Ausstellung im ALPS Alpines Museum der Schweiz, Bern, vom 6. November 2026 bis am 27. August 2028

Bilder: Ausstellungsansichten «Alpensounds», ALPS 2026 – Fotos: © Julian Rupp

Die neue Hauptausstellung des ALPS Alpines Museum der Schweiz befragt gängige Klischees zur Volksmusik. Das Publikum trifft auf vielfältige Perspektiven, Klänge und Zugänge statt vorgefertigter Bilder – eine Ausstellung zum Zuhören und Mitspielen, entwickelt in einem kollaborativen Prozess mit 25 Volksmusiker:innen.
Der Komponist, der begeistert Techno und Ländler mischt. Die junge Sennerin, die im Abendrot auf der Alp jutzt. Die Körpertherapeutin, die sich glücklich jodelt: Sie und sieben weitere Protagonist:innen stehen in der Ausstellung für die «Gelebte Vielfalt» heutiger Volksmusik. «Alpensounds ist eine Reise in den Reichtum der Schweizer Volksmusik. Das Publikum begegnet dabei eigenen Bezügen, Fragen, aber auch Vorurteilen», sagt Kuratorin Barbara Keller.
Wie wurde Volksmusik zum Sinnbild für Schweizer Identität? Welche Entwicklungen prägen kulturelles Erbe oder die Lust am Experiment? «Alpensounds» lenkt den Blick auf Mythen und Klischees, Politisierung, (konstruierte) Swissness, Entertainment, auf die Verbindung der Volksmusik zu den Bergen und auf «Einflüsse von anderswo» – und immer wieder auf das Gemeinschaftsgefühl und das Glück, die im gemeinsamen Singen und Musizieren liegen.

Bilder: Ausstellungsansichten «Alpensounds», ALPS 2026 – Fotos: © Julian Rupp


Bilder: Ausstellungsansichten «Alpensounds», ALPS 2026 – Fotos: © Julian Rupp
Vielfalt statt Vorurteile
25 Volksmusiker:innen waren in verschiedenen Rollen an der Konzeption und Umsetzung von «Alpensounds» beteiligt. Sie prägten den Entstehungsprozess der Ausstellung mit ihren unterschiedlichen Positionen. Für Simone Felber, Luzerner Sängerin und Jodlerin, die in ihren Kompositionen immer wieder die Grenzen der Volksmusik verschiebt, ist klar: «Unterschiedliche Auffassungen und Zugänge zur Volksmusik sollen ihren Platz haben». Bei Bernhard Betschard, «Musiker und Juuzer» aus dem Muotathal, gerieten während der Arbeit an «Alpensounds» auch eigene Vorstellungen in Bewegung: «Der Austausch hat mir die Möglichkeit gegeben, meine eigene Sichtweise zu hinterfragen und neue Gedanken mitzunehmen.» Als Volksmusiker:innen kennen beide auch Vorurteile und Vorbehalte aus verschiedenen Richtungen: von der politischen Zuordnung bis zur Frage des «richtigen» Jodelns. Die Ausstellung nimmt prägende Einflüsse in einer «Zeitreise» auf: erste Regelwerke für das Wettsingen, die Volksmusik im Dienst der geistigen Landesverteidigung oder Fernsehfolklore «Für Stadt und Land».

Bilder: Ausstellungsansichten «Alpensounds», ALPS 2026 – Fotos: © Julian Rupp
Überraschende Zugänge
«Alpensounds» regt zur Auseinandersetzung an, lädt ein zu musikalischen Erlebnissen und eröffnet überraschende, sinnliche und spielerische Zugänge zur Volksmusik. Visuell sind die Ausstellungsräume von farben- und formenreichen Blumen- und Trachtenmustern geprägt. Die Besucher:innen spielen in dieser Landschaft auf einem eigens entwickelten Gemeinschaftsinstrument oder tragen bekannte Volkslieder mit selbst kreierten Texten in die Gegenwart.
Der Klangraum im Herzen der Ausstellung führt in eine sinnliche Welt aus Bergbildern, Naturtönen, Instrumental- und Stimmcollagen. Und auf der «Offenen Bühne» können sich alle ausprobieren, die Freude am Musizieren und Klingen haben. Zum Beispiel, wenn sie sich bei einer Führung oder mit einem Tutorial selbst ans Jodeln wagen.

Bilder: Ausstellungsansichten «Alpensounds», ALPS 2026 – Fotos: © Julian Rupp
Die Veranstaltungen zu «Alpensounds» bieten von jungen Chorsänger:innen (Chor «jung&zwäg, 20.11.26) und einer «Stubete» (01.04.27) über das Podiumsgespräch («Wie politisch ist Volksmusik», 11.05.27) bis zum Überraschungskonzert (Kooperation mit «KlangHeimlich», 08.04.27) zahlreiche Vertiefungsmöglichkeiten. In der Crashkurs-Reihe geht’s dann ums Ausprobieren: vom Naturjodel (02.12.26, ausgebucht) bis zum Volkstanzen4all (08.06.27).
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Bilder: Ausstellungsansichten «Alpensounds», ALPS 2026 – Fotos: © Julian Rupp

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Kommentare von Daniel Leutenegger