Ausstellung im Museum Appenzell, Hauptgasse 4, Appenzell (AI), bis am 25. Mai 2026

Bild: Kopfkissen kariert, Berggasthaus Äscher, um 1930, Kopfkissen mit Häkelbordüre, um 1940 – Foto: © Museum Appenzell, 2025

Bild: Sternlifäden, 1900 bis 1960 – Foto: © Museum Appenzell, 2025
Wenn es dunkel wird, greifen die Menschen nach den Sternen, schieben eine Nachtschicht oder machen die Nacht zum Tag. Oder sie schlafen und träumen womöglich. Früher richtete man die Ruhezeiten nach dem Stand der Sonne. Heute verwischt sich die Grenze zwischen Tag und Nacht durch künstliches Licht. Die Nacht ist eine Zeit der Erholung, der Arbeit, des Vergnügens und der Inspiration – oder nüchtern betrachtet: die Schattenseite der Erde.
Das Museum Appenzell lädt ein, die Nacht aus kulturhistorischer Perspektive zu erkunden – mit ausgewählten Objekten aus der Sammlung. Ein besonderer Blick gilt dabei einem Raum, in dem die Menschen einen Grossteil der Nacht verbringen und fast ein Drittel ihres Lebens: dem Schlafzimmer. Erst im 19. Jahrhundert etablierte es sich zum privaten Rückzugsort. Seither haben sich sowohl die Ausstattung als auch die Schlafgewohnheiten stetig verändert. Bettstatt sowie Nacht- und Bettwäsche spiegeln Vorstellungen von Komfort, Mode und Hygiene wider.

Bild: Solis – Elektrischer Bettwärmer, um 1960 – Foto: © Museum Appenzell, 2025
Längst gehört die Nacht nicht mehr dem Schlaf allein. Die Entwicklung zahlreicher Lichtquellen machte es möglich, die Nacht für Arbeit oder Vergnügen zu nutzen. Talg- und Öllampen, Laternen und elektrische Glühbirnen erzählen die Geschichte der künstlichen Beleuchtung.

Bild: Blick in die Ausstellung – Foto: © Museum Appenzell, 2025
Auch das nächtliche Leben von Menschen, Tieren und Pflanzen wird in der Ausstellung sichtbar. Die Fotografin und Künstlerin Luzia Broger porträtierte dafür Menschen, die nachts arbeiten, und sie gewährt Einblicke in einen Alltag jenseits des Tageslichts. Naturkundliche Zeichnungen aus dem 19. Jahrhundert sowie eine Sammlung einheimischer Nachtfalter zeigen Lebewesen, die erst im Schutz der Dunkelheit aktiv werden.
Mit Blick in die Weiten des Sternenhimmels nähern sich weitere künstlerische Werke der Nacht – darunter Arbeiten von Raoul Doré und Vera Marke.
Flyer:
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Kontakt:
https://museum.ai.ch/ausstellungen/sonderausstellungen/nachts

Bild: Fasnachtsgruppe Osram – Foto: Jakob und Egon Müller, um 1910

Bild: Mondscheinkarte, Äscher im Mondschein, um 1900 – Foto: © Museum Appenzell, 2025
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Kommentare von Daniel Leutenegger