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6. Juli 2022

DER OBWALDNER KULTURPREIS 2022 GEHT AN DIE AUTORIN ELISABETH ZURGILGEN

Der Regierungsrat des Kantons Obwalden hat Elisabeth Zurgilgen (Bild) den mit 5'000 Franken dotierten Obwaldner Kulturpreis zugesprochen. Er ehrt damit das literarische Werk der Sarner Autorin, «das von einer unbändigen und kontinuierlichen Liebe zum Erzählen geprägt ist», wie er schreibt.

Bild: Elisabeth Zurgilgen – Foto: © Stefan Peter

«Schreiben ist für Elisabeth Zurgilgen eine unausweichliche Form der Lebensbewältigung. Seit über 40 Jahren verfasst sie fortwährend Texte, die gedruckt und gesprochen werden.«, so der Obwaldner Regierungsrat in seinem Medientext.

Anfänglich als Journalistin und Essayistin gestartet (Reportagen, Kolumnen, Besprechungen), veröffentlichte sie 1988 mit der Gedichtreihe »Lengiziiti« ihr erstes lyrisches Werk. Damit war der Auftakt für ein literarisches Schaffen gemacht, das in der Folge seine Kraft stets auch daraus schöpfte, zu neuen Horizonten aufzubrechen. Bald verlief die künstlerische Entwicklung hin zu erzählerischen Texten, wie die Veröffentlichung von Kurzgeschichten, Erzählbänden und Hörspielen zeigte. Als Autorin der Rubrik »Zum neuen Tag« – später in »Morgengeschichten« umbenannt – stieg Elisabeth Zurgilgen 1997 zudem bei Radio DRS 1 ein. Dieses Engagement ermöglichte es ihr, prägnante zweiminütige Mundart-Kurzgeschichten nicht nur zu schreiben, sondern auch einem nationalen Radiopublikum zur morgendlichen Primetime selbst vorzutragen. Letztendlich war ihre Stimme während 22 Jahren jeden zweiten Monat während einer Arbeitswoche in zehntausenden von Stuben, Küchen oder Autos präsent. Über 700 Kurzgeschichten gingen in dieser Zeit über den Äther. Längst verbinden unzählige Deutschschweizerinnen und Deutschschweizer ihren gepflegten Sarner Dialekt mit dem Kanton Obwalden schlechthin.

Einen weiteren Meilenstein in ihrer künstlerischen Biografie markiert das Erscheinen des ersten Romans »Kein Land für alte Frauen« im Jahr 2014. Erstmals tritt hier die eigenwillige wie unbeugsame Figur der Lea Pfister in Erscheinung, die dann auch in den drei folgenden Romanen »Kein Wunder, dass es bebt« (2016), »Solange sie die Trommel schlagen« (2018) und »Zeit der Arche« (2020) als Protagonistin im Kampf gegen das gesellschaftliche Vergessen, Gedankenlosigkeit und Zynismus antritt.

Elisabeth Zurgilgens Interesse an Menschen und ihren Geschichten mündete verschiedentlich auch in essayistische Porträts, so geschehen bei den einfühlsamen Beschreibungen der Fabrikarbeiterin Berta Britschgi oder des Fotografen Sepp Reinhard. Bis heute legt Elisabeth Zurgilgen in ihrem Schaffen grossen Wert auf das Geschichten-Erzählen. Mit ihrem Podcast »Immertag-Geschichten« hat sie 2021 – mitten in der Coronapandemie – ein weiteres erzählerisches Format gefunden, dem sie sich seither intensiv widmet.

Die Qualitäten von Elisabeth Zurgilgens Texten sind in Literaturkreisen breit anerkannt. Bereits 2002 reüssierte sie beim Wettbewerb der Zentralschweizer Literaturförderung – einem kompetitiven Förderinstrument aller sechs Zentralschweizer Kantone – und erhielt einen Werkbeitrag zugesprochen. Drei Jahre später folgte die Nomination für den Publikumspreis des Luzerner Literaturfests. 2018 gelang es Elisabeth Zurgilgen, den Erfolg von 2002 zu wiederholen: Wiederum sprach ihr eine Fachjury im Rahmen der Zentralschweizer Literaturförderung einen Werkbeitrag für das Manuskript »Hospiz Casablanca« zu, aus dem dann der Roman »Solange sie die Trommel schlagen« entstand. Die Jurierung erfolgte auf der Grundlage anonymisierter Texteingaben von insgesamt 64 Autorinnen und Autoren aus der ganzen Zentralschweiz.

»In der Gesamtschau besticht ihr literarisches Werk durch eine aussergewöhnliche formale Vielfalt, durch eine unbändige Liebe zum Erzählen und durch eine schnörkellose Sprache.», schreibt der Obwaldner Regierungsrat.

Der Obwaldner Kulturpreis 2022 wird im Rahmen einer Feier übergeben. Zeitpunkt und Ort der Preisfeier sind noch nicht bekannt.

Quelle / Mehr:

https://www.ow.ch/aktuellesinformationen/92483

Kontakt:

https://www.immertag.ch/

#ElisabethZurgilgen #RegierungsratKantonObwalden #ObwaldnerKulturpreis #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+

 

 

 

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 6. Juli 2022
  • Kulturförderung, Kulturvermittlung, Kultur- und Medienpolitik

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