los 95 años
Janosch ha fallecido. El padre de Tigre, Oso y el Pato Tigre falleció el martes a los 95 años en Tenerife. Allí había encontrado su Panamá.
La noticia llegó el miércoles a través de su editor en Tubinga: Bernhard Feil, que dirige allí el Neue Kunstmuseum y ha adquirido el legado artístico de Janosch, comunicó en nombre de la esposa de Janosch, Ines, que el artista había fallecido el martes en Tenerife. Tenía 95 años el hombre cuyo pequeño tigre, pequeño oso y pato tigre rayado con ruedas acompañan ya a la tercera generación de niños en su crecimiento.
En Tenerife, es posible que la noticia afecte a muchas personas quizás un poco más que en Alemania. Janosch vivió allí más de cuarenta años, más tiempo que muchos alemanes que llegaron a la isla en algún momento. Sin embargo, rara vez se le veía. Quería llevar una vida retirada y nunca ocultó su aversión por la prensa, las apariciones públicas y el revuelo que se generaba en torno a su persona.
Johannes Bornewasser
Muere a los 95 años ‚Janosch‘, célebre autor de literatura infantil residente en Tenerife
El autor e ilustrador alemán de literatura infantil Horst Eckert, conocido por sus obras firmadas bajo el pseudónimo ‚Janosch‘ y residente desde los años 80 en la isla española de Tenerife, falleció a los 95 años el lunes, confirmó a EFE este martes su editor, Bernhard Feil.
«Puedo confirmarle la noticia del fallecimiento», señaló Feil, que citó un mensaje de su mujer al editor en el que le informaba de la muerte del creador de volúmenes con personajes infantiles ilustres como el «tigre-pato», «pequeño tigre» o el «pequeño oso».
Morto Janosch, autore di Piccolo Orso e Piccola Tigre
Horst Eckert ha costruito un mondo di amicizia e tenerezza per i bambini, dopo essere sopravvissuto a un’infanzia segnata dalla violenza della famiglia e della storia
Crisi, opportunità, colpo di genio: il percorso, si potrebbe dire, è quasi banale, quando si parla di arte e creatività. Ma è esattamente quel che è successo a Janosch, nato Horst Eckert nel lontano 1931 in una piccola città dell’Alta Slesia, ai tempi parte dell’impero tedesco e oggi Polonia, e divenuto uno degli autori per l’infanzia più celebri del Novecento germanofono.
MrS
Mort de l’illustrateur allemand Janosch, auteur de Tout est si beau à Panama
Ses dessins doux, naïfs, aux couleurs tendres avec des animaux anthropomorphes ont enchanté plusieurs générations d’enfants des années 1960 à 2010 avant qu’il ne s’éteigne sur l’île espagnole de Tenerife où il résidait depuis 1980.
AFP
Germany’s celebrated children’s author Janosch has died
Janosch, the pen name of German author and illustrator Horst Eckert, won hearts around the world with his warm and simple sense of humor. He charmed children and adults alike with his iconic Tiger, Bear, Tiger-Duck and other animals.
Janosch created more than 150 books, which have been translated into over 30 languages.
Gaby Reucher
https://www.dw.com/en/germanys-celebrated-childrens-author-janosch-has-died/a-79851600
Videos:
Janosch – Ja ist gut, Nein ist gut
In über 40 Sprachen wurde er übersetzt: Janosch, der mit richtigem Namen Horst Eckert hieß, war der erfolgreichste Kinderbuchautor Deutschlands und Erfinder der «Tigerente». Nun ist der Schriftsteller und Illustrator im Alter von 95 Jahren gestorben. Das Porträt, das ARTE zu seinem Tod erneut zeigt, folgt Janosch unter anderem nach Polen, wo er geboren wurde.
https://www.arte.tv/de/videos/039916-000-A/janosch-ja-ist-gut-nein-ist-gut
Einer der erfolgreichsten Kinderbuchautoren Deutschlands: Janosch | Lebenslinien | Biografie | BR, 2021
Der Zeichner Janosch – Horst Eckert und sein Lebensmut, 2011
Ich mach‘ Dich gesund, sagte der Bär | Janoschs Traumstunde
Die Tigerente und der Frosch – Janoschs Traumstunde
Mehr:
https://www.facebook.com/janoschwelt/?ref=hl
https://www.instagram.com/janoschwelt
https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&query=118556940
https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/person/gnd/118556940
https://www.imdb.com/de/name/nm0417873
https://www.literaturportal-bayern.de/autorinnen-autoren?task=lpbauthor.default&pnd=118556940
https://orf.at/stories/3204562/
https://es.wikipedia.org/wiki/Janosch
https://en.wikipedia.org/wiki/Janosch
https://de.wikipedia.org/wiki/Janosch

Bild: Bad Zwischenahn, Neugestaltung des Spielplatzes bei der Badestelle am Zwischenahner Meer mit Figuren des Schriftstellers Janosch, 2023 – Foto: JoachimKohler-HB, https://commons.wikimedia.org/wiki/User:JoachimKohler-HB – Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.en – Datei: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bad_Zwischenahner_Janosch-Kinderspielplatz_am_Meer_(2023).jpg
#Janosch #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+
Nachträge vom 05.11.2026:
Horst Eckerts gesammelte Ängste
Janosch ist tot. Hinterlassen hat er eine ureigene Bilderwelt. Seine Zeichnungen galten als niedlich und harmlos, doch das waren sie nicht. Er habe angefangen „Maler werden zu wollen“, weil er „nicht mehr arbeiten wollte“, so hat Janosch Ende der 1990er in einer seiner unzuverlässigen autobiografischen Skizzen den Beginn seiner Laufbahn geschildert. Denn für einen Maschinenputzer in der Wollkämmerei bedeutete arbeiten, „die Finger können zwischen die Zahnräder geraten“.
Und dann entscheidet er sich: Da macht er nicht mit. Und flieht vor der Arbeit in eine Tätigkeit, die er sich immer geweigert hat, als Kunst zu bezeichnen. Das, was er tut, nennt er „die Freiheit auf die Spitze treiben“. Das ist nicht weniger bescheiden, nur viel radikaler in der Absage an bürgerliche Konventionen. Weil es eben auch bedeuten kann, den Tag nur in der Hängematte zu verdösen und Bilder in die Luft zu denken.
Benno Schirrmeister
https://taz.de/Nachruf-auf-Janosch/!6227443
So nehmen Autorinnen und Zeichner Abschied von Janosch
Der Tod des Kinderbuchkünstlers Janosch trifft auch Kolleginnen und Kollegen tief. Mit diesen Zeichnungen sagen einige Lebwohl.
Janosch est mort : Petit Tigre et Petit Ours perdent leur père
Une caisse qui sent la banane, deux amis persuadés que le bonheur les attend à Panama, et un voyage qui les ramène chez eux. Avec ses animaux tendres, malicieux et volontiers indisciplinés, Janosch a marqué plusieurs générations de lecteurs. L’écrivain et illustrateur allemand, de son vrai nom Horst Eckert, est mort mardi 3 novembre 2026, à 95 ans, sur l’île de Tenerife. L’homme qui dessinait leur bonheur avait grandi dans la pauvreté et la violence.
Kommentare von Daniel Leutenegger