2. Juni 2025
«RE:WIND – VIDEOKUNST VON CAROLEE SCHNEEMANN BIS ZILLA LEUTENEGGER»
Ausstellung im Kunst Museum Winterthur | Beim Stadthaus, bis am 10. August 2025

Bild: © Dara Birnbaum, Technology/Transformation: Wonder Woman, 1978–1979
Die Geschichte der Videokunst wurde wesentlich von Künstlerinnen geschrieben. Das Kunst Museum Winterthur zeigt unter dem Titel «Re:Wind» Werke von über 20 verschiedenen Videokünstlerinnen seit den späten 1960er-Jahren aus seiner Sammlung.
Meat Joy, Touch Cinema, Pickelporno: Die Titel der Videoarbeiten sind programmatisch und reflektieren die Befreiung der Künstlerinnen von überlieferten Rollenmustern und zugleich von klassischen Kunstgattungen. Das Fernsehen und die digitalen Medien prägen seit den 1960er-Jahren unseren Alltag. Daher erstaunt es wenig, dass sich Kunstschaffende den elektronischen Medien zuwandten. So veränderte der «Vater der Videokunst», Nam June Paik, Fernsehbilder mit Hilfe starker Magnete so, dass diese zu gegenstandslosen Formen mutierten. Mit der Verfügbarkeit des tragbaren Videorecorders Ende der 1960er-Jahre begann der Siegeszug der Neuen Medien. Der Begriff «Videokunst» bezieht sich dabei auf das Medium, das in Form von Ein-Kanal-Bändern, im Rahmen einer Videoinstallation oder als Videoskulptur präsentiert wird.

Bild: © Martha Rosler, Semiotics of the Kitchen, 1975
Die Geschichte der Videokunst wurde wesentlich von Künstlerinnen bestimmt. Oft nutzten sie das Medium als Dokumentation performativer Aktionen wie Valie Export, Carolee Schneemann und Mona Hatoum. Zuweilen wurden Performances nur für die Videokamera entwickelt. Oder die Technik selbst wurde thematisiert, um die Möglichkeiten des zeitbasierten Mediums zu erforschen. Der einfache Zugang zu den technischen Möglichkeiten digitaler Speichermedien führte zu filmischen Werken, deren Inhalt sich radikal von der Hochglanzästhetik von Hollywood-Produktionen unterschied, um eigene, oft beunruhigende Bildwelten zu erkunden wie in Keren Cytters trashigen Arbeiten oder Zilla Leuteneggers poetischen Bildfindungen.
Dank einer Schenkung von Heinz E. Toggenburger sowie weiterer Donationen konnte im Kunst Museum Winterthur eine bedeutende Sammlung Neuer Medien zusammengetragen werden, von der «Re:Wind» nun die Sicht von Künstlerinnen auf das Medium präsentiert.
Mit Werken von:
Yael Bartana – Lynda Benglis – Dara Birnbaum – Filipa César – Keren Cytter – Silvie Defraoui – Valie Export – Sylvie Fleury – Mona Hatoum – Sharon Hayes – Emily Jacir – Joan Jonas – Zilla Leutenegger – Charlie Prodger – Pipilotti Rist – Martha Rosler – Carolee Schneemann – Hannah Wilke
kmw
Kontakt:

Bild: © Zilla Leutenegger. Der Mann im Mond, 2020
#ReWind #Videokunst #KunstMuseumWinterthur #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+
Kommentare von Daniel Leutenegger