19. Juni 2026
PROLITTERIS-PREIS 2026 FÜR HANS STUTZ UND ANABELLE BOURQUIN
Die Verwertungsgesellschaft ProLitteris zeichnet die Journalist:innen Hans Stutz und Anabelle Bourquin mit dem ProLitteris-Preis 2026 aus: Ende Juni verleiht ProLitteris den mit 40’000 Franken dotierten Hauptpreis und einen Förderpreis von 10’000 Franken. Der jährliche Preis würdigt herausragende Leistungen in der Literatur und in der Kunst. Urheberrechte an Texten und Bildern prägen die Tätigkeit der Verwertungsgesellschaft ProLitteris. Dieses Jahr wird der ProLitteris-Preis im Bereich Journalismus vergeben. Die Preisverleihung findet am 27. Juni 2026 um 15.00 Uhr in St.Gallen statt.

Bild: Hans Stutz – Foto: https://gruene.ch/wahlen/wahlen-2019-kanton-luzern
Hans Stutz, der Träger des Hauptpreises, wurde von einer unabhängigen Jury ausgewählt. Sie setzt sich aus Persönlichkeiten des gleichen Bereichs zusammen. Im Jahr 2026 waren es Alexandra Stark, Amit Juillard und Kaspar Surber.
Die Jury begründet die Wahl des Preisträgers wie folgt:
«Das Lebenswerk von Hans Stutz zeigt, wie historische Recherche, journalistische Genauigkeit und demokratische Haltung zusammenfinden. Stutz hat sich Themen gewidmet, die oft ungern öffentlich verhandelt wurden: rechtsextreme Organisationen und Strukturen, rassistische Vorfälle und demokratiefeindliche Ideologien. Die Jury würdigt mit Hans Stutz einen Journalisten, der über Jahrzehnte hinweg unbequeme Themen verfolgt hat, auch unter persönlichen Drohungen und mit beruflichen Nachteilen, und der seine Arbeit als Verteidigung von Demokratie und Menschenrechten versteht.»
Der im luzernischen Seetal aufgewachsene Journalist Hans Stutz (1952) gehört seit Jahrzehnten zu den profiliertesten Rechercheuren im Bereich Rechtsextremismus und Rassismus in der Schweiz. Nach einer universitären Ausbildung und Tätigkeit als Sekundarlehrer wechselte er in den freien Journalismus. Diesen Weg verfolgte er sein Leben lang. Eine feste Teilzeitanstellung hatte er als Chefredaktor des damaligen Medienmagazins der Gewerkschaft der Journalistinnen und Journalisten. Seit den 1980er-Jahren schrieb Hans Stutz als freier Mitarbeiter für verschiedene Medien.
Die Arbeit von Hans Stutz beruht auf genauer Dokumentenrecherche, sorgfältiger Quellenprüfung und hoher Beharrlichkeit. Von 1995 bis 2014 setzte er die von Sigi Feigl gegründete und von Regula Bähler geführte Chronologie rassistischer Vorfälle fort. Er verfasste zwei Bücher: «Frontisten und Nationalsozialisten in Luzern 1933 – 1945» (publiziert 1997) und «Der Judenmord von Payerne» über die Ermordung von Arthur Bloch (2000).

Bild: Anabelle Bourquin – Foto: © David Marchon, https://www.arcinfo.ch/auteurs/bourquin-706515
Dem Empfänger des Hauptpreises oblag es, die Gewinnerin des Förderpreises zu bestimmen. Hans Stutz wählte Anabelle Bourquin (1983). Die Preisträgerin ist Journalistin und Verantwortliche für Recherchen bei der Neuenburger Tageszeitung «ArcInfo».
Nach einem universitären Studium der Literaturwissenschaften entdeckte sie den Journalismus beim Radio. Ab 2007 arbeitete sie bei der lokalen Neuenburger Radiostation «RTN», wo sie von 2009 bis 2015 stellvertretende Chefredaktorin war. Seit 2017 gehört sie zur Redaktion von «L’Express», der 2018 zu «ArcInfo» wurde; dort bewegt sie sich in einem journalistischen Feld, das ihr besonders liegt: der lokalen Recherche. Die Wahl der Preisträgerin geht dieses Jahr auf ein empfehlendes Votum der Jury zurück, gestützt auf die Bedeutung ihrer Recherchen und Publikationen.
ProLitteris ist die schweizerische Verwertungsgesellschaft für Text und Bild. An der Seite der Genossenschaft stehen die Fürsorge-Stiftung (Altersrenten und Nothilfen) und der Kulturfonds (Kulturförderung).
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Kommentare von Daniel Leutenegger