Ausstellung in der Kunsthalle Appenzell, vom 25. Mai bis am 14. September 2025

Bild: Roman Signer , Haus mit Rakete (Gonten), 1981, Fotografie / photography Courtesy the artist
Im Zentrum der Ausstellung «Filme» steht Roman Signers (*1938, Appenzell, CH) Arbeit mit dem bewegten Bild, wobei der Schwerpunkt auf Werken liegt, die seit 1975 in und um Appenzell entstanden sind. Es ist die erste Einzelausstellung von Roman Signer in Appenzell, die sich über drei Stockwerke der Kunsthalle und die gesamte Ziegelhütte erstreckt.
Das Werk von Roman Signer beschäftigt sich von Anfang an mit flüchtigen Ereignissen und der Freisetzung von provozierten und vorhandenen Energien. Seine Werkmaterialien sind Naturkräfte wie Wasser, Wind, Feuer oder die Gravitation, die er mit Alltagsgegenständen wie Hockern, Eimern, roten Kajaks, farbigen Fässern, ferngesteuerten Flugobjekten oder Regenschirmen in Beziehung setzt und die als Leitmotive im Werk des Künstlers immer wieder auftauchen.
Die Verbindung zwischen der sichtbaren Aktion und den unsichtbaren physikalischen Vorgängen verleiht den Skulpturen eine sinnliche und poetische Komponente. Die mit Präzision geplanten Aktionen, die sich aus dem Potential der Situation, der Transformation von Energie und dem Prozess zusammensetzen, hält er in Fotoserien, auf Film oder später auf Video fest. Eine besondere Rolle spielen dabei die Super-8-Filme, die Roman Signer ab 1975 dreht. Sie gehen weit über eine filmische Dokumentation seiner Aktionen hinaus und werden zum eigenständigen Medium in seinem Schaffen.

Bild: Roman Signer, Pfanne, 1988, Fotografie / photography Courtesy the artist – Foto / photo: Roman Signer
Fernab von Kunstbetrieb und Ausstellungsräumen führte der Künstler zu Beginn seiner künstlerischen Karriere Experimente durch. Mit der Super-8-Technik fand Roman Signer eine Kommunikationsmethode, die in ihrer Unmittelbarkeit seine ephemeren Skulpturen zu transportieren vermochte.
Die Filme überschreiten selten die Länge einer Super-8-Kassette: In drei Minuten, manchmal in wenigen Sekunden, wird ein skulpturbildender Prozess sichtbar gemacht. Inmitten der Landschaft, die nicht nur Kulisse oder Bühne ist, sondern essenzieller und formbildender Bestandteil der Arbeit selbst. Die Schauplätze sind bildhaft und bewusst gewählt. Roman Signer sucht die richtigen Orte für seine Aktionen und erfasst dabei gleichzeitig die Umgebung. Diese dient ihm als Bildraum, in dem Elemente wie Brücken oder Flüsse, die die Landschaft markieren, wiederkehrende Motive in seiner Bildsprache werden.

Bild: Roman Signer , Blauer Rauch, 2016, Videoprint , Courtesy the artist – Videoprint: Tomasz Rogowiec
Anlässlich der Ausstellung erscheint ein vollständiges Werkverzeichnis der Super-8-Filme im Verlag Walther König, herausgegeben von Peter Zimmermann, Alexandra Signer und Stefanie Gschwend, mit Texten von Roman Signer, Stephan Kunz (Direktor Bündner Kunstmuseum) und Stefanie Gschwend (Direktorin Kunstmuseum / Kunsthalle Appenzell). Publikationsdatum voraussichtlich: Anfang Juni 2025.
Kuratorin: Stefanie Gschwend, Direktorin Kunstmuseum / Kunsthalle Appenzell
kha
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Kontakt:
https://kunstmuseum-kunsthalle.ch/de/kunst/ausstellungen/filme/
Auf ch-cultura.ch kürzlich erschienen:
Bilder: Ausstellungsansichten «Roman Signer. Filme», Kunsthalle Appenzell, 2025 – Fotos: Stefan Rohner



Bilder: Ausstellungsansichten «Roman Signer. Filme», Kunsthalle Appenzell, 2025 – Fotos: Stefan Rohner
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Kommentare von Daniel Leutenegger