«Ein ungewöhnlicher Schritt: Weil dem Kanton das Geld für die Erweiterung des Kunstmuseums fehlt, ruft er nun private Unterstützer:innen und Unternehmen zu Spenden auf.», schreibt Redaktionsleiter Michael Lünstroth auf «Thurgaukultur.ch». Die IG Kultur Ost fordert vom Kanton «ein klares Bekenntnis zu seiner Museumslandschaft».

Bild: Kunstmuseum Thurgau, Visualisierung neuer Ausstellungsraum (Siegerprojekt Architektengemeinschaft SCALA), Skizze: © Keller Hubacher Architekten, BBK Architekten AG, Harder Spreyermann Architekten AG
In einer Medienmitteilung haben das Departement für Bau und Umwelt und das Departement für Erziehung und Kultur Ende Juni 2025 gemeinsam zur Suche nach privaten Unterstützer:innen für die Erweiterung des Kunstmuseums Thurgau in der Kartause Ittingen aufgerufen. Offenbar ist die Lage rund um die lange geplante Erweiterung des Hauses so kompliziert, dass die Regierung nun diesen Schritt wagt. Das Museum müsse dringend saniert werden, heisst es in der Mitteilung: «Zum einen geht es um den Erhalt der Bausubstanz, zum anderen um Fragen der Sicherheit sowie die Sicherstellung eines zeitgemässen und effizienten Museumsbetriebs», schreiben die beiden Departemente, die auf «Thurgaukultur.ch» zitiert werden.
In die Debatte um die Sanierung und Erweiterung des Kunstmuseums Thurgau schaltet sich jetzt auch die IG Kultur Ost ein. Der Kanton dürfe sich hier nicht aus der Verantwortung ziehen, schreiben die Kulturschaffenden.
Aus der Stellungnahme der IG Kultur Ost:
«Ein Museum von heute braucht mehr als nur eine energetische Sanierung, es braucht Räume und Konzepte, die das volle Potenzial entfalten lassen: für künstlerische Produktionen, öffentliche Diskurse und eine Museumslandschaft mit nationaler und internationaler Ausstrahlung. Eine Minimallösung bremst diese Entwicklung und gefährdet das vielfältige kulturelle Leben im Kanton und darüber hinaus.
Die IG Kultur Ost fordert daher eine Wiedererwägung der politischen Entscheide sowie konstruktive Lösungen, nicht nur für das Kunstmuseum, sondern für die gesamte Museumslandschaft im Thurgau. Denn betroffen sind auch zahlreiche Kunst- und Kulturschaffende, Künstler:innen, ein breites, interessiertes Publikum und nicht zuletzt die nachkommenden Generationen.
Die IG Kultur Ost engagiert sich für ein lebendiges, zukunftsfähiges Kunstmuseum – ein visionäres Projekt wie ein unterirdischer Erweiterungssaal wäre ein klares Zeichen in diese Richtung. Sie dankt allen, die sich privat, politisch oder ideell für die Kultur im Kanton einsetzen und deren gesellschaftlichen Wert anerkennen und verteidigen.»
Mehr:
https://www.thurgaukultur.ch/magazin/6180
https://www.thurgaukultur.ch/magazin/wir-sind-aeusserst-besorgt-6181
https://www.tg.ch/news.html/485/news/74911
https://www.harderspreyermann.ch/kunstmuseum-thurgau
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Kommentare von Daniel Leutenegger