24. Mai 2025
«KLANG DER ERDE. KERAMIK IN DER ZEITGENÖSSISCHEN KUNST»
Ausstellung im Kunstmuseum Appenzell, vom 25. Mai bis am 14. September 2025

Ausstellungsansicht «Klang der Erde. Keramik in der zeitgenössischen Kunst», Kunstmuseum Appenzell, 25.5. – 14.9.2025, Foto: Stefan Rohner. Werke im Bild (links nach rechts): Martin Chramosta, FUR, 2022, Courtesy Martin Chramosta – Nicole Cherubini, Lethykos Amphora, 2007, Courtesy of the artist, Galerie Michael Janssen and Friedman Benda, New York – Martin Chramosta, Caccia, 2022, Courtesy Martin Chramosta
Mit Werken von
Caroline Achaintre, Cristian Andersen, Nicole Cherubini, Martin Chramosta, Carmen D’Appollonio, Woody De Othello, Edmund de Waal, Clare Goodwin, Isa Melsheimer, Lindsey Mendick, Mai-Thu Perret, Shahpour Pouyan, Paloma Proudfoot
Die internationale Gruppenausstellung zur Keramik in der zeitgenössischen Kunst ist die erste Ausstellung in der Schweiz, die sich mit aktuellen Ansätzen dieses Mediums auseinandersetzt. Der Schwerpunkt liegt auf Kunstschaffenden, für die die Keramik zu einem Kernpunkt ihrer Praxis geworden ist, sei es als alleiniges Medium oder parallel zu Malerei, Bildhauerei oder anderen Medien. Die Ausstellung stellt Werke einander gegenüber, die mit dem skulpturalen Potenzial der Keramik experimentieren und dabei die Grenzen zwischen hoher Kunst und Handwerk verwischen. Sie umfasst thematische Schwerpunkte, deren Inhalte sich überschneiden und in einen raumübergreifenden Dialog treten.

Bild: Ausstellungsansicht, «Klang der Erde. Keramik in der zeitgenössischen Kunst», Kunstmuseum Appenzell, 25.5. – 14.9.2025, Foto: Stefan Rohner – Werke im Bild: Isa Melsheimer, Walherz, 2018, Courtesy the artist and Esther Schipper, Berlin/ Paris/ Seoul
Ein Akzent liegt auf dem künstlerischen Umgang mit der Erde, den Überresten vergangener Zivilisationen und architektonischen Symbolen. Werke von Isa Melsheimer, Martin Chramosta und Clare Goodwin setzen sich mit architektonischen Fragmenten und Ornamenten als kulturelle Träger auseinander, während Shahpour Pouyan utopische Architekturentwürfe als Reflexion von Macht und Identität präsentiert.
In ihrer Zerbrechlichkeit wird Keramik zum Sinnbild für die Fragilität kultureller Bedeutungen – ein Material, das Kunstschaffenden ermöglicht, das Wandelbare von Geschichte und menschlicher Existenz zu erkunden. Mai-Thu Perret verbindet feministische Utopien mit handwerklichen Traditionen, um alternative Gesellschaftsmodelle zu erforschen, während Nicole Cherubini Vanitas-Darstellungen umdeutet und traditionelle Darstellungen mit einer neuen Formensprache hinterfragt. Edmund de Waal reagiert mit seiner Keramik auf Sammlungen, Archive oder die Geschichte bestimmter Orte.
Immer wieder begegnet man Formen, die menschlich, pflanzlich oder tierisch anmuten und in einer Ambivalenz als starke und zugleich verletzliche Körper erscheinen. Paloma Proudfoot fertigt Schnittmuster von Körpern an und fügt sie zu einem Wandrelief zusammen. Caroline Achaintre findet Vorbilder für ihre maskenartigen Gebilde in der Abstraktion, der Popkultur und in Karnevalsbräuchen, während Carmen D’Apollonio mit organischen Formen experimentiert und ihre Lampenobjekte an der Grenze zwischen Kunst und Design ansiedelt.

Bild: Ausstellungsansicht, «Klang der Erde. Keramik in der zeitgenössischen Kunst», Kunstmuseum Appenzell, 25.5. – 14.9.2025, Foto: Stefan Rohner. Werke im Bild (links nach rechts) Carmen D’Apollonio, Can’t have it all, 2024, The Artist, Los Angeles; Courtesy Tobias Mueller Modern Art, Zurich and Friedman Benda, New York – Lindsey Mendick, Cheese Bored, 2018, Courtesy of the artist and Carl Freedman Gallery, Margate
Ein zentraler Aspekt der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Medium Keramik ist das Ausloten der Grenzen von Form, Material, Textur und Farbe. Dabei wird oft ein subversives Spiel mit der Konnotation von Keramik als Kunsthandwerk und Dekoration sichtbar. Cristian Andersen schafft aufwändig gegossene Keramikskulpturen, die vermeintlich unvereinbare Eigenschaften und Formen lustvoll miteinander verbinden.Lindsey Mendick bearbeitet den Ton intuitiv zu scheinbar vertrauten Objekten, die jedoch Zerstörung und Veränderung transportieren. Woody De Othello verwandelt Alltagsgegenstände in figurative und karikaturistische Formen, die emotionale Zustände verkörpern. Das Prekäre und Absurde in den Skulpturen thematisiert den ernsten, aber auch subversiven Charakter von Humor.
Kuratorinnen :
Felicity Lunn, Fachbereichsleiterin Gestaltung & Kunst, Hochschule der Künste Bern
Stefanie Gschwend, Direktorin Kunstmuseum / Kunsthalle Appenzell
kma
Kontakt:
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Kommentare von Daniel Leutenegger