Anlässlich des Jahrestags der am 22. Juni 1476 ausgefochtenen Schlacht von Murten lancierten die EPFL und ihre Partner heute eine Webseite, die der Öffentlichkeit ein immersives Erlebnis des Panoramas bietet. Eine zugehörige Plattform stellt Wissenschaftler:innen Primärquellen zur Verfügung und ermöglicht ihnen eine kollaborative Beteiligung.

Bild: Panorama Terapixel – Foto: 2025 EPFL – CC-BY-SA 4.0
Unter der Leitung von Professorin Sarah Kenderdine hat das Labor für Experimentelle Museologie (eM+) der EPFL das Panorama der Schlacht von Murten digitalisiert und stellt diesen bislang unzugänglichen Nationalschatz des 19. Jahrhunderts nun dem Publikum vor. Das Gemälde wird als erweitertes 1,6-Billionen-Pixel-Digitalzwilling neu inszeniert und ist jetzt online sowie in einer Reihe von vollständig interaktiven Ausstellungen erlebbar – sowohl in Schweizer Museen als auch anderen Institutionen weltweit.
Die Webseite wurde am 22. Juni 2025 lanciert, dem Jahrestag der 1476 ausgetragenen Schlacht von Murten. Sie bietet Zugang zum grössten Bild eines physischen Gegenstandes, das jemals in ultra-hoher Auflösung erstellt wurde, und stellt zwei Interaktionsmodi bereit:
- Ermöglicht durch semantische Webtechnologien und IIIF-Manifeste («International Image Interoperability Framework»), ist die «Scholarly Platform» eine forschungsorientierte Interpretationsdatenbank, die Zugang zu Primärquellen mit wissenschaftlichen Anmerkungen sowie zukünftiger automatischer Datenextraktion bietet. Die Plattform steht sowohl für Wissenschaftler:innen als auch für die interessierte Öffentlichkeit zur evidenzbasierten Forschung und zur kollaborativen Mitarbeit offen.
- Das Terapixel-Panorama ist mit volumetrischen Videos, 3D-Objekten, Motion-Capture und einer dynamischen Klanglandschaft angereichert. Diese öffentliche, nicht-spezialisierte Schnittstelle entwickelt sich zu einem multimodalen Storytelling, bei dem Besucher Führungen beiwohnen und/oder den Digitalzwilling eigenständig durch Selbstführung erkunden und beobachten sowie damit interagieren können.
Zugänglichkeit und Inklusion stehen im Mittelpunkt. Daher umfasst die Benutzeroberfläche eine trilinguale Navigation (Englisch, Französisch und Deutsch) und einen Audio Deskriptions-Modus, um eine sinnvolle Interaktion auch für Besucher:innen mit Sehbehinderungen zu gewährleisten.
Als Ergänzung zum digitalen Online-Erlebnis laden verschiedene Ausstellungen zu einer multisensorischen Erfahrung des monumentalen Panoramagemäldes aus dem 19. Jahrhundert ein, die von August 2025 bis Mai 2027 unter anderem im Museum für Gestaltung Zürich, im Museum Murten, im Bernischen Historischen Museum und im Château de Grandson sowie an weiteren internationalen Veranstaltungsorten durchgeführt werden.
Die Initiative stellt das Panorama der Schlacht von Murten einem globalen Publikum wieder vor, bahnt neue Wege des Sehens, Wahrnehmens und Interagierens mit dem erweiterten Digitalzwilling und entfacht einen neuen Diskurs über moderne Museologie und Zugänglichkeit.
Das Terapixel-Panorama-Projekt wurde 2024 mit dem Optimus Agora Prize ausgezeichnet.
Ein Forschungsprojekt des Labors für Experimentelle Museologie in Partnerschaft mit der Stiftung für das Panorama der Schlacht von Murten, dem Hüter des Originalgemäldes. Es wird grosszügig von der Schweizerischen Nationalfonds (SNF) im Rahmen des Agora-Programms sowie zahlreichen weiteren Spendern, Sponsoren und Unterstützern getragen.
Zur Webseite:
https://terapixelpanorama.ch/
Quelle / Mehr / Kontakt:
https://actu.epfl.ch/news/das-panorama-der-schlacht-von-murten-wird-zum-imme/
Der Maler Louis Braun
Louis Braun (1836-1916) war ein berühmter deutscher Panoramamaler, der das Werk in seinem Atelier im Auftrag der Schweizerischen Panoramagesellschaft anfertigte.
Mehr:
https://www.murtenpanorama.ch/de/maler
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Kommentare von Daniel Leutenegger