10. Januar 2026
«DIE UHR DES KRIEGES – DAS UKRAINISCHE FOTOTAGEBUCH»
Ausstellung in der Photobastei Zürich, vom 15. Januar bis am 22. Februar 2026 - Vernissage am Donnerstag, 15. Januar, 18.00 Uhr

Bild: Kiew – 28.07.2024: Eine junge Teilnehmerin hält während einer Solidaritätsaktion ein handgemaltes Plakat mit der Aufschrift «Free Azov». Die Demonstration steht im Zeichen der Forderung nach der Freilassung ukrainischer Soldaten, die von Russland gefangen gehalten werden © Patrick Lüthy / ukrainianphotodiary.org
Mit dem russischen Angriff auf die Ukraine am 24. Februar 2022 begann ein Krieg, der nicht nur Territorien, sondern auch das Zeitempfinden verändert hat. Mit jedem Tag, der vergeht, geht etwas verloren: Sicherheit, Gewissheit, Routinen, Beziehungen. Der Krieg greift tief in den Alltag der Zivilbevölkerung ein – oft fernab der Frontlinien, aber unaufhaltsam. Das schweizerisch-ukrainische Projekt «Ukrainisches Fototagebuch» hält diese fortschreitenden Verluste in einer visuellen Chronik fest.

Bild: Ukraine – 17. Oktober 2023: Unterirdischer Schutzraum während eines Luftangriffsalarms in Odessa © Urs Bucher / ukrainianphotodiary.org
Das Projekt wurde 2022 vom Schweizer Fotografen Patrick Lüthy (Olten) initiiert. Im Rahmen von Evakuierungen ukrainischer Kriegsflüchtlinge in die Schweiz, die er gemeinsam mit weiteren Fotografen und Helfenden begleitete, entwickelte sich aus den Begegnungen die Idee zu einem offenen fotografischen Tagebuch. Das «Ukrainische Fototagebuch» ist seither ein laufendes Online-Projekt, das für alle zugänglich ist und fortlaufend um neue Beiträge erweitert wird.

Bild: Ukraine – 18.10.2023 Friedhof Zakhidne Західне кладовище in Odessa – Ukrainische Flaggen wehen über den Gräbern der gefallenen Soldaten © Urs Bucher / ukrainianphotodiary.org

Bild: Ukraine – 17.10.2023: Während des Nachtangriffs fielen Fragmente einer der russischen Drohnen auf den Yachtclub für Kinder in Odessa © Patrick Lüthy / ukrainianphotodiary.org
Auf der Plattform www.ukrainianphotodiary.org werden Fotografien von professionellen Fotografinnen und Fotografen ebenso präsentiert wie Aufnahmen von Kindern und Privatpersonen. Aus diesem Bildarchiv entstand die Ausstellung «Die Uhr des Krieges».
Das Ausstellungskonzept folgt der Metapher einer Uhr. In zwölf Kapiteln – zwölf Gesichtern des Verlustes – wird sichtbar, wie der Krieg Zeit strukturiert, beschleunigt, anhält und wiederholt. Jede Station steht für einen Aspekt dessen, was mit fortschreitender Dauer des Krieges schwindet. Zusammengenommen machen sie deutlich, was die Menschen in der Ukraine Tag für Tag verlieren.

Bild: Ukraine – Odessa – 31.03.2025: Training ukrainischer Militärveteranen für die Teilnahme an den Invictus Games. Ein schwer verwundeter Veteran absolviert Übungen im Rahmen der Vorbereitung auf internationale Wettkämpfe © Nataliia Mykhailenko / ukrainianphotodiary.org

Bild: Ukraine – 16.10.2023: Verklärungskathedrale in Odessa – Bei einem russischen Luftangriff auf Odessa wurde die Kathedrale in der Nacht zum 23. Juli 2023 teilweise zerstört © Patrick Lüthy / ukrainianphotodiary.org
Vom 15. Januar bis 22. Februar 2026 zeigt die Photobastei Zürich eine kuratierte Auswahl aus diesem schweizerisch-ukrainischen Fotoprojekt. Die Ausstellung richtet den Blick auf zivile Lebensrealitäten im Krieg und auf das, was nicht auf einen Schlag verschwindet, sondern allmählich verloren geht.
An der Vernissage am 15. Januar um 18 Uhr und an der Finissage am 22. Februar 2026 um 14 Uhr tritt der Ukrainische Chor Perespiv (Singen für den Frieden) auf.
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Bild: Ukraine – 23.03.2025: Ein kleines Mädchen steht im öffentlichen Raum im Zentrum von Odessa und hält ein handbeschriftetes Stück Karton vor sich. Darauf steht in kindlicher Schrift: «Ich warte auf Onkel Dodo.» © Nataliia Mykhailenko / ukrainianphotodiary.org
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Kommentare von Daniel Leutenegger