Ausstellung im Kunstmuseum Olten, vom 22. August bis am 8. November 2026 - Vernissage am Freitag, 21. August 2026, 18.30 Uhr

Bild: Rudolf Urech-Seon, «Der Idiot», 1943, Öl auf Leinwand, 107 x 91 cm © Rudolf Urech-Seon Stiftung
Unter dem Titel «Aufbruch in die Farbe» bringt die Ausstellung Werke von drei Kunstschaffenden zusammen, die in den 1930er- bis 1950er-Jahren konsequent den Weg in die Abstraktion gegangen sind, ohne jedoch die Referenzen auf die reale Welt ganz aufzugeben. Auf der Suche nach einer neuen Bildsprache für die Artikulation spirituell-religiöser, geistiger und kunstimmanenter Themen oder tiefer Naturerlebnisse haben Ferdinand Gehr (1896–1996), Petra Petitpierre (1905–1959) und Rudolf Urech-Seon (1876–1959) je einen unverwechselbar eigenen Farb- und Formenkosmos geschaffen.
Mal voller vibrierender Energie, mal tiefe Ruhe ausstrahlend, entfalten ihre Werke – getragen von der Harmonie der Formen und der Leuchtkraft der Farben – eine magnetische Anziehungskraft. Es sind zugängliche, ästhetisch wie emotional packende Bilder voller Zauber – Bilder, die der Seele gut tun. «In diesem Sinne denken wir uns die Ausstellung auch als eine Art Kraftort – bright colours for dark times», schreibt dass Kunstmuseum Olten.
«Da die Nachlässe aller drei Kunstschaffenden von direkten Nachkommen mit grossem Engagement und Sachkenntnis vorbildlich betreut werden (im Falle von Gehr und Urech-Seon sind daraus Stiftungen resultiert), bietet sich das Projekt auch für die Auseinandersetzung mit dem Thema Nachlassbetreuung an. Ein Symposium ist in Vorbereitung», so das Museum.

Bild: Ferdinand Gehr, «In Gottes Hand», undatiert, Handdruck auf Papier, 30 x 40.3 cm, Kunstmuseum Olten © Ferdinand Gehr Stiftung
Obwohl die drei künstlerischen Positionen sich in vielerlei Hinsicht deutlich unterscheiden, erscheinen sie doch in gewisser Weise auch verwandt. «Wir erachten eine gemeinsame Präsentation deshalb als produktiv und sind überzeugt, dass aus der Begegnung anregende Dialoge und neue Blicke auf die einzelnen Werke resultieren werden», stellt das Museum fest.
Die drei Künstler:innen gehören unterschiedlichen Generationen an (zwischen der Geburt von Urech-Seon und Petitpierre liegen 30 Jahre), sie kommen aus verschiedenen Regionen der Schweiz (Gehr aus der Ostschweiz, Petitpierre, aus Zürich stammend, war hauptsächlich im Kanton Bern verwurzelt, und Urech-Seon hat sein Leben im aargauischen Seetal verbracht), und auch in Bezug auf Herkunft, Ausbildung, Werdegang, Netzwerk und Rezeption unterscheiden sich ihre Biographien.
Berührungspunkte gibt es bei Petitpierre und Urech-Seon über ihre Mitgliedschaft bei der Allianz (sie haben jedoch nie gemeinsam ausgestellt), bei Gehr und Petitpierre über die Ausbildung bei André Lhote in Paris. «Dass alle drei ausserhalb des Mainstream ihre Vision konsequent verfolgt haben – allem Unverständnis und Gegenwind zum Trotz – kann gerade in unserer Zeit auch Inspiration bieten und Mut geben», betont das Kunstmuseum Olten.
kmo
Kontakt:
https://kunstmuseumolten.ch/programm/ausstellungen/aufbruch-in-die-farbe
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Kommentare von Daniel Leutenegger