3. Juli 2025
ZURICH FILM FESTIVAL (ZFF): GRUPPE UM FESTIVAL-DIREKTOR CHRISTIAN JUNGEN IST JETZT EIGENTÜMERIN
Nach zehn Jahren unter dem Dach der «NZZ» übernimmt eine neue Eigentümergruppe rund um Festival-Direktor Christian Jungen das Zurich Film Festival (ZFF). Neben Jungen gehören Vizedirektorin Reta Guetg sowie Unternehmer und Moderator Max Loong, «NZZ am Sonntag»-Gründer und langjähriger ZFF-Präsident Felix E. Müller und Finanzfachmann Marek Skreta zur neuen Trägerschaft. Die «NZZ» veräussert das ZFF per Juli 2025 im Rahmen eines Management-Buyouts. Das zum ZFF gehörende Kino Frame wird neu vom Kinounternehmen Kinokoni betrieben. Die Zusammenarbeit zwischen Festival und Frame bleibe bestehen, heisst es in der Mitteilung vom Donnerstag.

Bild: Christian Jungen und Reta Guetg – Foto: © Yves Bachmann für «NZZ»
In den vergangenen zehn Jahren hat die «NZZ» das ZFF «strategisch begleitet und dazu beigetragen, es zu einem der führenden Filmfestivals in Europa zu entwickeln, bei dem cineastische Talente entdeckt werden, der Schweizer Film einen grossen Auftritt erhält und Werke mit Oscar-Potenzial in Anwesenheit der Stars Premiere feiern», schreibt das Medienunternehmen «NZZ» in der heutigen Medienmitteilung. Die künstlerische Weiterentwicklung der vergangenen sechs Jahre sei insbesondere Festivaldirektor Christian Jungen und seinem Team zu verdanken. Auch unter anspruchsvollen Rahmenbedingungen – etwa während der Pandemie oder dem Streik in Hollywood – sei das Festival erfolgreich ausgebaut und seine internationale Ausstrahlung gestärkt worden. Ein Höhepunkt sei die Jubiläumsausgabe 2024 mit Rekord-Besucher:innenzahlen und -Ticketumsatz. Inhaltlich, bei den Besucher:innenzahlen und in der Resonanz im In- und Ausland habe sich das Festival sehr positiv entwickelt.
«Um das ZFF auch in einem zunehmend herausfordernden Kulturumfeld zukunftsfähig zu positionieren und neue Potenziale zu erschliessen, braucht es unternehmerische Agilität und Freiräume für kreative und strategische Weiterentwicklungen. Die ‹NZZ› hat deshalb verschiedene Zukunftsoptionen geprüft und sich für eine Lösung aus den eigenen Reihen entschieden – ein Schritt, der Kontinuität sichert und neue Perspektiven für Profil, Wachstum und Sichtbarkeit eröffnet. Geplant ist, den Verkauf zeitnah zu vollziehen.», steht in der Mitteilung zu lesen.
«Neue Chancen durch zusätzliche Expertise und Netzwerke»
Durch das Engagement von Max Loong, Felix E. Müller und Marek Skreta gewinne das Festival zusätzliche unternehmerische und strategische Kompetenz: Loong bringe als Unternehmer, Hotelier und Moderator viel Know-how in den Bereichen Sponsoring, Hospitality und Eventgestaltung mit. Müller verfüge über wertvolle Kontakte in der nationalen und lokalen Politik und kenne als Autor des Buches «Hollywood an der Limmat: Die Erfolgsgeschichte des Zurich Film Festival» dessen Geschichte wie kaum ein Zweiter. Skreta ergänze das Team mit internationaler Perspektive – er ist als Investor und Produzent tätig und seit vielen Jahren beim A-Filmfestival Karlovy Vary (Karlsbad) engagiert. «Diese Vielfalt an Know-how und Netzwerken der Zürcher Besitzer schafft ideale Voraussetzungen, um das ZFF zu einem unverzichtbaren Treffpunkt für die internationale Filmbranche und das einheimische Publikum zu machen.», so die «NZZ».
«Das ZFF hat sich unter der Leitung von Christian Jungen zu einer bedeutenden Kulturmarke entwickelt», sagt Felix Graf, CEO der «NZZ». «Mit dem Management-Buyout rund um Christian Jungen und Reta Guetg ermöglichen wir dem Festival die nächste Phase der Professionalisierung und strategischen Weiterentwicklung – und sichern gleichzeitig die Kontinuität, die das Festival verdient.» Die NZZ bleibe dem Festival eng verbunden, etwa als Haupt-Partnerin für weitere drei Jahre.
«Ich freue mich sehr, das ZFF zusammen mit dem bisherigen Team und den neuen Eigentümern, die das Kino lieben und das ZFF sehr gut kennen, in eine neue Ära zu führen», sagt Festivaldirektor Christian Jungen. «Wir sind eine Zürcher Lösung, die viel Vertrauen von Partnern und Filmschaffenden geniesst. Wir denken gross und wir denken international. Unser Ziel ist es, das ZFF dank strategischer Partnerschaften mit anderen Festivals als eines der führenden Filmevents in Europa zu etablieren, wo man im Herbst schon jene Filme und Stars sieht, die später Oscars gewinnen. Wir wollen Freude und festliche Stimmung in die Stadt bringen und ein Filmfest ausrichten, auf das Zürich stolz sein kann. Dafür werden wir neue private Partner gewinnen und möchten die Unterstützung von Stiftungen, Donatorinnen und Donatoren sowie der öffentlichen Hand ausbauen.»
«Frame mit neuem Konzept und erweiterter Ausrichtung»
Mit der Betriebsübernahme durch Kinokoni erhält das Kino Frame an der Europaallee ein neues Profil. Nach Olten und Basel bringt Kino- und Gastrounternehmer Konrad Schibli sein Boutique-Kinokonzept nun auch nach Zürich. «Neben einer weiterhin kuratierten Filmauswahl – punktuell ergänzt um kommerziellere Titel – liegt der Fokus künftig verstärkt auf Gastronomie, Saalvermietung und einem erweiterten Besuchserlebnis», schreibt die «NZZ». Das Frame als «Home of Zurich Film Festival» bleibe fester Bestandteil des Gesamtkonzepts.
Quellen / Mehr:
https://unternehmen.nzz.ch/2025/07/festivalleitung-uebernimmt-zurich-film-festival
https://mailings.zff.com/m/15097070
Kontakt:

Bilder (v.l.) Christian Jungen und Reta Guetg, Max Loong, Felix E. Müller und Marek Skrota – Fotos: © «NZZ»
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Kommentare von Daniel Leutenegger