21. August 2025
«LEIKO IKEMURA. DAS MEER IN DEN BERGEN»
Ausstellung im Bündner Kunstmuseum Chur, vom 23. August bis am 23. November 2025 - Vernissage am Freitag, 22. August 2025, 18 Uhr

Bild: Ausstellungsansicht «Leiko Ikemura. Das Meer in den Bergen», Bündner Kunstmuseum Chur, 2025 – Skulpturen vorne: Mikolina, 2008/24 | Miko, 2008/24 | Tata, 2008/24 – Skulptur hinten rechts: Rocket Girl I, 2024 – Hintere Wand, Videoinstallation: Nocturno Vivo, 2022
Das Bündner Kunstmuseum präsentiert im Erweiterungsbau die gross angelegte Ausstellung «Leiko Ikemura. Das Meer in den Bergen». Die japanisch-schweizerische Künstlerin Leiko Ikemura (*1951) zählt zu den bedeutendsten Künstlerinnen der Gegenwart. Sie erforscht in ihren Gemälden und Skulpturen die Übergänge zwischen dem Menschen und der Natur.

Bild: Ausstellungsansicht «Leiko Ikemura. Das Meer in den Bergen», Bündner Kunstmuseum Chur, 2025 – Skulpturen von links nach rechts: Papagei-Usagi, 2020/24 | Lying Girl, 2021 | Double Figure, 2021 – Bilder von links nach rechts: Rot, 1989/90 | Genesis III, 2014 | Genesis II, 2014 | Zarathustra III, 2021 | Blau, 2021
Leiko Ikemura wächst an der Küste Japans auf und siedelt 1972 nach Europa über. Nach Aufenthalten in Spanien verlegt sie 1979 ihren Lebensmittelpunkt in die Schweiz und lebt später in Köln und Berlin. Im Jahr 1989 zieht sie sich für ein Jahr zum Arbeiten in die Bündner Berge zurück. Während dieser Zeit lebt sie im Bergdorf Sarn, arbeitet im Dachstock des Schlosses Fürstenau und vollzieht eine radikale Neuausrichtung in ihrem Schaffen. Angeregt durch die unmittelbaren Naturerfahrungen lässt sie in ihrer Malerei den Menschen und seine existenziellen Fragen in einem unendlich wirkenden Kosmos aufgehen.
Mit der Ausstellung im Bündner Kunstmuseum kehrt Ikemura in die Region zurück, in der sich einst ihr malerisches Schaffen gewandelt hat. Gegensätze wie Verlust und Erneuerung, Wandel und Verwurzelung fügt sie in der Ausstellung erneut zu einem Ganzen. In der Verbindung von Malerei, Skulptur und Filmprojektion lässt sie in Chur einen Raum entstehen, in dem das Meer über den Bergen liegt und die Zeit sich auflöst.

Bild: Ausstellungsansicht «Leiko Ikemura. Das Meer in den Bergen», Bündner Kunstmuseum Chur, 2025 – Vogel-Säule, 2011/18 | Ohne Titel, Untitled ,1989 (5×) | Berlin Horizon I, 2012
Biografie Leiko Ikemura
Leiko Ikemura wird 1951 im japanischen Tsu geboren. 1970 beginnt sie ein Studium der spanischen Literatur in Osaka, das sie 1972 in Granada fortsetzt. Von 1973 bis 1978 studiert sie bildende Kunst in Sevilla. Ab 1979 lebt sie in Zürich; dort erfolgt eine intensive Beschäftigung mit dem Werk von Alberto Giacometti und Ferdinand Hodler, die Ikemuras Verständnis von Raum und Körperlichkeit nachhaltig prägen.
Mitte der 1980er-Jahre verlegt sie ihren Lebensmittelpunkt nach Köln. Heute lebt sie in Berlin in einem Atelier- und Wohnhaus, das sie 2011 gemeinsam mit ihrem Lebenspartner, dem Architekten Philipp von Matt, realisiert hat.
Ausgewählte Ausstellungen:
Leiko Ikemuras erste institutionelle Einzelausstellung findet 1983 im Bonner Kunstverein statt. 1987 widmet ihr das Museum für Gegenwartskunst in Basel eine umfassende Werkschau. 1988 folgt eine weitere Einzelausstellung im Musée cantonal des Beaux-Arts in Lausanne. Die Satani Gallery in Tokio zeigt 1990 erstmals Arbeiten, die während ihres Aufenthalts in Graubünden entstanden sind. 1999 ist sie im Japanischen Pavillon der Melbourne International Biennial in Australien vertreten. 2019 widmet ihr das Kunstmuseum Basel eine Retrospektive unter dem Titel «Nach neuen Meeren». Parallel dazu zeigt das National Art Center in Tokio eine umfangreiche Übersichtsausstellung mit rund 210 Werken aus vier Jahrzehnten. Im Frühjahr 2025 hatte Ikemura ihre erste Einzelausstellung in der Lisson Gallery in New York. Im Herbst 2025 wird Ikemura an der 36. Biennale von São Paulo teilnehmen.
Leiko Ikemuras Werke sind in zahlreichen bedeutenden Schweizer Sammlungen und internationalen Museen vertreten, darunter im Frankfurter Städel Museum, im Pariser Centre Pompidou, der Albertina in Wien und im National Museum of Modern Art in Tokio.
Leiko Ikemura lehrt von 1991 bis 2015 als Professorin für Malerei an de Universität der Künste in Berlin und seit 2014 an der Joshibi University of Art and Design, Kanagawa, Japan. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den August Macke Preis (2009) und den renommierten Japan Art Award (2020).
Die Ausstellung wird kuratiert von Damian Jurt.
bkm
Kontakt:
https://kunstmuseum.gr.ch/de/ausstellungen/aktuell/Seiten/Start.aspx

Bild: Ausstellungsansicht «Leiko Ikemura. Das Meer in den Bergen», Bündner Kunstmuseum Chur, 2025 – Von links nach rechts: Hasen-Säule III, 2024 | Fu, 2012 | Nocturno Vivo, 2022
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Kommentare von Daniel Leutenegger